Kita Bärenhöhle – Faktenschreck zum Zwoten

Kita Bärenhöhle –
Faktenschreck zum Zwoten

 

 

AfH, 04.10.2019, Ausschnitt

 

Architektenwettbewerb Bärenhöhle – Wo war er ?

Es kennzeichnet ja gerade Architektenwettbewerbe, daß sie für die Fachwelt erkenntnis-, und meinungsbildend für’s Volk sind.
Daher werden sie in der Regel umfassend angekündigt und öffentlichkeitswirksam vorgestellt. Kita Bärenhöhle – Faktenschreck zum Zwoten weiterlesen

Hühnerstall-Architektur

Hühnerstall – Architektur!

 

AfH, 10.05.2019, Bildausschnitt

In der aktuellen Stadtentwicklung ist nun eine weitere Umdrehung der Faktenschreckschraube sichtbar geworden, da kürzlich die ersten fertiggestellten Alten- bzw. Sozialwohnungen Hayungshauser Weg im Beisein des AfH-Chronisten Kiesé besichtigt wurden.
Nachdem seinerzeit 55 städtische Altenwohnungen für 935.000 € an den Investor Real-Immobilien verramscht waren, gelobte Stadtdirektor Harald Hinrichs: „Das Stadtbild wird behutsam erneuert“ demselben Chronisten, ohne daß der was gemerkt hätte!

In der nun vorzufindenden Hühnerstall-Architektur der neuen Real-Immo-Sozialwohnungen allerdings manifestieren sich die Selbstpreisgabe kommunaler Planungskompetenz sowie Stadtentwicklung auf Nachkriegsniveau auf’s Vorzüglichste. Dagegen wirkten die abgebrochenen Alt- Baukörper architektonisch anspruchsvoll und intelligent gegliedert.

„Nach neuesten Gesichtspunkten gestaltet“ glaubt wahrzunehmen die Vorsitzende des Samtgemeinde-Seniorenrates Ulla Uden, und etwas Erkenntniszuwachs und Sachkundeerwerb sollte man sich auch im Alter zumuten wollen.

Offen bleibt dabei, ob die Kubatur der Legebatterie – hier in exponierter Esenser Wohnlage – den zukünftigen Insassen wohl genügend Auslauf ermöglicht, d.h. ob diese Quartiersentwicklung den Kriterien der Freiland- oder eher der Bodenhaltung entspricht.
Da macht’s dann auch nix, daß die Gestaltungswirklichkeit dieser Raiffeisen-Zweckbauten gar recht wenig noch mit dem einst dem Bauausschuß verheißenen Planungskonzept zu tun hat.

Fortgesetzte Stilsicherheit und Niveautreue an gleichem Orte stellt der Investor auch mit dem Antlitz seiner offerierten Eigentumswohnungen unter Beweis.

Die weitere Primitiv-Architektur der anthrazitfarbenen Blechwürfel vor den Lichtöffnungen der plattenbauweisen Baukörper, die zum dauernden Aufenthalt bestimmt sind, öffnen den Horizont des Betrachters für entzückende Planungsleistungen, für die Beliebigkeit der Regionaltype und ihrer so heimatverbundenen Entscheider und für die Sachzwänge zwischen Schlicht- und Profitbau bzw. ihrer Versöhnung.

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Faktenschreck – Kita Bärenhöhle

Kita Bärenhöhle –
Faktenschreck

 

AfH, 09.05.2019, Ausschnitt

Zitat Harald Hinrichs, Stadtdirektor und Samtgemeindebürgermeister:
Die Aufträge werden, wie bei Baumaßnahmen der Samtgemeinde Esens üblich, unter Beachtung des Vergaberechts in der Region vergeben.

 

Die Esenser Region, sie ist von endloser Weite, sie umfaßt:
Jever, Vechta, Rastede, Südbrookmerland, Bockhorn, Riepe, Lorup, Ardorf, Ihlow, Holtgast, Hude, Wittmund, Westerstede (Zitat Bauschild).
Wohlan!

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Unter Verschluß
Nachtrag

 

Überdies bemerkenswert in der Sache ist diese stille Hemdsärmeligkeit, mit der die zuständigen Entscheidungsträger bei diesem Kita-Neubau „Bärenhöhle“ eine Kostensteigerung von gepriesenen 3 Millionen € auf 6 Millionen € wohlbefinden (mit 1 Mio. € pro Kita-Gruppe belegt Esens nun einen nationalen Spitzenplatz!), bevor überhaupt der erste Spatenstich erfolgte, wozu offenbar als Entscheidungshilfe ein Animations- Triller-Filmchen auf KiKa-Level genügte.

Denn mehr ist öffentlich nicht überliefert, wie etwa Anhaltspunkte jenes sog. Architektenwettbewerbs, Entscheidungskriterien wie beispielsweise Vergaberahmen, Problemstellungen, Kostenvergleiche, Einsparkonzepte etc. und was da mehr noch vorkommen mag bei der Verausgabung von 6 Millionen öffentlicher Mittel.

Was in neuzeitlichen Gemeinwesen sehr komplexe, sorgfältige und sachkundige Bearbeitung und Partizipationsprozesse erfordert, braucht in Esens wohl lediglich das Instrument Nichtöffentlichkeit, damit die politischen Akteure abseits von Kontrolle, Sachkunde und Verantwortlichkeit einmütig insbesondere Meinungs- und Zuneigungsübungen absolvieren.

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Moorweg sucht Anschluß

 

Moorweg sucht Anschluß
OOWV plant Kanalnetzausbau

 

AfH, 19.12.2018

Na bitte, die gute Nachricht zum Fest: Kanalanschluß für Moorweg und Dunum!
Im Windschatten zweier neuer Dunumer Baugebiete gelingt es beiden Gemeinden, was Moorweg ( 2.v.l., Symbolbild) seit langem alleine nicht vermocht hatte.
Mit der Erweiterung des Abwassernetzes und der Esenser Kläranlage „erreichen wir eine Chancengleichheit für alle Mitgliedsgemeinden“ erläutert Harald Hinrichs, Samtgemeindebürgermeister. Die erforderlichen „Investitionen müssten über die Solidargemeinschaft Samtgemeinde refinanziert werden“ – und da hat er recht. Moorweg sucht Anschluß weiterlesen

Neue Sepulkralkultur

 

AfH, 18.10.2018

 

Neue Sepulkralkultur

Der Verein „Bienen, Blüten, Naturräume im Alten Amt Esens“ zeigt so sachkundig wie pünktlich zur Pflanzzeit große Emsigkeit, und der Anzeiger für Harlingerland hat dem beigewohnt; folgen wir also dessen Bemühen, das Geschehen zu verstehen und zu überliefern, da auf einem Areal des Esenser Friedhofs eine insektenfreundliche Landschaft angelegt wird. Neue Sepulkralkultur weiterlesen

Narren- und Barrierefreiheit

Narren- und Barrierefreiheit

Zeitgeistig und bunt maskiert kommt sie daher, die gern bemühte Barrierefreiheit – sie nennt sich „altengerecht“, „altersgerecht“, „behindertengerecht“, „rollstuhlfreundlich“, „ebenerdiges Wohnen“ etc. und vermag bereits als bloßes Architekten-, Makler- oder Investorengeschwurbel den Kaufpreis oder Verkehrswert noch so mancher Bruchbude oder Neubausünde in Residenzhöhe zu treiben – zunächst also eine rein rhetorische Geschäftsidee, die es wert ist, einer Anmerkung unterzogen zu werden. Narren- und Barrierefreiheit weiterlesen