Umgehungsstraße – Abspann

Umgehungsstraße –
Abspann

 

Foto: AfH, 03.11.2020, bearbeitet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Er sei ihm gegönnt, der sicher nicht unbeträchtliche Vermögenszuwachs !

Mit geringstem Einsatz im günstigsten politischen Bedingungsrahmen bei galoppierendem Bodenrichtwert für B’siel den größtmöglichen Ertrag zu erzielen, über den Stillschweigen zu vereinbaren sei, ist sicher auch nicht verwerflich, sondern im Gegenteil, Gebot der Stunde, zumal es der infrastrukturellen Entwicklung von Bensersiel nicht nur förderlich ist, sondern ihr gar in schwerer Zeit einen außerordentlichen Karfunkel, ja Solitär, hinzufügt.

Es hat ja sehr lange auf sich warten lassen, wurde mehrmals ab- und ausgesetzt und verschoben, schließlich auf den letzten Drücker abermals ruhendgestellt, als Stadtdirektor Harald Hinrichs in der Ausschußsitzung vom 07.06.2017 mitteilte, das Ganze sei nochmals wegen seiner Betroffenheit von der Problematik Entlastungsstraße von der Tagesordnung genommen.

Nun aber ist der Weg frei für die Projektentwicklung von des Grünen Stellv. Bürgermeisters Familienareal vom ehemaligen Campingplatz zu ebenjenen 74 Ferienwohnungen, die Bensersiel so dringend benötigt. Eine win-win Situation also, die die abstimmgewaltigen Polit-Kollegen dem Stellv. Bürgermeister neidlos zugestehen.

Nicht „gegönnt“ hingegen ist dem Eigentümer und Verkäufer der Straße und des dazugehörigen Grund&Bodens die Annahme des ihm angebotenen Kaufpreises.

Hier blitzt einer der wenigen noch verbliebenen interessanten Aspekte der Causa Entlastungsstraße durch – wenn zunächst auch nur für Psychologen und Forensiker – und offenbart eine schizoide Desorientierung: Die selben, die „Bravo, Harald!“ rufen (nachdem dieser seine Fake-News von „intensiven Verhandlungen“ publiziert hatte), beanstanden gleichzeitig den dem Eigentümer zugedachten Kaufpreis als Zweckentfremdung „unserer Steuergelder“ und verübeln dem ehedem Geschädigten auch nach 20 Jahren Hetze noch den schmalen Erfolg seiner fortwährenden Gesprächsbereitschaft.

„Jetzt kann er jeden Tag zwei Steaks essen“ titelt einer der üblichen fb-Lokalpatrioten, dem man, ob dessen skurriler Gemeinwesensicht, seine Kinder besser nicht zur Förderung anvertraut. „Mit Blattgold“ ergänzt ein weiterer Betroffener.

Nun, da der Meute 2.0 ein Wutgegenstand nach dem anderen abhandenkommt – „der Duisburger“, „der Dortmunder“… – darf man gespannt sein, wohin die Psychose im weiteren ausblüht.
Es ist in Esens also gar nichts verheilt am Aggregatzustand des gesamtideellen Hinterhältlers, nach wie vor gilt die Diagnose des VG Oldenburg vom 22.11.2017:
Angesichts des über Jahre andauernden rechtsuntreuen Verhaltens der Beklagten [Stadt Esens] ist nicht auszuschließen, dass sie ihr rechtsuntreues Verhalten fortsetzen bzw. bei nächster Gelegenheit wieder aufnehmen wird.“

Ein Täter-Opfer-Ausgleich sanktioniert oder sühnt eben nicht den Rechtsbruch, sondern vollzieht sich vielmehr unter der fortdauernden Gefahr, vom Täter als Ermutigung aufgefaßt zu werden. – Der Schoß ist fruchtbar noch …
Wer folglich in Esens rechtskonforme Lösungen erwartet, ohne selber Teil des Problems zu sein, sollte einen langem Atem, agile hochkompetente Rechtsbeistände und eine bundes- wenn nicht gar EU-weite Öffentlichkeit an seiner Seite haben – und nicht zu alt sein.

Es hatte Esens / Bensersiel ja wesentlich Schlimmeres gedroht als bloß die Ruhendstellung des o.b. B-Plans Nr. 19 Taddigsweg/Friesenstraße, nämlich der Rückbau der gesamten Camping- und Parkplatzinfrastruktur, also des ziemlich Letzten, das in B’siel noch intakt ist, und/oder täglich 70 Klei-LKWs durch den Ort über einen längeren Zeitraum, was schließlich eine erneuerte Durchgangsstraße erfordert hätte.
Am Leserbrief von Arno Nerschbach vom 06.11.  und am Beitrag von Wattenrats Manfred Knake läßt sich die soziale und rechtstreue Verfaßtheit des Gemeinwesens und seiner Spitzenkräfte nochmals ermessen. Setzt die Rückentwicklung sich so fort, mag man sich beizeiten in der Lage sehen, zu wünschen, „der Dortmunder“ hätte Esens / Bensersiel nicht den Arsch gerettet.

Sonst noch was?
Ach ja. In einer Meldung beim online-Portal OLdenburg UMzu vom 22.07.2017 war dereinst zu lesen:
„… daß die Gruppe BZE / Ole Willms einen Antrag stellen will, „um festzustellen, ob allein die Rechtsberatung des Professor Stüer oder etwa bewußtes oder möglicherweise auch grob fahrlässiges Verhalten damaliger Verantwortungsträger (…) zu rechtswidrigen Beschlüssen und somit zu der heutigen Situation geführt haben.“ Dabei dürfte es nicht allein um die dem Anwalt gezahlten Gebühren gehen, vielmehr müsse der der Stadt entstandene Gesamtschaden in Ansatz gebracht werden.“

Möge der Juso diese seine Verheißung doch als Übungsaufgabe in seinen Spielkreis tragen, bevor die SPD-Infanten den Holländern noch das nächste AKW stilllegen, oder in Esens‘ City zur Wintersaison insektenfreundliche Zonen ausrufen!

 

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Herr Hinrichs teilt aus

 

 

„Bravo-Harald!“ –
Herr Hinrichs teilt aus

 

 

Stadtdirektor u. Samtgemeindebürgermeister, Abb. ähnlich, fb

 

Wenn Esens‘ oberster Verwaltungsbeamter als Stadtdirektor und Samtgemeindebürgermeister via facebook die Meute 2.0 bedient und den Bürger anpöbelt, dann klingt’s schneidig und liest sich so und so:

„Etwa 60 Bürgerinnen und Bürger nahmen heute die Gelegenheit wahr, die neue Esenser Kita Bärenhöhle zu besichtigen. Architekt Ralph Thater führte die Interessierten durch das Gebäude. Aber wo waren denn die selbsternannten Faktenchecker und Esenser „Exiteers“? Sie haben offenbar andere Quellen für ihre Fake-News…“

 

 

Daß solches nicht unwidersprochen bleiben kann, liest sich so:

weiterlesen…

Eine Antwort, gar eine sachliche, blieb aus.
So eignet sich eines Stadtdirektors Statement als Ermunterung zu jenem Grad administrativer Frechheit, der zwar den asozialen Medien, nicht aber der Niedersächsischen Kommunalverfassung zu Gebote steht.
Und da möchte man einer Verwaltung, die per facebook-Schmuddelforum  Bescheid erteilt, empfehlen, ihre Öffnungszeiten entsprechend zu modifizieren:

mo – do:  Einwohner, die mit Spitzenbeamten per facebook befreundet sind
fr:            Restbürger

 

 

 

zur Sache, Herr Hinrichs!
> Kita Bärenhöhle II
> Kita Bärenhöhle I

 

 

 

Faktenschreck – Kita Bärenhöhle

Kita Bärenhöhle –
Faktenschreck

 

AfH, 09.05.2019, Ausschnitt

Zitat Harald Hinrichs, Stadtdirektor und Samtgemeindebürgermeister:
Die Aufträge werden, wie bei Baumaßnahmen der Samtgemeinde Esens üblich, unter Beachtung des Vergaberechts in der Region vergeben.

 

Die Esenser Region, sie ist von endloser Weite, sie umfaßt:
Jever, Vechta, Rastede, Südbrookmerland, Bockhorn, Riepe, Lorup, Ardorf, Ihlow, Holtgast, Hude, Wittmund, Westerstede (Zitat Bauschild).
Wohlan!

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Unter Verschluß
Nachtrag

 

Überdies bemerkenswert in der Sache ist diese stille Hemdsärmeligkeit, mit der die zuständigen Entscheidungsträger bei diesem Kita-Neubau „Bärenhöhle“ eine Kostensteigerung von gepriesenen 3 Millionen € auf 6 Millionen € wohlbefinden (mit 1 Mio. € pro Kita-Gruppe belegt Esens nun einen nationalen Spitzenplatz!), bevor überhaupt der erste Spatenstich erfolgte, wozu offenbar als Entscheidungshilfe ein Animations- Triller-Filmchen auf KiKa-Level genügte.

Denn mehr ist öffentlich nicht überliefert, wie etwa Anhaltspunkte jenes sog. Architektenwettbewerbs, Entscheidungskriterien wie beispielsweise Vergaberahmen, Problemstellungen, Kostenvergleiche, Einsparkonzepte etc. und was da mehr noch vorkommen mag bei der Verausgabung von 6 Millionen öffentlicher Mittel.

Was in neuzeitlichen Gemeinwesen sehr komplexe, sorgfältige und sachkundige Bearbeitung und Partizipationsprozesse erfordert, braucht in Esens wohl lediglich das Instrument Nichtöffentlichkeit, damit die politischen Akteure abseits von Kontrolle, Sachkunde und Verantwortlichkeit einmütig insbesondere Meinungs- und Zuneigungsübungen absolvieren.

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