… aus einer Wurzel zart

Es gibt Prognosen, die den Prognostiker erfreuen,
wenn sie nicht eintreffen –
und es gibt Prognosen, die bei ihrem Eintreffen
schallendes Gelächter auslösen.

 

… aus einer Wurzel zart

 

 

AfH, 30.11.2019, Original-Bildausschnitt (Danke, Anzeiger für Harlingerland!)

 

 

Venceremos 2 – Unterwanderstiefel

Vorabdruck
mit freundlicher
Genehmigung
des Autors


Kaperfahrt und Unterwanderstiefel
– Fortsetzung –

 

Was bisher geschah:
Der junge Ratsherr will mit Jan und Hein und Klaas und Pitt als fünftes Rad am Wagen auf Kaperfahrt („Vorstellungsgespräch“ vs. „Assessmentcenter“) in die SPD fahren, nachdem er sich nötige Voraussetzungen unterstellt hat. Da erschrickt ihn sein neuer Klingelton …

 

Die SMS von Hermes kündigte die erwartete Zustellung an. Vor drei Tagen hatte er online bei Zalando bestellt, was ein Heimatshopper in Esens nicht kriegen kann: ein Paar nagelneue zwiegenähte Unterwanderstiefel.
Er hatte lange gezögert, war zunächst unentschlossen gewesen und hatte ein schlechtes Gewissen, weil er auch noch jene zwei Paar gebrauchte zum Auftragen hatte.
Aber er hatte auch gute Gründe: Arnos Stiefel waren einfach nicht bequem. Die Verwaltungsrechts-Einlagen (Senk-/Spreiz-) trugen sehr auf, sie drückten und ermüdeten zu schnell die jungen Füße.
Und Erwins Stiefel waren schlichtweg zu groß, er hatte sie mit bis zu vier Paar Socken, wechselweise schwarz und rot, eine zeitlang weitergetragen, hatte sich damit verlaufen, mal einen verloren und war mehrmals im Ausschuß gestolpert, und hatte erschöpft das mitleidige Schmunzeln sogar der Grünen im Rücken gespürt und ertragen müssen, was ihn sehr verletzte – auch Erwins Stiefel waren einfach nicht tragbar!

Er würde sie alle zum Nikolausabend noch mal vor die Haustür stellen – eine tolle Tradition, die wir pflegen sollten, und bei 476 fb-Freunden müßte mit üppiger Füllung zu rechnen sein – und sie später in den DRK-Altkleidercontainer geben. Die Vorstellung, einem Asylbewerber in Erwins gebrauchten Unterwanderstiefeln in Esens zu begegnen, zauberte dem jungen Ratsherrn ein sardonisches Lächeln ins weiche Antlitz.

Am nächsten Tag lagen die neuen vor ihm, großzügig erübrigte er eine Fünfsterne-Bewertung und freute sich auf den langen Marsch. Durch die „Institutionen“ einer Esenser SPD würde dieser sich als Spaziergang erweisen, da war er sicher, und liebäugelte einen Moment mit dem Gedanken, den doch in seinen Lieblings-Indoorslippern zu absolvieren.
Doch Vorsicht, dachte er bei sich, eine gewisse Ernsthaftigkeit sollen sie mir schon abkaufen, da will ich mir nicht auf Turnschuhen noch selber ein Bein stellen – solide Standpunkte brauchen solides Schuhwerk!

Etwas Zeit blieb ihm noch, dies einzulaufen. Das paßte, er wollte ohnehin zum Wochenmarkt, sich regelmäßig dem Ortsgeschehen als zugehörig darstellen und weil ihm zugetragen worden war, daß Mitglieder von Rat und Verwaltung sich dort gelegentlich kleine Zuwendungen zustecken ließen. Dem würde er nachgehen!

Bei bedecktem Himmel herrschte noch mäßiger Betrieb. Überraschend bestätigte sich seine Erwartung auf Anhieb. Festen Schrittes verließ er den Gemüsestand mit einer Porreestange und Kräuterhexe Dagmar mit einer Selbstgedrehten und an Poppingas Obstwagen schenkte Hans-Georg dem jungen Ratsherrn einen sauren Apfel.
Karin stand neben ihm in der Reihe. „Schicke Stiefel“, sagte sie und er errötete …

 

– wird zweifellos fortgesetzt –

 

Venceremos – SPD kapern

Mit freundlicher
Genehmigung
des Autors


Venceremos – Die SPD kapern
Romanvorabdruck

 

 

 

„Ich könnte mich dem JuPa annehmen“, dachte er, „das ist ein Angebot, das sie nicht ausschlagen können.“ Der junge Ratsherr konzipierte seine Performance zum SPD-Assessmentcenter; am Mittwoch würde es soweit sein.
Fokko hatte es weiter hartnäckig „Vorstellungsgespräch“ genannt; mehrmals hatte er den Vorsitzenden darum bitten müssen. Zweimal hatte er danach Karin auf dem Wochenmarkt abgepaßt und darauf angesprochen. Sie hatten von Termindruck und Arbeitsklima geredet, aber gespürt, daß er die Ausflüchte nicht glauben würde. Schließlich hatten sie Heiko vorgeschoben, der angeblich zunächst taktische Bedenken geltend gemacht habe. Er war aber drangeblieben und beharrte auf seinem Angebot – und er hatte sie seine Leistungsbereitschaft spüren lassen!

Nun war es endlich soweit, eine Stunde vor der Ratssitzung würde ein 8-Augen-Gespräch stattfinden und er würde sie wissen lassen, wo bei den Heimatgenossen der Erneuerungsbedarf durch dynamische Nachwuchskräfte zu verorten sei.
Vor allem sollten sie sich über ein junges Gesicht freuen, alte Konzepte und Handlungsmuster hatten sie ja genug, das würde er gekonnt und diplomatisch kommunizieren. Mit einem Weiterso wäre eine nächste Kommunalwahl nicht zu gewinnen und deren Hinwendung zu jungen Menschen und frischem Wind würde ihnen zu Auftrieb und neuer Glaubwürdigkeit verhelfen, das würden sie ihm glauben, dafür würde er sorgen.

Noch war er ja auch mit Dave „im Gespräch“ und hatte ein weiteres Treffen nicht ausgeschlossen. Das wäre aber nur zweite Option, wenn Volker sowieso hinter Erwin rechtsrum läuft; der hatte ja schon mit Hermann sympathisiert, als die von Storch noch da gastierte. Jedenfalls würde man sich dann nochmals gut distanzieren können und er käme mit den Genossen mehrheitlich positiv populär rüber.

Seit seiner Trennung von Arno und Erwin war er ja eigentlich ohnehin voll auf Linie, die kritischen Themen und die ganzen Problemaktionen hatte er verlässlich außen vor gelassen und den öffentlichen Fokus immer wieder auf die städtischen Schönheiten und die besonderen Verdienste von Politik und Verwaltung gelenkt, so hatten sie ihn lange genug als loyalen Teil ihrer Gestaltungsmehrheit kennenlernen können („Gestaltungsmehrheit“ – auch so ein innovativer Begriff, den er mitbrächte) – jetzt müssen sie liefern!

Er hatte Heiko noch ein gewisses Spendenengagement am Heimatverein in Aussicht gestellt, das könnte letztlich der Türöffner gewesen sein; über das Ausmaß würde er aber noch zeitnah mit Vater reden müssen, und darüber, was jetzt endlich mit dem „Dauerstudium“ würde. Er würde verstehen müssen, daß er diese Partei nur als Vollzeitpolitiker und von innen heraus würde erneuern können, wenn er sie gekapert hat.

Der junge Ratsherr legte die Zahnbürste zur Seite, gurgelte und spülte.
„Die Zeit ist reif“, sagte er sich und der Blick in den Spiegel verschaffte ihm letzte Gewißheit…

 

Er erschrak von seinem neuen Klingelton …

 

– wird in Kürze fortgesetzt  –


weiterführend:
Wissen, was läuft – und wohin !
Die frühen Wechseljahre

 

 

 

Martini-Gedenkmeister

 

Martini-Gedenkmeister 

 

 

Esens‘ ältester 25-Jähriger, Selfie-Generator mit Schramme und Schummel-Mandat, fand sich erwartungs- und standesgemäß zum AEU-Martinisingen ein, um dem Geburtstag des Reformators Martin Luther zu gedenken, wie er ins weltweite Netz zu bekunden auf Deutsch versucht.

Wir hingegen gedenken mit tränenreicher Wehmut, jedoch im  Genitiv, jener Zeiten, da ein Arno Nerschbach und ein Erwin Schultz noch um des Adoleszenten kommunalpolitische Grundbildung bemüht waren und auch dessen sprachliche Kompetenz in Grammatik und Wortbedeutung meist vor Veröffentlichung noch hingebogen kriegten.

Wer der Kinder Laternenspaß, Frohgesang und Süßigkeitensammeln zudem als Gedenken wahrnimmt, hält Selfies für ein politisches Statement.

So geht die Sprache mit der Wahrnehmung einher.

 

 

Punkt

 

p.s.
Mit einer AEU-Plastik(!)tasche voller Süßigkeiten soll er noch zu später Stunde in Marktnähe gesehen worden sein.

***

 

Anthologie

Die frühen Wechseljahre (16.08.2019)
Adabei, plastikfrei (26.09.2019)
Zum Richtfest eingeschlichen (04.10.2019)
Digital erleben (01.05.2019)
Stromlinie (25.05.2018)

Adabei, plastikfrei

 

 

Adabei, plastikfrei
Botschafter und hohle Botschaft

 

fb-Auftritt des Ratsmitglieds Ole Willms mit Wochenmarkt-Selfie

 

Wattenhuus-„Garten“ mit Patenschaftsbeet

 


… gute Sache !

sonstiges:
https://exit-esens.de/wechseljahre/
40 Jahre Jute statt Plastik 

30 Jahre Jute statt Plastik
Nachdenkseiten: Das Thema Klimawandel ist nicht neu  ***)

 

 

***) … was uns das lehrt:

Daß es ja doch bekannt ist, das hatten wir schon, und zwar umfassend, ganzheitlich, seriös, belastbar dokumentiert in sämtlichen komplexen und benachbarten Kontexten.  Es ist Bestandteil eines jedermann zugänglichen Allgemeinwissens.
Es stellt sich da die Frage, warum all das kein politisches Gehör fand und findet und immer wieder neu verwässert, infantilisiert, diskreditiert und ausgeblendet wird.
Und dann sind wir keinesfalls bei der Plastiktüte oder CO2-Steuer, sondern bei der Frage der kapitalistischen Geschäftsordnung – und wer, egal welcher Jahrgang, davon nicht reden will, sollte auch auf dem Esenser Wochenmarkt  „einfach mal …“ [Hier kein Nuhr-Zitat !] … still sein !

Punkt

 

 

Worüber Genossen lachen

Worüber Genossen lachen

 

6 Fotos: Silke Martens, SPD-Webseite

 

Vorzüglich gelang die Titel-Konfiguration auf der fehlerhaft programmierten Esenser SPD-Seite insofern, als hier Tagespolitik mit erwartbar sozialdemokratischen Positionen in Bezug gesetzt und als Aufmacher dargestellt werden konnte – im richtigen Ortsleben so selten wie ein Meteoriteneinschlag im Gezeiten-Brunnen.

Wo Betriebe privatisiert, zerschlagen werden, sollten Beschäftigtenrechte tagespolitisch Thema sein – nicht nur in Vietnam – ; wo das ausbleibt, bekommen Betroffene und Familien als Wähler besondere Relevanz; und wenn in anderen Zivilgesellschaften längst gesichert erkannt ist, daß Outsourcing von Bereichen der Gemeinwirtschaft das Instrument politischer Deppenwirtschaft der 80’er Jahre war, erfüllt’s im Esens-B’sieler Kontext wenigstens noch Treppenwitz-Funktion.
Womit an dieser Stelle die Humorkomponente wohl hinreichend erläutert sein dürfte. Im weiteren dann wird auf der exit-esens-Seite in Kürze eine WitzerklärungsApp installiert für jene, deren digitale Kompetenz weiter entwickelt ist als die kognitive. Worüber Genossen lachen weiterlesen

TEB: Unterstützung für Outsourcing-Opfer?

… aus dem SPD-Titel-Konfigurator:

[Hinweis: Die Fehlerfunktion des Do-it-yourself-Titel-Konfigurators auf der SPD-Seite ist nach Hinweis nunmehr behoben.]

AfH, 06.09.2019

 

weitere „Meldungen“:

        

 

 

… zum wahren Kern geht’s hier lang: klick*

 

***

Selbstgefällige Lachnummer

 

Selbstgefällige Lachnummer

 

AfH, 10.05.2019, Ausschnitt

Causa Beekhuis: Harlinger-Redaktionsleiter Klaus-Dieter Heimann referiert über Presse-Moral-Kodex.

 

 

Weitere Meldungen:
+++ Dealer referiert über sauberes Geschäftsmodell +++ Gaffer zeigen die schönsten Unfallfotos +++ Cum-Ex-Banker erklärt Steuerrecht +++ Todespfleger mahnt Nächstenliebe an +++ Warlord erarbeitet Friedensplan +++ Dreckspatz tadelt Nestbeschmutzer +++ Kinderschänder spricht über wahre Liebe +++ Lokalredakteur erklärt Grammatik ….

 

Keine Wünsche, kein Segen

Keine Wünsche,
kein Segen !

Ist das noch Politik ?

Kein einziger der zahlreichen Akteure mit Internet-Auftritt wünscht dem Bürger dieses Jahr ein frohes Weihnachtsfest: nicht SPD, nicht CDU, nicht Grüne, nicht EBI, nicht BZE, nicht der Ole Willms, nicht BfB.
Trostlose Feiertage…!

 

Medienkompetenz und Digitalisierungssprech ?


Podest

Erster: BZE
Zweiter:   Ole Willms
Dritter:         -/-