Abenteuer-Camping Bensersiel Teil 2

 

 


Abenteuer-Camping, Teil 2

 

 

14 Tage kaute und würgte die Anzeiger-Redaktion an der Replik auf einen fundierten Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 26.08.2020, bis es nicht mehr anders ging – es stand zu lange woanders; gern hätte man’s verschwiegen.

So gelang dem Redakteur Hochmann zum 09.09.2020 wieder ein anzeigertypisches Kleinstkunstwerk der Einseitigkeit in der Maske einer Gegendarstellung, ohne die eigentliche Darstellung offenzulegen. Es ist „Richtigstellung“ im luftleeren Raum und dort dauerelastisch aufgehängt. Und weil sie nicht mit Erkenntnisinteresse geschrieben wurde, sondern wohl Kollegenneid und Dünkel dem Redakteur die Edelfeder führten, fällt’s umso schwerer, sie mit Verstand zu lesen.
Wagen wir trotzdem den Eiertanz zwischen Stilkritik, Formenspott und Substanzanalyse.

Das Genre ist der Journalistische Purzelbaum: Der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung ist der Landkreis einige Antworten schuldig geblieben und hat nun dem Anzeiger Fragen beantwortet, die er gar nicht gestellt hat!

Möglichkeitsspringform

Und dann geht’s los, das Geraune in multiplem Konjunktivismus, der Möglichkeitsspringform: Des Campingplatzes „Existenz soll möglicherweise nicht rechtmäßig sein“ – hmm: Existenz ist Dasein ist evident; „nicht rechtmäßig“ kann allenfalls die Herstellung, die Genehmigung, die Duldung etc. sein.

Zwar beschreibt Hr. Hochmann denunziatorisch noch „ein Dortmunder Ehepaar“, das die Sperrung der illegalen Umgehungsstraße rechtskräftig bestätigt bekam, scheitert aber sogleich am nächsten Gedanken, ob dem ebenso illegalen Campingplatz dies gleichfalls blühen dürfte.
Lieber steigt er durch den rhetorischen Kletterwald des Landkreis-Bauamtsleiters, der „eindeutigen Bestandsschutz“ behauptet, weil er „den Campingplatz nicht für illegal hält“.
Das ist bestechend, auch deshalb, „weil wir nicht angenommen haben, dass sich der Bau (…) negativ auswirken würde“ – Aha, eindeutiger Bestandsschutz, weil keine Annahme !?

Abgesehen von dieser kecken Kausal-Kapriole ist aber – Hinterhalt der deutschen Sprache! – gar nicht die fehlende Annahme zu negativen Auswirkungen zu kritisieren, sondern vielmehr die getroffene Annahme, daß es negative Auswirkungen nicht gebe. Finde den Unterschied!

Rückwirkende Erwartungsprüfung

Wenn die Behörde zudem „nachträglich eine Prüfung veranlaßt, mit dem Ergebnis, dass schädliche Auswirkungen nicht zu erwarten sind“, möchte sie die Legalisierung eines rechtswidrigen Baukörpers auf dem Wege eines verwaltungsrechtlich einzigartigen Verwaltungsakts ermöglichen, nämlich: der Rückwirkenden Erwartungsprüfung !

Und mit der Idee, daß ein Austausch von Containern (sog. Fliegende Bauten) durch  feste Bauwerke zudem FFH- und UVP-pflichtbefreit sei, sofern die Ausdehnung des bezeichneten Grundstücks nicht verändert werde, ist solch artifizielle Legalisierung zweifellos die Frohe Botschaft für alle Bauherrn im Landkreis. Das sollte als Amtliche Bekanntmachung im Anzeiger für Harlingerland fix veröffentlicht werden.

Selbstbeteiligung

Am Selbstgenehmigungsbescheid des Landkreises, so der Bauamtsleiter, dem auch der Unterschied zwischen Umweltverträglichkeitsprüfung UVP und Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie FFH wohl unbekannt ist, hätten sich zudem nächste Kollegenbehörden beteiligt, nämlich die Untere Deichbehörde und die Untere Naturschutzbehörde, so daß hier ein weiterer skurriler Verwaltungsakt zum Vollzug gelangte: die sogenannte Selbstbeteiligung, die man aber ja auch von anderen Schadensthemen her kennt!

Keineswegs aber geht es hier, wie Redakteur Hochmann erzählt, „zunächst um Begrifflichkeiten“, sondern um sonderliche Spitzfindigkeit. Einen „Ausbau“ der Campinganlage stellt der Landkreis auch deshalb in Abrede, weil eine Flächenvergrößerung nicht stattgefunden habe (was auch nicht der Wahrheit entspricht). Was jedoch einst als partielles Salzwiesenzelten geduldet war, wurde bis heute zur touristischen Großanlage auf- und umgebaut, deren Legalisierung per bloßer Flächendefinition auch jegliche Nutzungserweiterung gestatten würde, z.B. Caravan-Outlet, mit Hubschrauberlandeplatz …

Stil frißt Form frißt Content

Während Redakteur Hochmann im Gewand des Konjunktivismus und indirekter Rede den sogenannten „Kritikern“   Befindlichkeiten, Wahrnehmungen und nebulöse Äußerungen zuschreibt, entfaltet Landkreismitarbeiter Hillje in Originalzitaten in aller Breite seine Antworten auf nicht gestellte Fragen.
Diese Presseerklärung stützt den Sachverhalt des illegalen Camping- und auch Parkplatzes ausschließlich auf: „hält nicht für“, „nicht angenommen, dass“, „nachträglich veranlasst“, „eine gewisse Verunsicherung“, „sieht das anders“, „nicht zu erwarten“, „uns bekannte Verfahren“, „Meinungen“
Wo die Meinung herrscht, ist für Gesetzestreue kein Platz. Daher diffamiert er vorsorglich rechtskonformes Behördenhandeln als „idealtypischerweise“, ein Terminus also der Träumer und Realitätsflüchtlinge mit gleichzeitiger Haftungsfreistellung der Verantwortlichen.

Und wie stets, wenn der Anzeiger für Harlingerland einen Sachverhalt redaktionell bis zur Unkenntlichkeit aufgemischt hat, müssen andere wieder den Dreck wegmachen.

Hier also nochmals Fakt & Hintergrund

„Zu Feld“ (Hochmann) zieht nicht ein Ehepaar aus Dortmund, sondern zu Felde zog der Landkreis bewaffnet mit einer Karte, die den heutigen Campingplatz vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg am 21.05.2019  als unschuldige geschützte Salzwiesen deklarierte.

Außerdem: „Schon die Formulierung, dass der Kläger in dem Bebauungsplanverfahren gegen die Umgehungsstraße gegen den Campingplatz „zu Felde zieht“ unterstellt eine kriegerische Absicht, die der Sache absolut nicht gerecht wird und einer möglichen Einigung sogar erheblich schadet.“ (Wattenrat, Nachtrag 10.09.2020)

Zu diesen Salzwiesen führt die Verordnung des Landkreises Wittmund über die Benutzung des Deichvorlandes (…) vom 08.11.1984 im §2, Abs.1 aus: „Im Deichvorland ist es verboten, (…) Bauten oder sonstige Anlagen zu errichten und zu ändern, (…) Campingplätze anzulegen und zu unterhalten“. Der HAZ-Redakteur hatte dies ordentlich recherchiert; Landkreis und AfH benötigten 2 Wochen, um dazu Stellung zu nehmen.

Schutzgeldbereich

Für die Stadt Esens und ihren Bebauungsplan Nr.89 stellt sich somit die Frage, „ob ein außendeichs gelegener Campingplatz zur Größe von 100.000 qm mit mehreren hundert elektrifizierten Wohnmobilstellplätzen, mehreren Gebäuden und befestigten Wegen durch eine, nach dem Deichgesetz jederzeit rücknehmbare „Ausnahmegenehmigung“ gesichert werden kann, zumal er teilweise privatwirtschaftlich genutzt wird und dabei in den letzten Jahren Pachtgebühren von jährlich über 100.000,- Euro geflossen sind.“ (ebd.)

Die bezeichnete Ausnahmegenehmigung erfolgte offenkundig im kollegialen Zusammenspiel dreier Landkreisbehörden, nämlich Bauamt, Untere Deichbehörde, Untere Naturschutzbehörde. Der Preis für diese Ausnahmegenehmigung im Schutzgeldbereich beträgt jährlich ca. 100.000 € und wird von der Stadt Esens als Umsatzbeteiligung an der Pachtsache entrichtet.

Plausibility & Analogy

„Die neu aufgetretene Frage der Rechtmäßigkeit der touristischen Strandanlagen in Bensersiel ist nämlich lediglich eine logische Folge in dem Verfahren um den Bebauungsplan Nr.89. Nach der Rechtsprechung des EuGH (Urteil vom 14.1.2016 – C-399/14, Rn.61) und des BVerwG (Urteile vom 15.7.2016 – 9 C 3.16, Rn.55, und vom 15.5.2019 -7 C 27.17, Rn.19 und 45) sind in das Verfahren alle sog. „Vorbelastungen“ hinsichtlich der EU-Schutzgebiete einzubringen.“

„Da die Stadt Esens dies jedoch im Bebauungsplan Nr.89 – auch nach der Kritik des BUND – nur unzureichend dargelegt hat, müssen diese Fragen nunmehr im Rahmen des Gerichtsverfahrens geklärt werden. Dabei ist bisher herausgekommen, dass unionsrechtliche Vorgaben – ähnlich wie in den alten Bebauungsplänen zur Umgehungsstraße – möglicherweise nicht beachtet worden sind.“ (ebd.)

Die Erklärung des Bauamtsleiters, die relativ neue UVP-Rechtslage habe damals noch nicht berücksichtigt werden können, hat jedoch keinen Bestand, denn:

„Die sog. „Vorprüfung“ für den Campingplatz hätte bereits vor 40 Jahren mit dem Inkrafttreten der Vogelschutz-Richtlinie (1979) durchgeführt werden müssen, da dieser Bereich schon damals als „Besonderes Schutzgebiet“ ausgewiesen war. Da nach schriftlicher Mitteilung der Staatlichen Vogelschutzwarte seit 1983 dort aber keine Vogelbestandsdaten mehr erhoben worden sind, können entsprechende Umweltverträglichkeitsprüfungen nun gar nicht mehr sachgerecht nachgeholt werden.“ (ebd.)

Rechtsbruchsschutz

Da zudem der Landkreis selber einräumt, obligatorische FFH-Prüfungen versäumt zu haben, kann das fragliche Projekt auch keinen Bestandsschutz haben.
Im Parallelfall Umgehungsstraße Bensersiel rollte der Straßenverkehr von 2011 bis 2017; trotzdem musste sie nach dem Urteil des VG Oldenburg gesperrt werden.
Analog müsste auch mit dem Campingplatz verfahren werden, da die erforderlichen FFH-Prüfungen immer noch fehlen und Projekte, denen die FFH-Prüfung fehlt, obwohl diese erforderlich ist, nach der Rechtsprechung des EuGH zweifellos stillzulegen sind (z.B. Radwege-Urteil BVerwG vom 1.6.2017 – 9 C 2.16), was auch seinerzeit sogar der Rechtsberater der Stadt Esens, Prof. Gellermann, seiner Mandantschaft unmißverständlich in’s Poesiealbum zitiert hatte [klick].

Angesichts des über Jahre andauernden rechtsuntreuen Verhaltens der Beklagten [Stadt Esens] ist nicht auszuschließen, dass sie ihr rechtsuntreues Verhalten fortsetzen bzw. bei nächster Gelegenheit wieder aufnehmen wird.“ (VG Oldenburg, 22.11.2017, Az. 5 A 2233/16).


Daraus folgt zunächst für die 2021 anstehende Kommunalwahl ein erheblicher Bedarf an Politikern, die nicht zu dämlich, faul oder dünkelhaft sind, sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen ihres Handelns auseinanderzusetzen und diese zu akzeptieren.
Den erklärten Willen zur einvernehmlichen Lösung bzw. Beilegung des Rechtsstreits Umgehungsstraße zum Beispiel sollte man da zum Maßstab der Politikfähigkeit und Wählbarkeit der Kandidaten nehmen.

 

***

Schmitz geht – Burn-out – zuviel facebook !

 

Die Esenser Politik kommt als Ziel für Polemik abhanden,
weil sie sich „in einen Gegenstand der
allgemeinen anthropologischen Betrachtung“ (W. Pohrt)
verwandelt.

Foto: Händel / AfH, 09.07.2020 – Ausschnitt, bearbeitet

 

 

Schmitz geht – Burn-out – zuviel facebook

 

so ungefähr titelt der Anzeiger für Harlingerland in seiner heutigen Ausgabe und humpelt Seit‘ an Seit‘ mit den politischen Entscheidungsträgern abermals der harten Wirklichkeit hinterher.

Auf den Tag genau vor einem Jahr war an dieser Stelle zu lesen:
„Schmitz dürfte bei fortlaufenden Bezügen und großzügiger Abfindung vorzeitig freigestellt werden … Denn Michael Schmitz ist ein Zugvogel, ständig bereit, seine Umzugskartons zu packen“ und wechselt regelmäßig seinen Wirkungskreis, während Frau Schmitz ja ebenfalls „bereit ist für Neues“ und die „berufliche Neuorientierung sucht“. “

Und der exit-esens-Schriftführer erwägt bei so vielen Prognosetreffern der jüngsten Zeit doch mal Lotto zu spielen.

Die B’sieler Tourismuswirtschaft wird stillgelegt, aber weiter maschinenbeatmet, weil’s keine Patientenverfügung gibt.
„Nachruf folgt“ heißt es sonst in vergleichbarem Kontext, dessen Vollzug sich hier so erledigt: „Bürgermeisterin und Stadtdirektor wünschten ihm schon jetzt alles Gute für seinen weiteren Lebensweg“  und die noch restlichen Zugvogeltage, möchte man das Arbeitgeberzeugnis ergänzen.

Ein ‚gutes Ausreichend‘ verbirgt auch der weitere Wortlaut: „Die vergangenen Jahre waren von intensiven Bemühungen … gekennzeichnet“. Das kodiert man einem in die Beurteilung, der dabei halt schwach geblieben war, aber dennoch „gerne all meine Kraft dem Betrieb zur Verfügung gestellt“ hat!

„In seine bisherige Beschäftigungszeit fiel…“ schreibt Händels Klaus im falschen Singular weiter und läßt eine Aufreihung einzigartig banaler, quasi singulärer, Leuchtturm-Projekte folgen, nämlich „die Aufbauphase der Tourismus GmbH“, die in gänzlicher Beschränktheit und Haftungsfreistellung dort immer noch verweilt; „die Übernahme der Postagentur in Esens“ als eine Kernkompetenz der Tourismuswirtschaft wie Nagelstudio, Absatzbar oder Grabfloristik; „die Privatisierung des Therapiezentrums …“, die einherging mit dem Job für Christiane Anuschka Schmitz als dortige Personalchefin und großzügigen städtischen Schenkungen an den Übernehmer Wollmann und mit dem Wegfall des Therapieangebots und mit dem Jobverlust für jene Mitarbeiterinnnen, die nicht Wollmanns Knackigkeitskriterien entsprachen; „… der Tourist-Info“, die jüngst in einer City-Abseite versteckt wurde; „… des Shops in Bensersiel“, der nun wie zig andere Andenkenläden übliche Preziosen feilbietet.
Fehlt was? Vielleicht noch die Schließung des ehemaligen „Bären“-Restaurants mit dem Scherz-Titel „Bistro N°1 mit Weitblick“ und der angegliederten Strandgastronomie; deren Ersatz durch 1 Würstchenstand und 2 Kirmesbuden; die erfolglose Beschrankung eines Parkplatzes; die Beherbergung der Tourist-Info im Anzeigergebäude; ein Pächter- und Stellenanzeigen-Tsunami; eine offene Thermensanierung sowie -schließung bei Outsourcingexzessen; peinlichste Bilanzansprachen, schmächtige GuV-Aufstellungen und -Erfolgsprosa mit Pippis Power-Point-Präsenty; Großmäuligkeit im Streikgeschehen …
Ja, Herrgottnochmal, was noch „in seine Beschäftigungszeit fiel“:
die Universalentschuldigung Corona, der Brand von Notre-Dame, die Preisreduzierung für Hühneraugenpflaster bei Deppermann, die Mehrwertsteuersenkung,  und vor allem die beständige Prosperität der Tourismuswirtschaft von Neuharlingersiel und Carolinensiel!

Zweifellos also hat Herr Schmitz als einzigartig zuverlässige Wunschfigur der Esenser Politik den Fremdenverkehr vorangebracht. Und Herr Taddigs. Und Herr Braatz. Und Herr von Bloh. Und und.
„Damit begibt sich die Stadt nun erneut auf die Suche nach“ einem weiteren signifikanten Antlitz der Esenser Tourismuswirtschaft, und zwar bundesweit.
Ein ferner Interessent dürfte bei seiner google-Recherche womöglich auf exit-esens stoßen und besondere Kenntnis über’s angepeilte Berufsumfeld erwerben. Somit wäre fraglich, ob sich da jemand hineinbewirbt, der mehr mitbringt als ein ‚gutes Ausreichend‘. Und weil im allgemeinen Waffelbruch niemand eingestellt wird, der über mehr Kompetenz als der Einstellende verfügt, ist zu erwarten, daß „man sich auch in den eigenen Reihen der Tourismus GmbH umschauen“ und fündig werde.

Da der Beschluß (einseitig?) der Gesellschafterversammlung  vermutlich nicht um die Gehaltszahlung bis Vertragsende herumkommt und Christiane Anuschka Schmitz laut Auskunft von Wollmanns „Watt & Meer GmbH“ zwar auf Kurzarbeit aber sicher vorab hoch genug eingestuft ist, und sie zudem ja noch ihre achso „verschmitzten“ (Schmitz über Schmitz) Ferienwohnungen unablässig schamlos  in einer beknackten B’sieler fb-Gruppe anpreist, dürften dem Esenser Gemeinwesen diese touristischen Leistungsträger bei auskömmlichem Salär bis zum letzten Zugvogeltag erhalten bleiben.

 

Piep!

Ostfriesenherz am rechten Fleck

 

Ostfriesenherz am rechten Fleck

 

 

Wenn Esenser Genossen für ihre Lieblingskneipe den rechten Rahmen neu definieren, dann liest sich das so:
Nach einem Treffen zwischen dem Musiker und der Stadt gibt es jetzt eine Lösung mit der wohl alle leben können. Es wäre schade, wenn eine so wertvolle Bereicherung jäh unterbunden worden wäre.“
(erklärt Fokko Saathoff via facebook)

 

Was war passsiert? Anwohner der Herdestraße beschwerten sich über Straßenmusikbelästigung – und die berüchtigte Esenser fb-Gruppe empöhörte sich auf’s Vorzüglichste über deren Kulturlosigkeit.

Da wurden die Endlosschleifen klampfender Ostfriesenherzchen zur  „handgemachten Straßenmusik“, gar zur  „guten, handgemachten Straßenmusik“  und ihre Reklamebarden zur  „Bereicherung“  sowie  „wunderschön, froh und glücklich“   -machend,  „unverzichtbar“  sowieso, und Esens ward ob der werbenden Kaffeehausmusikanten:  „lebendige Stadt“ !
Und der Bescheid an die Beschwerdeführer,  „die spießigen Hinterwäldler“,  erging per facebook-shitstorm.

Aber damit eben nicht  in esens alles was mit Kunst und Kultur zutun hat im Keim erstickt wird, ermöglichte die Verwaltung für den Genossennachwuchs und das, was die sozialdemokratischen Stammgäste als ihre besondere Kunst und Kultur ins Ostfriesenherz geschlossen haben, eine  Zulassung ohne Schalldämpfer als spezielle lokale Coronaförderung.

Nun muß der Bürger überlegen, wie er an den Straßensperren des abgeholfenen Beschwerdegegenstands vorbeikömmt und die ihm auferlegte  „Toleranz“  gegenüber der Sozis Lieblingsmukke übt.
Das gelingt aber, weil Esens ja auch eine gute Seite hat: auf die man wechseln kann, wenn einen im Begegnungsverkehr Soundchecker, Kommunalpop und follower belästigen.

Noch ein weiterer berüchtigter fb-Volksmund wußte zu berichten,  daß in die Fußgängerzone von Norden jetzt sogar Duo Leuchtfeuer   kommt. Viel hilft viel!

Und wär’s dann nicht ein ermutigendes Zeichen auch für Esenser Prosperität und Aufblüte, wenn jedes Ladenlokal seinen Bänkelsänger rausstellte?
Gerade in Esens hat sicher jeder Betreiber jemanden im Verwandtenkreis, der ein Instrument spielt, auf daß mit einem Esenser Klangteppich gar die Bremer Stadtmusikanten erblassen und die Touristen sich die Ohren reiben sollen.

 

Kuckuck, Kuckuck,  i-a !

 

Coronavirus? Nicht bei uns! > UPDATE 17. März !

 

Jenseits von Esens ?

 

Coronavirus?
Nicht bei uns!

 

 

 

Hinter China, Südkorea und Italien hatte sich in Iran der viertgrößte Ausbreitungsherd für die vom neuen Coronavirus ausgelöste Covid-19-Erkrankung gebildet.
An der türkisch-griechischen Grenze werden 13.000 Flüchtlinge aus Iran (!), Irak, Libanon, Syrien, Afghanistan, Pakistan, Marokko nach Erdogans Grenzöffnung von EU-finanzierten griechischen Ordnungskräften auseinandergeprügelt.

Auch insofern sei „Deutschland gut vorbereitet“ (Jens Spahn) für das Coronavirus, zumal Von der Leyen mit weiterer EU-Schickeria zur Unterstützung der Ordnungskräfte unterwegs nach Griechenland ist, wobei mit deren Aufrüstung sicher keine Laborausstattung gemeint sein dürfte.

Nicht bei uns !

Das plappern unterdessen auch dieselben hiesigen Zeitgenossen, die bisher bereits über jenes Gesundheitssystem klagten, das einen zeitnahen Arzttermin überhaupt vereitelt, dazu Telekom-ähnliche Warteschleifen voraussetzt, seine Bürger irgendwann im Intensiv-Inkubator Wartezimmer einer Haus- oder Facharztpraxis zusammendrängt, die am Wochenende vor der Notfallpraxis Wittmund in der Schlange auf dem Rasen sitzen oder im dortigen Krankenhaus ihre kranken Angehörigen auf den Flur gebettet vorfinden.
Wie mochte die Freude in der Rezeption der Hausarztpraxis überborden beim Hinweis des hiesigen Lokalblattes an seine etwa kranken Leser, bei Symptomen jedenfalls vor dem Arztbesuch erst da anzurufen.


Nicht bei uns ?

„Wittmunds Krankenhaus ist auf den Ernstfall vorbereitet“
verarscht der Anzeiger weiterhin seine Klientel und aktualisiert zur umfassenden Volksaufklärung seine Emojis.

 

 

Auch die Krankenhaus-Clowns des Pflegebutler haben sich als hippe Pflegekräfte verkleidet, tragen Schutzmasken als Dekospielzeug, die allerorten längst ausverkauft sind und halten die Daumen hoch in die Harlinger Reklamelinse.

 

Nicht bei uns ?

Größere Veranstaltungen sollten abgesagt bzw. auf die Teilnahme sollte verzichtet werden, empfehlen dringend die Obrigkeiten auswärtiger Kulturkreise, wohingegen hiesige Saisonhirten bereits sehnlichst Ausschau nach touristischen Infektionsherden halten, aus Nah und Fern, aus Jung und Alt, und die ganze Familie…
Die Münchener Handwerksmesse z.B. ist gestrichen, was einen Gedanken zu beflügeln vermag, auch alle übrigen Messen abzusagen, vor allem jene mit dem allen herumgereichten Kelch – möglicherweise aber genügt hier schon eine geringfügige liturgische Änderung der Präfation bzw. der Intensität des Agnus Dei.

Dabei ist die Absage bzw. behördliche Teilnahmeverzichtsempfehlung zu Mengenverstaltungen keineswegs ausschließlich der Sorge um die Volksgesundheit geschuldet.
So findet derzeit eine europaweite Zusammenkunft – „Wer zählt die Völker, nennt die Namen, die gastlich hier zusammenkamen…“ – der unterschiedlichsten potentiellen Infektionsträger in einer Qualität statt, daß man von einer biologischen Geheimwaffe zu sprechen geneigt ist: Obwohl biologische Kampfstoffe seit 1972 durch die Biowaffenkonvention verboten sind, üben aktuell 37.000 Nato-Waffenträger mit Infektionsbotschafter-Potential im Rahmen von Defender 2020 den Rußlandfeldzug auf deutschem Territorium als Aufmarschgebiet ein.
Dazu sind ihnen die gesamte nationale Infrastruktur und Potentiale deutscher Administration zur Unterstützung und Begleitung verfügbar – kaum ein Landrat, der sie nicht durch seinen Beritt hätscheln muß – und man darf gespannt sein, ob denn beteiligte Landrats- und weitere Ämter nicht nur über Auf- und Durchmarschpläne, sondern in vergleichbarem Ausmaß auch über aktualisierte Notfallpläne für die eigene Bevölkerung verfügen.

Gerade diese Veranstaltung büßt im allgemeinen Rauschen aktuell, ja auch und gerade unterm Aspekt ihres nachhaltigen Klimawandel-Beitrags, höchst unverdient an Beachtung ein! Säumt Schülerschaft die Bewegungslinien, die Aufmarsch- und Rückzugsräume?

Was mögen diese 37.000 an infektiösem Kulturgut an diese EU-Außengrenze tragen? Und was auf ihrem Weg verlieren und unters Volk bringen? Und was mögen sie bei Übungsende davon mit nach Hause nehmen?

Update 12.03.: „Eingefrorene“ Übung !  > klick und klick

„Und während die Generäle bereits in Quarantäne sind, warten zehntausende Soldaten darauf, sich bei der größten militärischen Massenveranstaltung des Jahres zu infizieren und das Virus weiterzuverbreiten. Das ist unverantwortlich.“
(Jens Berger, Nachdenkseiten)

Nicht bei uns ?

Regionaler Abspann
Wäre dem hiesigen Landrat und seinen nachgeordneten Entscheidungsträgern zuzumuten, sich aus anderen journalistischen Quellen als dem Harlinger Unterhaltungsmaterial zu informieren, so könnten sie aus großem Fundus die Kenntnis schöpfen, daß wegen des Infektionsrisikos z.B. Tagespflegeeinrichtungen geschlossen werden. Daß hier solches unterbleibt, weil sich Posierende dem Anzeiger gegenüber für gewappnet erklären, fremde Erkenntnisse zerstreut und Verstandesregeln ausgeblendet werden, hat gewiß seinen regionalen Hintergrund.
Denn wer hier die Schließung der ersten Tagespflege verfügt, müßte sich folgerichtig der Frage ausgesetzt fürchten, warum aber VW weiter in Betrieb bleibe!
Oder umgekehrt gefragt: Bleiben alle Infektionsherde weiter in Betrieb, weil auch und gerade VW nicht stillgelegt werden soll? Und Enercon? Und Rehau?

Da aber lehrt der Blick auf die politische Interessenslage wohl, daß der zeit- und vorzugsweise Anstieg der Mortalitätsrate bei Alten und Kranken eben kalkulierte Begleiterscheinung der  Auslese im ungleichen Konkurrenzverhältnis von Wirtschafts- und Sozialsystem sei – bei einer so ’schicksalhaft‘ grassierenden Epidemie.

 

Punkt

Weiteres:
1.   „Schon für das normale Tagesgeschäft sind die Kliniken nicht gewappnet“
2.   „Den ‚Großen‘ hilft man, die ‚Kleinen‘ überläßt man ihrem Schicksal“

 

 

Gedenkwirtschaft

        

Die Asche der Opfer
wird zu einem Diamanten gepreßt und ausgestellt;
die Täter werden mit einem Schweigegelübde sanktioniert.

 

 

Es mag den Cyrus Overbeck nun mancher als Belästigung empfinden, aber seine reizbasierten Hervorrufungen bei Obrigkeit, Untertanen und Bürgertum liefern immer wieder noch Grundierung für Erkenntnis und Volksaufklärung.
So war in der Niederschrift der Esenser Ratssitzung vom 17.06.2019 unter Bezug auf dessen Anregungen die Rede von einem „ökonomischen Arbeitskreis Christen und Juden“.
Der Freud’sche Versprecher (er wurde nach Hinweis im Folgeprotokoll korrigiert) trifft auf die Annahme, es gebe in Esens eine Gedenkökonomie, also eine wie auch immer geartete Gedenkwirtschaft, deren Aktiva, Passiva, Akteure, Affekte und Ziele einer sorgfältigen Betrachtung lohnen.

Die allseits reklamierte „Gedenk- bzw. Erinnerungskultur“ darf hier als zentraler Kampfbegriff gelten, dessen zerstörerische Wirkung sich exemplarisch an des Künstlers unzulässigem Eingriff in eben diesen Esenser Gedenkwirtschaftkreislauf ermessen läßt. Betrachten wir also des Kreislaufs Richtung, seine Zeugnisse, Symbole, Events und Aktivisten.

Wer weiß, daß das deutsche Wirtschaftswunder sich keineswegs dem Wirken eines famosen Ludwig Erhard verdankt, sondern mit der Arisierung auf dem Raub jüdischen Vermögens (Hertie, Quandt, Flick u.a.) und dauerhafter Verweigerung von Reparationen und Wiedergutmachung gründet, muß fragen, wie die Aneignung jüdischen Vermögens durch Esenser Bürger und Nachbarn erfolgte. Wie überkam der Besitzerwechsel dieses immense Ausmaß an privaten Wertgegenständen? Welche Esenser waren plötzlich wohlhabend? Zu wessen Gunsten erfolgten die zahlreichen Grundbuchänderungen zu ehemals jüdischen Immobilien? Welche Prosperität vermochte das geraubte Judenvermögen dem Esenser Bürgertum zu bescheren?


Die Juden in Esens, Gerd Rokahr, 1994

Mit Gerd Rokahrs Buch „Die Juden in Esens“ liegt seit 25 Jahren ein umfassendes Kompendium über die regionale und schließlich lokale Siedlungs-, Kultur- und Religionsgeschichte der jüdischen Glaubengemeinschaft vor; auch und gerade die detailreiche Darlegung der Opferbiographien als bloßen Bodycount zu klassifizieren, würde dem Werk sicher nicht gerecht. Der Chronist bleibt ausschließlich seinem Untersuchungsgegenstand mit annähernd anthropologischem Erkenntnisinteresse leidenschaftlich und strikt verbunden, jedoch die Antworten zu o.b. Fragen schuldig. In nur zwei signifikant kargen Abschnitten, 7.3.2 und 7.5.3, bleiben auch Räuber und Gewinnler fatal mystisch und anonym, verschont vom etwaigen Chronisteninteresse zum Wissen voneinander, wer den Nachbarn denunziert hat, um dessen schöne Kommode willen, oder dessen Haus, oder Konkurrenzbetrieb …

Nachgefragt in einer Esenser Buchhandlung, sei das Werk seit längerem vergriffen und nicht mehr erhältlich. Zwar läge noch ein Kontingent bei der Stadt Esens; die aber – sehr zum Verdruß der Händlerin und interessierter Nachfrager – rücke nichts raus, weil sie das ausdrücklich „zu Repräsentationszwecken“ benötige. Gedenkkultur als Pose!
Offenbar ein nützliches Buch von enormem Gebrauchswert. Es werden gerade die aktuellen Esenser Fremdenfeinde, Haßprediger, SPD-Rechten und Wegseher dadurch zu Saubermännern, gar Judenfreunden, Antifaschisten, Widerständlern, Gedenkmeistern, daß Gerd Rokahr ein Buch geschrieben hat, zu dem sie sich in Bezug setzen und mit dessen bloßer Erwähnung sie sich zu Ehrenmännern aufpumpen können.

Auch der weitere Lokalchronist, der sonst über den Besitzerwechsel einer jeglichen Kneipentürklinke zu erzählen weiß, meidet offenbar die Grundbücher, Listen der Besitzzuweisungen, Konzessionsvergaben, die Beutelisten der Vermögensgegenstände, Amts- und Schützenlisten etc. Auch dieser Blick wird in Esens verstellt durch die unzähligen Blechtafeln, derer sich kaum eine Hauswand erwehren kann, die eine Historie bekitschen, die die Taten erinnert, die Opfer abbildet und die Täter nicht kennen und wissen will.


Das Jüdische Museum „August-Gottschalk-Haus“

Eigentümer und Bewohner des Hauses werden beraubt, vertrieben und ermordet; das Haus wird von den Tätern umgenutzt. In weiterer Nutzungsänderung wird es von den Täternachfahren zur „Gedenkstätte“ deklariert, jüdisches Leben wird dort vor-, aus- und nachgestellt; überlebende Opfer und Nachfahren werden dorthin geladen zur Begegnung mit den Neubesitzern, zur gemeinsamen Aufarbeitung, zur Beglaubigung der Wiedergutwerdung der Vor- und Nachfahren.

Auch hier verstellen Vitrinen, Relikte, Symbole und Spielzeuge der Museumspädagogik den Blick auf konkrete Täter, Nachbarn, Beute und den lokalen Kontext, anstatt diese kenntlich zu machen. Zur Reichstagswahl am 05.03.1933 standen 60,5 % der Esenser auf Seiten der NSDAP.
„Dass die Nazis ‚keine von uns‘ waren, dass sie eigentlich niemandem so fremd wie ‚uns‘ waren, ist das gängigste Klischee der Schuldabwehr“ (Thomas Ebermann, Linke Heimatliebe).
Aufmachung, Inhalt und Botschaft dieses Jüdischen Museums bedürfen jedoch noch einer gesonderten Betrachtung.
Auch diese Gedenkkultur kommt als Pose daher, die ihren Träger über jeglichen Verdacht erhaben macht. „Willst Du Dir auch die Führung antun?“ begrüßte der Grüne Ratsherr W. lautstark seinen Bekannten im Eingang der „Gedenkstätte“, als diese am 27.01.2020 anläßlich des Jahrestags der Befreiung des KZ Auschwitz ausnahmsweise geöffnet hatte.

Unter anderen stand der AfH-Frank-Brüling dabei, der dazu mit seiner Ankes Stichworten den Aufsatz im Harlinger lieferte und dessen Heimatdrüse da auch sonst ihre Botenstoffe gegen „den Duisburger“, „den Dortmunder“ etc. ausschüttet, wohl wissend, daß als antifaschistischer Ehrenmann hinten rauskommt, wer vorne ins Jüdische Museum noch als Esenser Rechtstrend-Leugner reingegangen ist. Auch insofern dient das dortige rituelle Reinigungsbad einem paradoxen Zweck all den Banausen, die sich unablässig sowohl zu Gerd Rokahrs Werk als auch zu Existenz und Betrieb „unserer Jüdischen Gedenkstätte“ in aufarbeitenden Bezug setzen.


Antifa-, Heimat- und sonstige Pose

Der Fremdenhaß als kleine Schwester des Rassismus verbirgt sich hinter deren Heimatliebe; als Museums-, Chronik- und Erzählaktivisten beanspruchen sie Definitionsmacht und Lufthoheit über Integration, Desintegration und Vertreibungsbedarf, weshalb Heimatverbundenheit „nicht als Liebeserklärung an die Landsleute gemeint, sondern als Kriegserklärung an jene zu lesen ist, die man nicht als zur Heimat gehörig identifiziert“, (Wolfgang Pohrt).

Die Berufung bzw. Vereinnahmung des Ökumenischen Arbeitskreises Juden und Christen in ihren Zeugenstand erhebt sie über jeglichen Verdacht des Verschweigens von lebendigem Nationalsozialismus und der Blindheit gegen die lokale Notwendigkeit dieses Diskurses.
Die Verleihung des Silbernen Bären war die Waffe gegen den Störer eines Idylls, dessen stete Anschlußfähigkeit für Täter und Opfer gleichermaßen um jeden Preis erhalten werden soll.

Ihre Trivial-Antifa ist einer von zu vielen Stickern, mit denen die Zeitgenossen sich als Saubermänner aus- und kennzeichnen.
Pohrt schrieb einst: „Antisemiten und Rassisten werden bekämpft, weil man sie benötigt. Sie werden gebraucht, weil sie sowas wie der Dreck sind, an welchem der Saubermann zeigen kann, dass er einer ist. Sie werden gebraucht, damit Schröder die von ihm geführten Raubzüge der Elite als ‚Aufstand der Anständigen‘ zelebrieren kann. Sie werden gebraucht, weil die Ächtung von Antisemitismus und Rassismus das moralische Korsett einer Clique sind, die sich sonst alles erlauben will, jede Abgreiferei“ und deren Esenser Episoden vielfache bundesweite Bekanntheit erlangt haben, möchte man hinzufügen.

„Erst werden die Juden bürokratisch vernichtet, jetzt werden sie gefühlig veredelt“, attestierte Eike Geisel schon vor einem Vierteljahrhundert zum aufkommenden Shoahbusiness. Zur emotionalen Gestaltung der neuen Gedenkausstellung im Jüdischen Museum sang dann auch ein Helmut Bengen (jüdisches Liedgut?), der ebenso die Stimmungskanone beim Richthofener Geschwaderball macht, jenen Profis also, die an deutscher Bewirtschaftung von aktuell 13 Kriegsschauplätzen in der Welt mitwirken; bleibt zu hoffen, es gehe ihnen mit der Übersichtlichkeit der Kriegsschauplätze allmählich die Übersichtlichkeit des eigenen Kampfmotivs verloren“ (Oskar Negt).

Eine stets hippe Auswahl an weiteren Stickern bietet das Meinungs- und Bekenntnisdesign des Esenser facebook-Visagismus, nämlich Popkultur:  Together against Antisemitism, Open the ports, Free Captain Rackete, Europe United, 500 Jahre Reformation, wirsindmehr, Zusammen gegen Antisemitismus, Kein Millimeter nach Rechts, Je suis Charlie, Nie wieder Faschismus … labeln sich ausgerechnet die verschlagensten Provinzfluencer, Heimathetzer und Betroffenheitsempörer (vor denen man sein Mobiliar zurücklassen und zunächst seine Angehörigen in Sicherheit bringen sollte), während sie fortwährend augenzwinkernd die mannigfachen Rechtsbrüche ihrer Esenser Genossen und Spießgesellen begleiten.


Silberner Heimathirsch

Und immer wieder mal verwandelt ein Prophet Wein zu Wasser und labt seine Gemeinde aus dem Mittelstrahl und melden sich der Erinnerungskultur lauteste Blechbläser zu Wort.
Also posaunt der HErr Pfr. i.R. Anneus Buisman, der auch sonst unermüdlich um Gehör kämpfen muß – mal als AfH-Beitrag, mal als Artikel oder als Ankündigung, als redaktioneller Bericht, als Wort zum Sonntag, mal als Blinddarmentzündungsreport zur Weihnacht oder als Anekdötchen mit Alexa – nun per Leserbrief zur „Gedenkkultur“, die „in Esens gelebt wird“ sowie zu Overbecks Unverschämtheit, andernorts mit Auswärtigen darüber nachzudenken. Zudem habe O. ganzjährig die „fantasievollen Veranstaltungen“ wie „die Feste der Juden“ daselbst geschwänzt und keinen öffentlichen Kenntnisnachweis zu Gerd Rokahrs Referenzfibel geliefert, „ganz zu schweigen von den Heften, in denen Zeitzeugen nach ihren Erinnerungen an die jüdischen Mitbürger damals befragt worden sind“ – gemeint sind hier die drei schmalen Heftchen und er selbst als deren Herausgeber, wofür er auch vom Arglosesten noch Aufmerksamkeit einfordert und sein diesbezügliches Defizitsyndrom somit gegen die geballte Verwerflichkeit dieses fremden Gedenkwirtschaftsflüchtlings O. kehrt.

Buismans Bemühen, alle oben bezeichneten Klischees des militanten Heimatschützers zu bedienen, wo’s zum Militärpfarrer nicht gereicht hat, blieb nicht ungehört.
Eine Esenser Bürgerin, deren leserbriefliche Replik gerahmt zur Silberbärverleihung hätte gereicht werden müssen, verschaffte dem Anneus mit dem String „Deichen im Kopf und Ignoranz im Herzen“ dankenswerterweise ein weiteres Comingout: „Mein Vater wurde von den Nazis drangsaliert und verlor einen Teil seiner Ämter. Mein Paten- und Namensonkel kam aus politischen Gründen ins KZ und überlebte knapp. Das, obwohl er körperbehindert war. Ein weiterer Onkel kam aus politischen Gründen ins Zuchthaus und verstarb noch im Kriege an den Folgen… sprechen eine deutliche Sprache.“
Und tatsächlich, wer genau hinhört, vernimmt diesen Dreiklang von Verdienst, Vorwurf und Einverständnis in der Selbstdekoration: „Mein Vater, mein Onkel“ bedeuten nichts anderes als „metoo!“; die Verfolgung als Nichtjude wiegt in ihrer Unverdientheit besonders schwer und impliziert andererseits das Bestehen einer spezifischen, z.B. „unpolitischen“ Verdientheit, die anderen angedieh und an der Stelle wohl nicht in Abrede gestellt werden soll.

Im Kern und Kontext ist diese betroffenheitsgeadelte, täterfreie Erinnerungskultur bloß wieder die bekannte Pose gegen das Fremde, als erhabenes Empörungsselfie in Anschlag gebracht. Ihre Ent-rüstung liest sich eben nicht als Konversion, sondern – Idiotie ihrer Sprachwüste – als deren Gegenteil, nämlich Aufrüstung mit Zielansprache.

„Sie scheinen im fernen Düsseldorf zu Hause zu sein“ ist eine Liebenswürdigkeit von erlesener Niedertracht, ihr Subtext kommt als Aufruf zur Ausgrenzung in bester lutherischer Diktion daher und zwanghaft wiederholt zur Anwendung, zuletzt beim „Duisburger“ und selbstverständlich beim „Dortmunder“, denen die Moral- und Landesgrenzen aufzuzeigen der verdiente Träger des Silbernen Heimathirschs sich immer wieder gern berufen sieht – und was da mehr noch aus dem Stürmerkasten zwinkert.

Ausgespart bleibt, ob Opferfamilie Buisman auch Juden versteckt habe, wie später gar manche von sich behaupteten, mitunter so gut, daß diese nicht mehr gefunden werden konnten und heute in Gesamtheit auf ein Areal von 20 qm hinterm Bahnhof passen.


Noch ’ne Gedenk-Pose – ein Selfie
Bildbetrachtung 1

„Am Freitag war ich zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung im jüdischen Museum und Gedenkstätte „August-Gottschalk-Haus“ eingeladen“ preist sich – Selektion honoris causa – Ole Willms, der junge Held der Brauchbarkeit ein und stellt sein Beweisfoto daneben.
Rätselhaft bis besorgniserregend ist die Beschaffenheit der Selbstwahrnehmung eines Menschen, der ein Selfie beim Gedenken von sich fertigt bzw. fertigen läßt und in’s Netz drückt. Wie geht das praktisch? „Hey, komm wir geh’n in die neue Ausstellung zum Esenser Judentum, und wenn ich in’s Gedenken sinke, knipst Du mich!“o.s.ä.

 

 

 

 


Noch’n Selfie – Schluß-Pose
Bildbetrachtung 2

 

Seinen Skizzenblock bringt er in Anschlag wie Heutige ihre Gedenkkultur.
„Hacken runter!“ möchte man rufen – wüßte man nicht ohnehin, daß es sich um ein – ebenfalls – gestelltes Kompositum des Wilhelm Petersen, des alten Helden der Brauchbarkeit, handelt – ebenfalls zum Selbstzwecke seiner Glorifizierung.
Zu diesem Selfie lautet der Gedenk-Text:

„Der Kamerad Petersen hat in meiner Gegenwart den ganzen schweren Angriff in vorderster Linie mitgemacht und kein noch so heftiges feindliches Feuer konnte ihn hindern, seine Aufgabe zu erfüllen. Mit vorbildlicher Tapferkeit und Rücksichtlosigkeit gegen sich selbst hat er jeden Augenblick des harten Ringens in Zeichnungen festgehalten und war bei Erfüllung dieser Pflicht oft genug nicht einmal in der Lage, die sich bietenden Deckungen in der Weise auszunutzen, wie der Kämpfer mit der Waffe.
Was ich von Petersen an Mut, Kaltblütigkeit und Einsatzbereitschaft gesehen habe, veranlaßt mich, den Antrag auf Verleihung des Eisernen Kreuzes aufs Wärmste zu unterstützen…“
O.U. den 11. Juni 1940
gez. Dörfller-Schuband
SS-Obersturmbannführer und Bataillonskommandeur

 

Punkt

 

Nachtrag:
… Täter benennen!

 

Austherapiert !

 


Austherapiert !

 

 

Wer im Mai dieses Jahres beim Bensersieler Therapiezentrum mit einer ärztlichen Verordnung und der Erwartung einer sachgerechten Beratung und Behandlung vorstellig wurde, erhielt stattdessen ein Schmuddelblatt mit der Maßgabe, seine Auswahl zu treffen.
Mittlerweile ist das ehedem jedermann zugängliche Therapieangebot fortschreitend abgemagert, wie ein Leserbrief vom 13.12.2019 Auskunft gibt.

Und sogleich hat der Investor passend dazu einen Werbetext  komponiert, ein lyrisches Stückchen, entstanden in dem bekannten zwielichtigen Milieu, wo niemand auch nur das geringste Interesse an Transparenz, Wahrheitsgehalt und Rechtstreue hat, nicht Vertragspartner, nicht Kommunalaufsicht, nicht Aufsichtsgremien, nicht Leserbrief-Redaktion.

Den Rückbau des Therapiebetriebs abzusehen, bedurfte schon früh keiner prognostischen Anstrengung mehr.
Wir erinnern uns: Im Oktober 2017 befand der städtische Verwaltungsausschuß über einen Vertragsentwurf des Kurdirektors Michael Schmitz, der das Therapiezentrum dem Herrn Wollmann übereignete, eine lediglich umsatzbezogene Pacht fälligstellte – d.h. bestenfalls fällt keine Pacht an, wenn die Einrichtung geschlossen ist – sowie dem Pächter zusätzlich als Winterkompensation 440.000 € auf 5 Jahre aus städtischen bzw. Tourismus-GmbH-Mitteln garantierte.
Dazu gründete der Begünstigte im November die diesbezügliche Watt & Meer Bensersiel GmbH, wo des Kurdirektors Gattin Christiane Anuschka Schmitz leitende Zuständige für Personal- und Praxismanagement wurde. Und die städtische Schenkung wurde zum Januar 2018 wirksam.

Einer geht noch …

Diese komfortable mehrlagige Polsterung ermöglichte alsdann eine tiefgreifende Umstrukturierung mit Bausubstanz- und Nutzungsänderung. Was im Januar 2018 zwar noch als Sanatorium verheißen war, sollte sich im weiteren Bauverlauf allerdings als angepeilte sieben Ferienappartements herausstellen.
Dazu erübrigte die Stadt mit nachgebesserter Schenkungsurkunde vom 22.12.2018 für die Familienaufstellung Wollmann/Schmitz nochmals einen „Baukostenzuschuss“ in Höhe von 200.000 €, so stellt am 28.08.2019 die Kommuna-Treuhand GmbH im Prüfbericht des städtischen Jahresabschlusses zum 31.12.2018 fest, was in Rat und Ausschüssen jeweils einstimmig goutiert wurde.
Aus einer Wurzel zart – wer hätte das gedacht – bekam dann zum 04.02.2019 die Watt & Meer Bensersiel GmbH (HRB 203815)  überraschend ein Schwesterchen dazu, dem ein Pate wohl ein 200.000 €-Geschenk in die Wiege legte:   die Watt & Meer Apartments GmbH (HRB 204856) !

… einer geht noch rein!

Wenngleich im AfH-Bericht vom 25.11.2019 zur Neueröffnung mit Vernissage von nur noch vier hochpreisigen Gästeappartements die Rede ist, so weist da der bislang ohnehin märchenhaft begünstigte Herr Wollmann im Beisein von Stadtdirektor Hinrichs, Schmitzens Michel und weiteren Ratsmitgliedern keck darauf hin, daß er nochmals in den Genuß einer weiteren städtischen Zuwendung über 75.000 € zum Zwecke der Deckung anfallender Brandschutzaufwendungen gelangt sei.

Mastbetrieb Tourismuswirtschaft

Besorgniserregend am Umbau der städtischen Tourismuswirtschaft zum Mastbetrieb für Investoren und Direktorensippschaft ist aber insbesondere, daß der Bensersieler Beherbergungsmarkt keineswegs unter Mangel an Unterkünften leidet.
Demzufolge besteht zweifellos an einer kommunalen Direktfinanzierung von privatem FeWo-Bau auch keinerlei öffentliches Interesse – etwa nach Bundesbaugesetz oder Niedersächsischer Kommunalverfassung.

Und die städtische Rundfrage unter Hoteliers, Privatvermietern, Physio- und Therapieeinrichtungen, Fitness-Studios etc., wo noch 440.000 € plus 200.000 € plus 75.000 € plus umsatzbezogene Pacht auszuschütten wären?
Sollte sie kein Gehör gefunden haben?
Und sofern diese Rundfrage gar nicht erfolgt wäre – potztausend – warum denn nicht, berühmtes Bensersiel?

Demzufolge ist auch mit Spannung die alsbaldige Bekanntgabe der weiteren involvierten Outsourcing- und Rückbau-Begünstigten zu erwarten, die mit ebenso interessant gestalteten Pacht- bzw. Schenkungsverträgen die Bensersieler Tourismuswirtschaft aus dem öffentlichen Jammertal in ihre Privat-Oase holen werden: Tourist-Info, Strandportal-shop, Buchungsservice, Captain’s, Zum Bären etc. und was da mehr die B’sieler Spatzen bereits angepfiffen haben.
Verkündung müßte zwischen Weihnachten und Neujahr erfolgen, wenn alles b’sinnlich schläft und niemand einsam wacht.

Harte Fragen

Am 28. Januar 2018 war dazu im worldwideweb ein entzückender Text zu lesen:vermeldete ein gewisser Volker Wieting.
Die mutige Frage kann sich, inzwischen Ratsmitglied, der Herr Wieting nun selbst beantworten: Er selber – nämlich spätestens seit dem 18.03.2019, im Rat und in den Ausschüssen!

Involvierte Ratsnovizen

Es ist der gewaltige Tigersprung des Bettvorlegers, der nun als peinlicher BZE-Staubfänger das Esenser Pleureusenkabinett bereichert und dort mit dem Ex-Gruppenkollegen Ole Willms nach wie vor und weiterhin der Mehrheit zur Einstimmigkeit verhilft.
Weil das Wissen um die Wahrheit hier aber mit keinerlei Erkenntnisbildung einhergeht, ist für ein Ratsmandat nicht mehr erforderlich  als die so einfältige wie berechnende Erwartung, für’s Stillhalten dereinst beim nächsten Verteilungsdeal zu partizipieren.
Dies dürfte bereits die für Rm Wieting kostenlose, weil von der Stadt entwickelte, Änderung des Bebauungsplans Nr. 28 für sein Hintergrundstück sein, an deren Beschluß er gar selber mitgewirkt hat.
Währenddessen bescheidet sich Rm O.Willms mit der Gewißheit, seine nachhaltige Schleimspur zur SPD verschärfe für die Esenser Bürger die Streupflicht und ermögliche der Bensersieler Tourismuswirtschaft endlich die langersehnte Sommerrodelbahn.

Fußnote der Stadtgeschichte

Einmal waren die beiden Ratsnovizen, vier Wochen vor ihrer Trennung, auf Bildungsausflug, und nach deren Thermeninspektion  mußte sich das TEB-Personal dann ihre geballte Tarifkompetenz um die Ohren hauen und schon von gar manchem Schnösel, nun von Hotelbetreiber und Dauerstudent, noch zu weiterem Lohn- und Interessensverzicht ermahnen lassen – bevor die Therme dann auf halbe Kraft runtergefahren und aus modernem Ganzjahrestourismus rausgenommen wurde – verraten und vergessen, von Ver.di genauso schnell wie von Esenser Sozialdemokraten, dem fürsorgepflichtigen Arbeitgeber, seinen Aufsichts- und sonstigen Leistungsträgerklüngeln.

 

Punkt

… aus einer Wurzel zart

Es gibt Prognosen, die den Prognostiker erfreuen,
wenn sie nicht eintreffen –
und es gibt Prognosen, die bei ihrem Eintreffen
schallendes Gelächter auslösen.

 

… aus einer Wurzel zart

 

 

AfH, 30.11.2019, Original-Bildausschnitt (Danke, Anzeiger für Harlingerland!)

 

 

Venceremos 2 – Unterwanderstiefel

Vorabdruck
mit freundlicher
Genehmigung
des Autors


Kaperfahrt und Unterwanderstiefel
– Fortsetzung –

 

Was bisher geschah:
Der junge Ratsherr will mit Jan und Hein und Klaas und Pitt als fünftes Rad am Wagen auf Kaperfahrt („Vorstellungsgespräch“ vs. „Assessmentcenter“) in die SPD fahren, nachdem er sich nötige Voraussetzungen unterstellt hat. Da erschrickt ihn sein neuer Klingelton …

 

Die SMS von Hermes kündigte die erwartete Zustellung an. Vor drei Tagen hatte er online bei Zalando bestellt, was ein Heimatshopper in Esens nicht kriegen kann: ein Paar nagelneue zwiegenähte Unterwanderstiefel.
Er hatte lange gezögert, war zunächst unentschlossen gewesen und hatte ein schlechtes Gewissen, weil er auch noch jene zwei Paar gebrauchte zum Auftragen hatte.
Aber er hatte auch gute Gründe: Arnos Stiefel waren einfach nicht bequem. Die Verwaltungsrechts-Einlagen (Senk-/Spreiz-) trugen sehr auf, sie drückten und ermüdeten zu schnell die jungen Füße.
Und Erwins Stiefel waren schlichtweg zu groß, er hatte sie mit bis zu vier Paar Socken, wechselweise schwarz und rot, eine zeitlang weitergetragen, hatte sich damit verlaufen, mal einen verloren und war mehrmals im Ausschuß gestolpert, und hatte erschöpft das mitleidige Schmunzeln sogar der Grünen im Rücken gespürt und ertragen müssen, was ihn sehr verletzte – auch Erwins Stiefel waren einfach nicht tragbar!

Er würde sie alle zum Nikolausabend noch mal vor die Haustür stellen – eine tolle Tradition, die wir pflegen sollten, und bei 476 fb-Freunden müßte mit üppiger Füllung zu rechnen sein – und sie später in den DRK-Altkleidercontainer geben. Die Vorstellung, einem Asylbewerber in Erwins gebrauchten Unterwanderstiefeln in Esens zu begegnen, zauberte dem jungen Ratsherrn ein sardonisches Lächeln ins weiche Antlitz.

Am nächsten Tag lagen die neuen vor ihm, großzügig erübrigte er eine Fünfsterne-Bewertung und freute sich auf den langen Marsch. Durch die „Institutionen“ einer Esenser SPD würde dieser sich als Spaziergang erweisen, da war er sicher, und liebäugelte einen Moment mit dem Gedanken, den doch in seinen Lieblings-Indoorslippern zu absolvieren.
Doch Vorsicht, dachte er bei sich, eine gewisse Ernsthaftigkeit sollen sie mir schon abkaufen, da will ich mir nicht auf Turnschuhen noch selber ein Bein stellen – solide Standpunkte brauchen solides Schuhwerk!

Etwas Zeit blieb ihm noch, dies einzulaufen. Das paßte, er wollte ohnehin zum Wochenmarkt, sich regelmäßig dem Ortsgeschehen als zugehörig darstellen und weil ihm zugetragen worden war, daß Mitglieder von Rat und Verwaltung sich dort gelegentlich kleine Zuwendungen zustecken ließen. Dem würde er nachgehen!

Bei bedecktem Himmel herrschte noch mäßiger Betrieb. Überraschend bestätigte sich seine Erwartung auf Anhieb. Festen Schrittes verließ er den Gemüsestand mit einer Porreestange und Kräuterhexe Dagmar mit einer Selbstgedrehten und an Poppingas Obstwagen schenkte Hans-Georg dem jungen Ratsherrn einen sauren Apfel.
Cousine Karin stand neben ihm in der Reihe. „Schicke Stiefel“, sagte sie und er errötete …

 

– wird zweifellos fortgesetzt –

 

Venceremos – SPD kapern

Mit freundlicher
Genehmigung
des Autors


Venceremos – Die SPD kapern
Romanvorabdruck

 

 

 

„Ich könnte mich dem JuPa annehmen“, dachte er, „das ist ein Angebot, das sie nicht ausschlagen können.“ Der junge Ratsherr konzipierte seine Performance zum SPD-Assessmentcenter; am Mittwoch würde es soweit sein.
Fokko hatte es weiter hartnäckig „Vorstellungsgespräch“ genannt; mehrmals hatte er den Vorsitzenden darum bitten müssen. Zweimal hatte er danach Karin auf dem Wochenmarkt abgepaßt und darauf angesprochen. Sie hatten von Termindruck und Arbeitsklima geredet, aber gespürt, daß er die Ausflüchte nicht glauben würde. Schließlich hatten sie Heiko vorgeschoben, der angeblich zunächst taktische Bedenken geltend gemacht habe. Er war aber drangeblieben und beharrte auf seinem Angebot – und er hatte sie seine Leistungsbereitschaft spüren lassen!

Nun war es endlich soweit, eine Stunde vor der Ratssitzung würde ein 8-Augen-Gespräch stattfinden und er würde sie wissen lassen, wo bei den Heimatgenossen der Erneuerungsbedarf durch dynamische Nachwuchskräfte zu verorten sei.
Vor allem sollten sie sich über ein junges Gesicht freuen, alte Konzepte und Handlungsmuster hatten sie ja genug, das würde er gekonnt und diplomatisch kommunizieren. Mit einem Weiterso wäre eine nächste Kommunalwahl nicht zu gewinnen und deren Hinwendung zu jungen Menschen und frischem Wind würde ihnen zu Auftrieb und neuer Glaubwürdigkeit verhelfen, das würden sie ihm glauben, dafür würde er sorgen.

Noch war er ja auch mit Dave „im Gespräch“ und hatte ein weiteres Treffen nicht ausgeschlossen. Das wäre aber nur zweite Option, wenn Volker sowieso hinter Erwin rechtsrum läuft; der hatte ja schon mit Hermann sympathisiert, als die von Storch noch da gastierte. Jedenfalls würde man sich dann nochmals gut distanzieren können und er käme mit den Genossen mehrheitlich positiv populär rüber.

Seit seiner Trennung von Arno und Erwin war er ja eigentlich ohnehin voll auf Linie, die kritischen Themen und die ganzen Problemaktionen hatte er verlässlich außen vor gelassen und den öffentlichen Fokus immer wieder auf die städtischen Schönheiten und die besonderen Verdienste von Politik und Verwaltung gelenkt, so hatten sie ihn lange genug als loyalen Teil ihrer Gestaltungsmehrheit kennenlernen können („Gestaltungsmehrheit“ – auch so ein innovativer Begriff, den er mitbrächte) – jetzt müssen sie liefern!

Er hatte Heiko noch ein gewisses Spendenengagement am Heimatverein in Aussicht gestellt, das könnte letztlich der Türöffner gewesen sein; über das Ausmaß würde er aber noch zeitnah mit Vater reden müssen, und darüber, was jetzt endlich mit dem „Dauerstudium“ würde. Er würde verstehen müssen, daß er diese Partei nur als Vollzeitpolitiker und von innen heraus würde erneuern können, wenn er sie gekapert hat.

Der junge Ratsherr legte die Zahnbürste zur Seite, gurgelte und spülte.
„Die Zeit ist reif“, sagte er sich und der Blick in den Spiegel verschaffte ihm letzte Gewißheit…

 

Er erschrak von seinem neuen Klingelton …

 

– wird in Kürze fortgesetzt  –


weiterführend:
Wissen, was läuft – und wohin !
Die frühen Wechseljahre

 

 

 

Martini-Gedenkmeister

 

Martini-Gedenkmeister 

 

 

Esens‘ ältester 25-Jähriger, Selfie-Generator mit Schramme und Schummel-Mandat, fand sich erwartungs- und standesgemäß zum AEU-Martinisingen ein, um dem Geburtstag des Reformators Martin Luther zu gedenken, wie er ins weltweite Netz zu bekunden auf Deutsch versucht.

Wir hingegen gedenken mit tränenreicher Wehmut, jedoch im  Genitiv, jener Zeiten, da ein Arno Nerschbach und ein Erwin Schultz noch um des Adoleszenten kommunalpolitische Grundbildung bemüht waren und auch dessen sprachliche Kompetenz in Grammatik und Wortbedeutung meist vor Veröffentlichung noch hingebogen kriegten.

Wer der Kinder Laternenspaß, Frohgesang und Süßigkeitensammeln zudem als Gedenken wahrnimmt, hält Selfies für ein politisches Statement.

So geht die Sprache mit der Wahrnehmung einher.

 

 

Punkt

 

p.s.
Mit einer AEU-Plastik(!)tasche voller Süßigkeiten soll er noch zu später Stunde in Marktnähe gesehen worden sein.

***

 

Anthologie

Die frühen Wechseljahre (16.08.2019)
Adabei, plastikfrei (26.09.2019)
Zum Richtfest eingeschlichen (04.10.2019)
Digital erleben (01.05.2019)
Stromlinie (25.05.2018)

Bildungsreise nach Uplengen

Jenseits von Esens

 

 


Bildungsreise nach Uplengen

 

 

Der Handel mit Kinderpornos steht unter Strafe, der mit Nationalpornos hingegen unter fürsorglicher Obhut eines Esenser Stadtrates insofern, als die Ratsmitglieder den Händler ungefragt und einstimmig ihrer ausdrücklichen Verbundenheit, Beistandschaft und Anteilnahme versicherten, nachdem der Ex-Esenser Künstler Cyrus Overbeck die Bedeutung vorbehaltloser Akzeptanz völkischer Gebrauchskunst für die Faschisierung des Alltags zu thematisieren versuchte.
Für Esens weitgehend erfolglos – für Kassel und Halle auch.

Der Bezug zwischen dem Overbeck-Anliegen seiner 2018er Kanzelrede nebst zweier Anregungen an den Stadtrat einerseits und den Geschehen von Kassel und Halle andererseits wurde erst durch Spiegel, dpa, WDR ausgeleuchtet und legte den dünnen Firnis einer vorgeblichen Ratsherrnsorge um den guten Ruf ihrer Stadt bloß. Bildungsreise nach Uplengen weiterlesen

Johanne Modder featuring Karl Liebknecht / update

 

Jenseits von Esens

 

 

Johanne Modder
featuring              Karl Liebknecht

 

 

Kaum schließt man sie in’s Herz, schon werden sie lästig; mit dieser SPD kommt man einfach nicht zur Ruhe.

Unlängst noch mußte man sie auf den Programmierfehler ihrer Webseiten-Suchfunktion hinweisen und danach an deren Esenser Erlebnisaufsatz vom Ministerfrühstück mehrmals den „Willi Brand“ korrigieren, bis sie nach Drohung mit  Herbert Karl Frahm  endlich zu ihrem richtigen Willy Brandt fanden.

Und nun müssen sie gar in eigener Geschichte zur Nachhilfe gebeten werden, da die Vorsitzende der Landtagsfraktion Johanne Modder zum Wiesmoorer Hundertjährigen vor allen Leuten trompetete, sie sollten „betrachten, was wir alles geschafft haben“ und sich  „an große SPD-Politiker wie August Bebel, Karl Liebknecht, Willy Brandt und Helmut Schmidt“ erinnern !

Besonders geschafft hatten sie: Karl Liebknecht, Spartakist und Mitbegründer der KPD – den hatten die Genossen Arbeiterverräter mit ihrem Ebert seinerzeit von Noske liquidieren lassen, so wie Rosa Luxemburg !

Da hängt er nun an dieser großen Glocke, der selbstbesoffen feiernde Historienverlust aus der Dame Dämlichkeit unter dem kleinen Vorbehalt, nämlich daß dieser Scheiß – Joh. Modder featuring Karl Liebknecht – etwa vielleicht von der Harlinger Schreibkraft MH zu verantworten wäre?
Dann aber sollten die Genossen jener Edelfeder doch mal gehörig in den Flaum zwacken, oder in’s Bürzel.
Bis dahin aber darf solche Sozialdemokratische Partei weiterhin als stets trendbemühte Selbsthilfegruppe gelten, die sich in ihrer Erinnerungskultur verlaufen hat.

Punkt

 

Nachtrag

SPD: Proklamation der überfälligen Entschuldigung vom Balkon des Reichstags durch Jan Böhmermann (21.10.2019)

***


Doppelpunkt

 

Kita Bärenhöhle – Faktenschreck zum Zwoten

Kita Bärenhöhle –
Faktenschreck zum Zwoten

 

 

AfH, 04.10.2019, Ausschnitt

 

Architektenwettbewerb Bärenhöhle – Wo war er ?

Es kennzeichnet ja gerade Architektenwettbewerbe, daß sie für die Fachwelt erkenntnis-, und meinungsbildend für’s Volk sind.
Daher werden sie in der Regel umfassend angekündigt und öffentlichkeitswirksam vorgestellt. Kita Bärenhöhle – Faktenschreck zum Zwoten weiterlesen

Platz für Rassismus ? – zum Dritten

Platz für Rassismus ?
„friedvolles Miteinander, Respekt und Wertschätzung“

 

 

 

 

Freitag vor einer Woche wurde an dieser Stelle der SPIEGEL-Artikel über Cyrus Overbeck weiterveröffentlicht sowie ein Kommentar zur Einordnung in die Esenser Verhältnisse. Am Mittwoch wurde hier der Hinweis auf den Fernsehbericht der WDR-Lokalzeit Duisburg zugefügt. Danach gelangte beides als eines Zeitgenossen Rundbrief u.a. an Presse und Politik, wobei stets erfreulich ist, wenn exit-esens-Produkten geschätzte Weiterverbreitung widerfährt.

 

Eigentlich war dem Bericht vom 16.08. nichts hinzuzufügen, weil die Reaktionen in der Overbeck-Geschichte absehbar waren und sind … hätten nicht Bürgermeisterin Karin Emken und Stadtdirektor Harald Hinrichs diese mit einer formellen Erklärung im heutigen Anzeiger für Harlingerland beträchtlich konterkariert.

Das Allbekannte schließt mit einer Aussage, die den „Bürgerinnen und Bürgern (…) ein vielfältiges und beständiges Engagement für ein friedvolles Miteinander, für Respekt und Wertschätzung“ zuschreibt.

Daß dies eine steile These ist, erweist sich abermals und absehbar bei der Sichtung der diesbezüglichen facebook-Hinterlassenschaften, wo sich aufrechte Esenser einfinden, die sich ihre Erinnerungskultur nicht von einem jüdischen Halbperser aus Duisburg streitig machen lassen wollen.
Unter dem Schlagwort „Künstlerstreit“ präsentiert gar mancher dort seinen KunstBegriff, mit dem er uns nochmals wissen läßt, was wir unter „entartet“ zu verstehen haben.

Allen voran der Anzeiger-Redakteur Frank Brüling, der, um Overbeck hinterherzubellen, unverzüglich der bezeichneten fb-Kampfgruppe Esens – Allgemeine politische Themen zugestiegen ist, wo sich auch mehrere Esenser Ratsmitglieder und sonstige „influencer“ auf’s Vorzüglichste beheimatet wissen. Denn in einer Echokammer, wo Brüling selber hetzt, ist die Verwertbarkeit des Echos für die Printausgabe („In den sozialen Medien…“) bestens gegeben. Brüling, der Petersen als „Konkurrenten“ Overbecks in Gänsefüßchen setzt, verkennt dabei im Genre, daß ‚Overbeck‘  zu ‚Petersen‘  sich verhält wie Rolling Stones zu Shanty-Chor oder Joe Cocker zu Franky Alcatraz … oder Journalismus zu Frank Brüling.

Und sobald die heutige AfH-Printausgabe per facebook-Anzeiger online ist, wird man dort der weiteren Beißwutentwicklung einer Gemeinde (community) für ein friedvolles Miteinander, Respekt und Wertschätzung beiwohnen können, der eigentlich nur eines zu wünschen ist: Zahngesundheit und glänzendes Fell.

Punkt

 

Nachtrag
Es gibt Prognosen, die den Prognostiker erfreuen, wenn sie nicht eintreffen:
So hat der Anzeiger für Harlingerland nach einer bemerkenswert sachlichen Dokumentation mit Kommentar zur o.b. Angelegenheit bislang auch darauf verzichtet, durch deren fb-Aufbereitung jener Community ein weiteres Forum zu bereiten. Chapeau !

*

Ratsbeschluß: Platz für Rassismus ? – zum Zwoten

Nicht jeder,
der mit ihren Lieblingsstücken handelt,
ist ein Nazi.


Platz für Rassismus ?
Nachtrag zum Ratsbeschluß vom 17.06.2019

DER SPIEGEL 2019/34 vom 17.08.2019

Foto: Mohssen Assanimoghaddam, DER SPIEGEL 2019/34

Nochmals erlangt Esens bundesweite Aufmerksamkeit.
Der SPIEGEL-Artikel (Volltext unten) ist das bedenkliche Dokument einer Auseinandersetzung, die in Esens wohl unterblieb.
Unpräzise allerdings wird der Artikel gegen Ende, wenn er darstellt: „Overbecks Antrag, Hans-Christian Petersens Kunstobjekte aus Esens zu entfernen, lehnte der Stadtrat ab“, weil er den Kontext beider Anträge vom 17.06. und vor allem die so offengelegten Reflexe und Impulsgesten nicht mehr überliefert.
Und eine gravierende Schwäche hat der Artikel dort, wenn er diese Darstellung mit dem Folgesatz erläutert: „In Esens stehen einige lebensgroße Bärenfiguren, Darstellungen des städtischen Wahrzeichens, die der Sohn des Nazikünstlers bunt angemalt hat“.
Durch diesen unmittelbaren textlichen Bezug diskreditiert der Autor Overbecks Anliegen, Bezüge völkischer Gebrauchskunst aus dem öffentlichen Raum zu entfernen, und suggeriert, Overbeck verlange die Entfernung irgendeines Deko-Kitschs, der von Petersen angemalt wurde – eine Unsauberkeit, die in der Folge via dpa in die meisten Medien hinein (waz-Gruppe, t-online …) vervielfältigt wurde.

Was war ?

Dem Esenser Stadtrat lagen zur Sitzung vom 17.06.2019 zwei Anfragen gem. § 34 NKomVG des Bürgers Cyrus Overbeck des Inhalts vor:
1. Objekte mit nachweisbarem Querbezug zum Nationalsozialismus aus dem öffentlichen Raum zu entfernen
2. O
rtseingänge mit der Aufschrift „Esens hat keinen Platz für Rassismus“ zu beschildern
Zum ersten hatte die Verwaltung keinen Beschlußvorschlag vorgelegt,
zum zweiten lautete der aus dem Anliegen entwickelte Beschlußvorschlag:
das Motto „Der Landkreis Wittmund ist bunt“ auf die Stadt Esens zu übertragen (…und) auf den Schildern eine Formulierung gewählt werden soll, die zur Offenheit und zum Respekt gegenüber anderen Menschen und Kulturen anregt.

Rat & Verwaltung – williger Teil der Inszenierung, und unprofessionell

Wenig souverän, gar unprofessionell, war dann der Umgang damit:
Rat und Verwaltung hätten z.B. festellen können, daß im Esenser öffentlichen Raum kein Bezug zu völkischer Gebrauchskunst auffindbar und ein Entfernen von Petersens Arbeiten nicht gerechtfertigt sei. Darüberhinaus hätte man feststellen können, daß Bekenntnispropaganda, gleichwelcher Art, nicht Aufgabe einer Stadt sei und die albernen „Respekt“-Schilder gleich mitkassieren können.

Stattdessen verengte den zerstreuten Blickwinkel Frau Bürgermeisterin Karin Emken  zu: „Der Rat hat zu entscheiden, ob das Gedankengut [des H.C. Petersen] rechtsextremistisch ist – ein ausgemachter Unsinn, infolgedessen im Rahmen einer allgemeinen Persilscheinparade verschiedene Personen als „Zeugen“ sowohl aus dem Publikum (!) als auch den Reihen der Ratsparteien auftraten, den Künstler H.C. Petersen einhellig positiv beleumdeten und somit fürderhin „entlasteten“ (Anzeiger für Harlingerland) –  grandios am Thema vorbei!

C.Overbecks Anträge wurden beide abgelehnt.

In den üblichen sogenannten Sozialen Medien, d.h. der AfH-facebook-Ausgabe, der Leserbriefecke der AfH-Printausgabe sowie der Esenser fb-Kampfgruppe Allgemeine politische Themen, folgte der übliche entgrenzte shitstorm, wo aufrechte Zeitgenossen ihren Antirassismus-Habitus sehr feinsinnig vom Fremdenhaß gegenüber „dem Duisburger“ oder „dem Dortmunder“ abzugrenzen wissen.

*

Bisheriges/weiteres:
https://exit-esens.de/holoween-hallocaust/#more-709
https://exit-esens.de/1792-2/ Platz für Rassismus?
DER SPIEGEL 2019/34 vom 17.08.2019
WDR Lokalzeit Duisburg 21.08.2019, min. 3:32-7:17-10:00

Punkt

 

 

Die frühen Wechseljahre

 

Ole Willms, fb-Profilbild, Ausschnitt

 

Die
frühen
Wechseljahre

 

Aktualisiere dein Profil   ermahnt facebook seinen User, Ratsmitglied Ole Willms, und dann geschieht das völlig Unerwartete:
OWi aktualisiert sein Profil !
Er nimmt sich ein paar Minuten Zeit und stellt sicher, dass alles aktuell ist !
Und zwar mit diesem Design von SPD Mitglieder für Vielfalt, Toleranz & eine bunte Gesellschaft.

Somit richtet sich des Betrachters suchender Blick auf ebenjenes Profil und dessen Aktualisierungsbedürfnis und die Frage, ob es sich lohnt, der Annahme seines Trägers nachzugehen. Die Antwort ist ein klares Nein. Die frühen Wechseljahre weiterlesen

Käseblatts Schmierspur – Der Dauer-Beekhuis -mit update-

 

Käseblatts Schmierspur
Der Dauer-Beekhuis

 

 

 

 

 

 

Bekenntnis

Farbenfrohe Verständigung führe ich gelegentlich mit Freunden, wenn wir uns manch wohlverdienten Zeitgenossen vor die Stoßstange wünschen und daß es aussehen müßte wie ein Unfall, und, wahrlich, auch wissen wir von bestimmtem Pfaffen, den der Satan in der Hölle mit einem extra heißen Kessel erwartet – opulente Sittenbilder also, die auch regelmäßiges Übermalen und Umhängen erfahren und als privat gesprochenes oder digitales Wort eben dem Daten- und Persönlichkeits- und Privatsphärenschutz unterstehen, was zweifellos weder dem ahnungsvollen Pfaffen noch dem fiktiven Stoßstangenaspiranten behagte, wenn die denn davon wüßten … wehe, Bürger, wenn das gehackt wird …! Käseblatts Schmierspur – Der Dauer-Beekhuis -mit update- weiterlesen

Ratsbeschluß: Platz für Rassismus ?

Platz für Rassismus?

 

Antrag des Bürgers Cyrus Overbeck, Ausschnitt

 

Grundsatzfrage ?

Bekenntnisse sind Privatsache, und Privaten ist es freigestellt, diese kundzutun, in Gemeinden, Gruppen, Parteien, Communities sich zusammenzufinden und im öffentlichen Raum einander damit zu bestätigen oder zu belästigen.

Es ist aber nicht Aufgabe von Gebietskörperschaften bzw. ihrer Politik und Verwaltung, öffentlich Bekenntnisse, gleich welcher Art, abzulegen, sondern einzig und vor allem, die Daseinsvor- und -fürsorge ihrer Bürger zu organisieren und sicherzustellen.

Deshalb bleibt Bekenntnispropaganda schlichtweg Impulsgeste, die vor allem dazu taugt, von vernachlässigter Bearbeitung der Kernaufgaben abzulenken. Ratsbeschluß: Platz für Rassismus ? weiterlesen

Trendschwänzen

Trendschwänzen

AfH, 09.02.19, Bildausschnitt

Die Frage ist nicht, ob das NIGE-Trendschwänzen sogleich Ausweis politischen Bewußtseins ist, sondern welche Art Lehrkörper dahintersteht, der seinen Schülern noch nicht mal differenziert zu vermitteln vermag, was Klima ist und wie Strom erzeugt wird:

Der jeweils aktuelle Stand des adoleszenten politischen Bewußtseins übrigens erschließt sich von selbst bei Lektüre der Protokolle des  Jugendparlaments oder der Seite eines Ratsmitglieds Ole Willms.

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Strukturwandel

AfH, 08.01.2019, Ausschnitt

 

Strukturwandel

Detlef Kiesé, Harlinger-Fachkraft für Stilfragen und städtischer Silberbärträger, weiß über die Entwicklung der Hirsch-Apotheke von Frau Sylvester mehr, als auf eine Kuhhaut geht und spreizt ebendieses auf Seite 4 des Anzeigers für Harlingerland.
Vor allem aber weiß er, daß die Eigentümerin „nun auf der Suche nach einem Mieter in den Geschäftsräumen“ sei, verrät dabei aber nicht, ob sie auch in den Nebenräumen nachgeschaut hat.
Immerhin wird der trendsprachige Leser beauskunftet, welche Gattung Mieter es denn sein solle: „möglichst einen Frequenzbringer“ !

Das Berufsbild des Radio- und Fernsehtechnikers fächerte sich ja bisher, wie man weiß, in den Spannungswandler, den Stromprüfer, den Netzknüpfer, die Phasenwaise, den Wechselrichter und den Widerstandsmesser auf.

Da ist der Frequenzbringer zweifellos ein weiterer zeitgemäßer Beitrag zur Diversifizierung der Branchenstruktur und, da die Apotheke zum Elektroladen wird, sicher auch Esenser Prosperität und Strukturwandel nach des Redakteurs Geschmack.

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Keine Wünsche, kein Segen

Keine Wünsche,
kein Segen !

Ist das noch Politik ?

Kein einziger der zahlreichen Akteure mit Internet-Auftritt wünscht dem Bürger dieses Jahr ein frohes Weihnachtsfest: nicht SPD, nicht CDU, nicht Grüne, nicht EBI, nicht BZE, nicht der Ole Willms, nicht BfB.
Trostlose Feiertage…!

 

Medienkompetenz und Digitalisierungssprech ?


Podest

Erster: BZE
Zweiter:   Ole Willms
Dritter:         -/-

 

Redakteursverwirrung oder Doppelbeschluß ?

AfH, online, 20.12.2018

Redakteursverwirrung oder Doppelbeschluß ?


G
ongggg !!! –
„Die Streitigkeiten gehen in eine neue Runde“ verkündet der AfH-Redakteur Händel in der heutigen online-Vorschau und wieder kann er nicht sagen, was er meint, nämlich das Gegenteil: „Klage gegen das Land ausgesetzt“. Und wo die Unsicherheit am größten, wählt der Redakteur beides, nämlich: Wir bleiben sitzen! und Der Kampf geht weiter!
Dies erklärt zumindest, warum diese AfH-Sitzkämpfer der Vierten Gewalt nach der letzten Ratssitzung vom 10.12.2018 nicht den Hauch einer Berichterstattung haben verlautbaren lassen, ja gar nicht präsent und wohl so tief eingebunden waren, daß sie diese Vorabinformation offenbar behüten und bebrüten mußten, bis der Hof dann 10 Tage später zur Berichterstattung läutete.
Die neue Version der alten Klagenachricht lautet nun, die Stadt habe „in der jüngsten Ratssitzung einen Vorbehaltsbeschluss gefaßt“ und wirft die spannende Frage auf, was das denn wohl sei – zumindest etwas sehr Flüchtiges, da es weder auf der Tagesordnung zu dieser Ratssitzung erschien, noch in der diesbezüglichen Niederschrift thematisiert ist, und auch die assoziierten Sitzkämpfer der OZ – Frau Susanne Ullrich war spitzohrig vertreten – wußten nichts vom „Vorbehaltsbeschluss“ zu erzählen, sondern im Gegenteil: „Stadtrat macht Weg für Klage frei“

Was also haben die Ratsmitglieder da öffentlich beschlossen … und was nichtöffentlich ?!

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Der heutigen AfH-print-Ausgabe ist zu entnehmen, daß die Tatbeteiligten nun gemeinsam und sorgfältig prüfen wollen, wie es überhaupt zu der Tat kommen konnte.
Wetten, daß sie sich gegenseitig Freispruch erteilen werden  – aus Mangel an Beweisen.

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Fake-Akkumulation

… auf den zweiten Blick – Fortsetzung

Fake-Akkumulation und Tätersprache

AfH, 08.12.2018, Ausschnitt

Auch im Folgetext des AfH-Redakteurs Hochmann „Langer Irrweg …“ werden Euphemismus und Verniedlichung zur Beschreibung eines de facto-Rechtsbruchs beibehalten; die einschlägigen Attribute lauten: „wechselseitige Vorwürfe“, „je nach Betrachtungsweise“, „Ungereimtheiten“, „sich schlecht behandelt sehen“, „sich übergangen sieht“, „Diskussion“.

Inhaltlich führt der Redakteur die Leserschaft immer weiter weg von der Umgehungsstraße über mehrere Irrwege auf Kulissenschauplätze: Fake-Akkumulation weiterlesen

„Auge um Auge“?

„Auge um Auge“ –
Halbe Wahrheit als ganze verkaufen

 

AfH, 08.12.2018, Ausschnitt

 

 

Recht ausgewogen erscheinen Redakteur Hochmanns Wochenendartikel „Langer Irrweg…“ sowie sein Kommentar Auge um Auge…  auf den ersten Blick, weshalb sich stets ein zweiter lohnt – Sprache ist verräterisch. „Auge um Auge“? weiterlesen

„Haltet den Dieb !“ / update

„Haltet den Dieb !“

Sitzungsvorlage_Stadtklage

 

„…dreht die Stadt den Spieß um und wird selbst zur Klägerin“, titelt der Anzeiger für Harlingerland in seiner heutigen facebook-Vorschau und suggeriert zunächst, nun sei gar der erfolgreiche Kläger der Strafverfolgung auszusetzen. Gemeint aber ist das Land Niedersachsen, gegen das eine städtische Klage sich richten soll, als Mittäter einer von mehreren Beteiligten, die sich üblicherweise kloppen und einander bezichtigen, wenn die Tat aufgeflogen ist.
Die NWZ nennt das „Posse“: „Haltet den Dieb !“ / update weiterlesen

In die Gedankenferne – Esenser Sparkassenlauf

Esenser Sparkassenlauf – in die Gedankenferne

„Dass die Hitze Laufsportfans nichts ausmacht, haben gestern zahlreiche Teilnehmer beim Esenser Sparkassenlauf bewiesen.“ … und auf die Beweisführung wider jeglichen Verstand mit verkündeten 617 Starts darf man gespannt sein: „Mehr dazu folgt in der Montagsausgabe“ verheißt schonungslos der Anzeiger für Harlingerland (Foto). In die Gedankenferne – Esenser Sparkassenlauf weiterlesen