Nazi-recreatie – der Lockstoff

 

Nazi-recreatie – der Lockstoff

 

 

Da er seinen Mail-Verteiler nun mit annähernd immer gleichlautenden Texten flutet, muß Herr Overbeck sich wohl vorhalten lassen, daß seine Aktionen zwar die Feinde weiter kenntlich machen, jedoch in deren Schaum- und Sekretaufkommen die angesagt wichtigen Inhalte zunehmend unkenntlich werden.
Vielleicht ja erfreut sich der Künstler, der Esens vermutlich ohnehin zu den erledigten Fällen seiner Vita zählt, noch an der Vorhersehbarkeit der ausgelösten Effekte.

Bereits beim Zeitungsbericht einer Rheinischen Post geht da manch lauernder Influencer im fernen Esenser fb-Kosmos prompt in den Handstand und bringt seine glandula anales in Stellung, so daß sich der „affektfreie“ Betrachter und Chronist vor die Wahl der Metapher gestellt sieht: Stinktier oder doch Pawlows Hund?

Bei gewissen Reichskaffeehaus-Philosophen – oder muß es heißen: Reichscafé-Hausphilosophen?! – hat jedenfalls O.s RP-Artikel zunächst die digitale Erektion hervorgerufen und die Rundmailflut alsdann vereinzelte Ergüsse in deren Facebook-Blase – also Blasenschwäche (von heimischen Followern für Shitstorm gehalten).

Niemand dort ist sich jedoch der Widersprüchlichkeit solchen Treibens bewußt, stellt es doch die weitere Ertüchtigung eines Ortes, aus dem – zugespitzt – 2019 der letzte jüdische Künstler vertrieben wurde, als Retentionsraum für Nazis dar, und qualifiziert den ländlichen Raum zur ohnehin beliebten Destination einer Rattenlinie.
Schutz der Vertriebswege von Nazidevotionalien kann dann als besonderes Alleinstellungsmerkmal begriffen werden.

Wer erzählt denn noch die Genesis der Esenser Stolpersteine?
Der rechte Reiseführer – mit Augenzwinkern!
Und er preist die eigentümliche Willkommenskultur, die Nach- und Wegsicht, die Gelassen-, Verschwiegen- und Selbstzufriedenheit, jenen Zusammenhalt, der das Phänomen des rechten „Rands“ in Zweifel zu ziehen sich eignet (ist’s eher die Mitte?) und gibt 5 Sterne für Offenheit in die wichtigsten Richtungen, nämlich daß Esens bunt ist und Wellness-Oase für äh… halt alle Farben, die wohlfeil einander einhegen.

Destination, reichsbürgerlich beflaggt:   Esens, Nelkenpfad, Ecke Gartenstraße [Foto: Hella Lencer]

Der rechte Reiseführer goutiert die ratiophobe Verwaltung von Gedenknachlaß und Heldenverehrung, von Opferkoketterie und Antifa-Stickern als Einladung in einen Rückzugs- und Verfügungsraum, wo unbelästigt von klarer politischer Wahrnehmung, Position oder gar Widerstand es sich leben läßt … ! Das ist die Rezeptur des Lockstoffs.

Overbeck inszeniert die Nagelprobe: In der beißwütigen Esenser Ignoranz und in der verweigerten Positionierung codieren sich Zugeständnis, Toleranzperversion, Einvernehmen, Verständigung auf Augenzwinkerhöhe zum Willkommensgruß an Nazis – wie Gaunerzinken an der Tür einer Stadt !

Wo noch jede Gaunerei entweder schärfstens beschwiegen oder aber verbissen gut beleumundet wird, weil deren Ankläger den Ruf der Stadt schädigt, darf der Gauner sich herzlich hereingenommen fühlen.
Museumsdirektoren, Gedenkstättenbetreiber, gemischtreligiöse Arbeitskreise, Heimatblatteditoren und eine fb-Gruppe als stil- und meinungsbildende Hilfsorganisation auf Gegenseitigkeit sind dabei die beflissensten recreatie-Propagandisten, an deren Unfreiwilligkeit berechtigte Zweifel zu hegen sind.

 

Ostfriesenherz am rechten Fleck

 

Ostfriesenherz am rechten Fleck

 

 

Wenn Esenser Genossen für ihre Lieblingskneipe den rechten Rahmen neu definieren, dann liest sich das so:
Nach einem Treffen zwischen dem Musiker und der Stadt gibt es jetzt eine Lösung mit der wohl alle leben können. Es wäre schade, wenn eine so wertvolle Bereicherung jäh unterbunden worden wäre.“
(erklärt Fokko Saathoff via facebook)

 

Was war passsiert? Anwohner der Herdestraße beschwerten sich über Straßenmusikbelästigung – und die berüchtigte Esenser fb-Gruppe empöhörte sich auf’s Vorzüglichste über deren Kulturlosigkeit.

Da wurden die Endlosschleifen klampfender Ostfriesenherzchen zur  „handgemachten Straßenmusik“, gar zur  „guten, handgemachten Straßenmusik“  und ihre Reklamebarden zur  „Bereicherung“  sowie  „wunderschön, froh und glücklich“   -machend,  „unverzichtbar“  sowieso, und Esens ward ob der werbenden Kaffeehausmusikanten:  „lebendige Stadt“ !
Und der Bescheid an die Beschwerdeführer,  „die spießigen Hinterwäldler“,  erging per facebook-shitstorm.

Aber damit eben nicht  in esens alles was mit Kunst und Kultur zutun hat im Keim erstickt wird, ermöglichte die Verwaltung für den Genossennachwuchs und das, was die sozialdemokratischen Stammgäste als ihre besondere Kunst und Kultur ins Ostfriesenherz geschlossen haben, eine  Zulassung ohne Schalldämpfer als spezielle lokale Coronaförderung.

Nun muß der Bürger überlegen, wie er an den Straßensperren des abgeholfenen Beschwerdegegenstands vorbeikömmt und die ihm auferlegte  „Toleranz“  gegenüber der Sozis Lieblingsmukke übt.
Das gelingt aber, weil Esens ja auch eine gute Seite hat: auf die man wechseln kann, wenn einen im Begegnungsverkehr Soundchecker, Kommunalpop und follower belästigen.

Noch ein weiterer berüchtigter fb-Volksmund wußte zu berichten,  daß in die Fußgängerzone von Norden jetzt sogar Duo Leuchtfeuer   kommt. Viel hilft viel!

Und wär’s dann nicht ein ermutigendes Zeichen auch für Esenser Prosperität und Aufblüte, wenn jedes Ladenlokal seinen Bänkelsänger rausstellte?
Gerade in Esens hat sicher jeder Betreiber jemanden im Verwandtenkreis, der ein Instrument spielt, auf daß mit einem Esenser Klangteppich gar die Bremer Stadtmusikanten erblassen und die Touristen sich die Ohren reiben sollen.

 

Kuckuck, Kuckuck,  i-a !

 

Laudatio pro domo

 

„Schreiben Sie doch mal was Schönes.“

Laudatio pro domo

 

 

Okay, mal was Schönes….

Zunächst jedoch muß an dieser Stelle von einem gravierenden Schicksalsschlag Mitteilung gemacht werden, der den exit-esens-Schriftführer schon am 20. April heimgesucht hat:
Er ist EWE-Kunde!
Die Eigenschaft bescherte ihm die Abschaltung seiner Telefonleitung zum o.b. Datum, der eine schlichte Adreßänderung vorausgegangen war.
Seitdem gilt ein Alltag ohne Festnetz, Internetzugang, Mail-Kommunikation, E-paper, onlinebanking, dafür täglich-stündlicher Dauerkontakt zu jenem verwilderten Idiotentum der berüchtigten Service-, Vertrags-, Netz-, Leitungs-, Vergabe-, Managementabteilungen, in denen die quasibehördlichen Schweinebackenfirmen Telekom und EWE um den plattesten Kundenterror konkurrieren.
Ein Ende ist nicht absehbar, weil die Dauerschleife aus Terminmitteilung, Nichterfüllung und DreiServicefloskeln einem kaputten Algorithmus unterliegt, der zudem noch die Medikation der geschulten Kräfte in den Callcentern des Beschwerdemanagements miterledigt.

Okay, was Schönes.

Schön ist dabei: Es sehen sich die Verantwortlichen offenbar so unerreichbar, daß sie sich sicher wähnen vor einer bewaffneten Konzernkritik betrogener Kundschaft – wenn das man gut geht … dann drücken Sie die 2 !

Schön aber auch, daß jetzt ein überaus provisorischer Internetzugang über eine virtuose netzakrobatische Versuchsanordnung aus Handy, Tablet, fritzbox und Nachbars W-Lan gelungen ist und nunmehr mit einem ersten demütigen Vitalitätsbeleg dieses achso beliebten Heimatblogs exit-esens eine Antwort auf  der Unken Rufe wiedergestattet.

Schön auch, daß zwischenzeitlich der Anzeiger für Harlingerland der einstigen exit-esens-Prognose Mehr müssen Sie gar nicht wissen  treu Folge leistet und erwartungsgemäß eine Redakteurshomestory nach der anderen raushaut: Herr Nähler lief vor 10 Jahren einen Marathon, Herr Schipper hat auch mal geboxt, Herr Kiesé: Redaktör beim Frisör etc., große Bilder, kleine Texte, und nächste Woche erzählt IME von ihrer Freischwimmerprüfung …

Überschrieben ist das witzigerweise nun mit „Weil auch du mehr wissen mußt“ – die verzweifelte Duzbuden-Antwort in schweren Zeiten – und mit „Was sonst noch wichtig ist“ winkt die Redaktion der letzten vernarbten Synapse mit dem Zaunpfahl.

Schön auch, daß zwischenzeitlich Adolar Ole Willms ebenso exakt prognosetreu des Esenser Jugendparlaments sich anzunehmen in Aussicht stellte – ganz so, wie es der preiswürdigen exit-esens-Romanouvertüre  Venceremos – Die SPD kapern  entspricht.

Schön überdies, daß auch bei Esens Faktencheck aufmerksame Zeitgenossen ihn als geschichtskastrierten Neosozi wahrnehmen, da er zum 08. Mai an die Befreiung der Mitläufer und Täter von ihren Taten „erinnert“ – und somit in etwa dem Bilde der infantilen Witzfigur aus dem exit-esens-Aufsatz  Gedenkwirtschaft  entspricht.

Der Thematisierung des Esenser Jugendparlaments daselbst – auch schön! – wird diesseits noch eine Ergänzung nachzuschieben sein, sobald das Schweinebackentandem EWE-Telekom auch der Seite exit-esens wieder ungehinderten Netzzugang ermöglicht hat.

Und gar besonders schööön, wenn dann auch an dieser Stelle unter der Rubrik Bau & Stil umfassend auf eine immense Bereicherung der Esenser Architektur einzugehen sein wird, welche das berüchtigte „Deutsche Dach“ dermaßen in den Schatten stellt, daß sie eine etwaige Anwärterschaft auf eine Blechtafel des Silberbärdetlefs ein für allemal verwirkt haben dürfte.

Genug der Schönheit.

 

***

Coronavirus? Nicht bei uns! > UPDATE 17. März !

 

Jenseits von Esens ?

 

Coronavirus?
Nicht bei uns!

 

 

 

Hinter China, Südkorea und Italien hatte sich in Iran der viertgrößte Ausbreitungsherd für die vom neuen Coronavirus ausgelöste Covid-19-Erkrankung gebildet.
An der türkisch-griechischen Grenze werden 13.000 Flüchtlinge aus Iran (!), Irak, Libanon, Syrien, Afghanistan, Pakistan, Marokko nach Erdogans Grenzöffnung von EU-finanzierten griechischen Ordnungskräften auseinandergeprügelt.

Auch insofern sei „Deutschland gut vorbereitet“ (Jens Spahn) für das Coronavirus, zumal Von der Leyen mit weiterer EU-Schickeria zur Unterstützung der Ordnungskräfte unterwegs nach Griechenland ist, wobei mit deren Aufrüstung sicher keine Laborausstattung gemeint sein dürfte.

Nicht bei uns !

Das plappern unterdessen auch dieselben hiesigen Zeitgenossen, die bisher bereits über jenes Gesundheitssystem klagten, das einen zeitnahen Arzttermin überhaupt vereitelt, dazu Telekom-ähnliche Warteschleifen voraussetzt, seine Bürger irgendwann im Intensiv-Inkubator Wartezimmer einer Haus- oder Facharztpraxis zusammendrängt, die am Wochenende vor der Notfallpraxis Wittmund in der Schlange auf dem Rasen sitzen oder im dortigen Krankenhaus ihre kranken Angehörigen auf den Flur gebettet vorfinden.
Wie mochte die Freude in der Rezeption der Hausarztpraxis überborden beim Hinweis des hiesigen Lokalblattes an seine etwa kranken Leser, bei Symptomen jedenfalls vor dem Arztbesuch erst da anzurufen.


Nicht bei uns ?

„Wittmunds Krankenhaus ist auf den Ernstfall vorbereitet“
verarscht der Anzeiger weiterhin seine Klientel und aktualisiert zur umfassenden Volksaufklärung seine Emojis.

 

 

Auch die Krankenhaus-Clowns des Pflegebutler haben sich als hippe Pflegekräfte verkleidet, tragen Schutzmasken als Dekospielzeug, die allerorten längst ausverkauft sind und halten die Daumen hoch in die Harlinger Reklamelinse.

 

Nicht bei uns ?

Größere Veranstaltungen sollten abgesagt bzw. auf die Teilnahme sollte verzichtet werden, empfehlen dringend die Obrigkeiten auswärtiger Kulturkreise, wohingegen hiesige Saisonhirten bereits sehnlichst Ausschau nach touristischen Infektionsherden halten, aus Nah und Fern, aus Jung und Alt, und die ganze Familie…
Die Münchener Handwerksmesse z.B. ist gestrichen, was einen Gedanken zu beflügeln vermag, auch alle übrigen Messen abzusagen, vor allem jene mit dem allen herumgereichten Kelch – möglicherweise aber genügt hier schon eine geringfügige liturgische Änderung der Präfation bzw. der Intensität des Agnus Dei.

Dabei ist die Absage bzw. behördliche Teilnahmeverzichtsempfehlung zu Mengenverstaltungen keineswegs ausschließlich der Sorge um die Volksgesundheit geschuldet.
So findet derzeit eine europaweite Zusammenkunft – „Wer zählt die Völker, nennt die Namen, die gastlich hier zusammenkamen…“ – der unterschiedlichsten potentiellen Infektionsträger in einer Qualität statt, daß man von einer biologischen Geheimwaffe zu sprechen geneigt ist: Obwohl biologische Kampfstoffe seit 1972 durch die Biowaffenkonvention verboten sind, üben aktuell 37.000 Nato-Waffenträger mit Infektionsbotschafter-Potential im Rahmen von Defender 2020 den Rußlandfeldzug auf deutschem Territorium als Aufmarschgebiet ein.
Dazu sind ihnen die gesamte nationale Infrastruktur und Potentiale deutscher Administration zur Unterstützung und Begleitung verfügbar – kaum ein Landrat, der sie nicht durch seinen Beritt hätscheln muß – und man darf gespannt sein, ob denn beteiligte Landrats- und weitere Ämter nicht nur über Auf- und Durchmarschpläne, sondern in vergleichbarem Ausmaß auch über aktualisierte Notfallpläne für die eigene Bevölkerung verfügen.

Gerade diese Veranstaltung büßt im allgemeinen Rauschen aktuell, ja auch und gerade unterm Aspekt ihres nachhaltigen Klimawandel-Beitrags, höchst unverdient an Beachtung ein! Säumt Schülerschaft die Bewegungslinien, die Aufmarsch- und Rückzugsräume?

Was mögen diese 37.000 an infektiösem Kulturgut an diese EU-Außengrenze tragen? Und was auf ihrem Weg verlieren und unters Volk bringen? Und was mögen sie bei Übungsende davon mit nach Hause nehmen?

Update 12.03.: „Eingefrorene“ Übung !  > klick und klick

„Und während die Generäle bereits in Quarantäne sind, warten zehntausende Soldaten darauf, sich bei der größten militärischen Massenveranstaltung des Jahres zu infizieren und das Virus weiterzuverbreiten. Das ist unverantwortlich.“
(Jens Berger, Nachdenkseiten)

Nicht bei uns ?

Regionaler Abspann
Wäre dem hiesigen Landrat und seinen nachgeordneten Entscheidungsträgern zuzumuten, sich aus anderen journalistischen Quellen als dem Harlinger Unterhaltungsmaterial zu informieren, so könnten sie aus großem Fundus die Kenntnis schöpfen, daß wegen des Infektionsrisikos z.B. Tagespflegeeinrichtungen geschlossen werden. Daß hier solches unterbleibt, weil sich Posierende dem Anzeiger gegenüber für gewappnet erklären, fremde Erkenntnisse zerstreut und Verstandesregeln ausgeblendet werden, hat gewiß seinen regionalen Hintergrund.
Denn wer hier die Schließung der ersten Tagespflege verfügt, müßte sich folgerichtig der Frage ausgesetzt fürchten, warum aber VW weiter in Betrieb bleibe!
Oder umgekehrt gefragt: Bleiben alle Infektionsherde weiter in Betrieb, weil auch und gerade VW nicht stillgelegt werden soll? Und Enercon? Und Rehau?

Da aber lehrt der Blick auf die politische Interessenslage wohl, daß der zeit- und vorzugsweise Anstieg der Mortalitätsrate bei Alten und Kranken eben kalkulierte Begleiterscheinung der  Auslese im ungleichen Konkurrenzverhältnis von Wirtschafts- und Sozialsystem sei – bei einer so ’schicksalhaft‘ grassierenden Epidemie.

 

Punkt

Weiteres:
1.   „Schon für das normale Tagesgeschäft sind die Kliniken nicht gewappnet“
2.   „Den ‚Großen‘ hilft man, die ‚Kleinen‘ überläßt man ihrem Schicksal“

 

 

Gedenkwirtschaft

        

Die Asche der Opfer
wird zu einem Diamanten gepreßt und ausgestellt;
die Täter werden mit einem Schweigegelübde sanktioniert.

 

 

Es mag den Cyrus Overbeck nun mancher als Belästigung empfinden, aber seine reizbasierten Hervorrufungen bei Obrigkeit, Untertanen und Bürgertum liefern immer wieder noch Grundierung für Erkenntnis und Volksaufklärung.
So war in der Niederschrift der Esenser Ratssitzung vom 17.06.2019 unter Bezug auf dessen Anregungen die Rede von einem „ökonomischen Arbeitskreis Christen und Juden“.
Der Freud’sche Versprecher (er wurde nach Hinweis im Folgeprotokoll korrigiert) trifft auf die Annahme, es gebe in Esens eine Gedenkökonomie, also eine wie auch immer geartete Gedenkwirtschaft, deren Aktiva, Passiva, Akteure, Affekte und Ziele einer sorgfältigen Betrachtung lohnen.

Die allseits reklamierte „Gedenk- bzw. Erinnerungskultur“ darf hier als zentraler Kampfbegriff gelten, dessen zerstörerische Wirkung sich exemplarisch an des Künstlers unzulässigem Eingriff in eben diesen Esenser Gedenkwirtschaftkreislauf ermessen läßt. Betrachten wir also des Kreislaufs Richtung, seine Zeugnisse, Symbole, Events und Aktivisten.

Wer weiß, daß das deutsche Wirtschaftswunder sich keineswegs dem Wirken eines famosen Ludwig Erhard verdankt, sondern mit der Arisierung auf dem Raub jüdischen Vermögens (Hertie, Quandt, Flick u.a.) und dauerhafter Verweigerung von Reparationen und Wiedergutmachung gründet, muß fragen, wie die Aneignung jüdischen Vermögens durch Esenser Bürger und Nachbarn erfolgte. Wie überkam der Besitzerwechsel dieses immense Ausmaß an privaten Wertgegenständen? Welche Esenser waren plötzlich wohlhabend? Zu wessen Gunsten erfolgten die zahlreichen Grundbuchänderungen zu ehemals jüdischen Immobilien? Welche Prosperität vermochte das geraubte Judenvermögen dem Esenser Bürgertum zu bescheren?


Die Juden in Esens, Gerd Rokahr, 1994

Mit Gerd Rokahrs Buch „Die Juden in Esens“ liegt seit 25 Jahren ein umfassendes Kompendium über die regionale und schließlich lokale Siedlungs-, Kultur- und Religionsgeschichte der jüdischen Glaubengemeinschaft vor; auch und gerade die detailreiche Darlegung der Opferbiographien als bloßen Bodycount zu klassifizieren, würde dem Werk sicher nicht gerecht. Der Chronist bleibt ausschließlich seinem Untersuchungsgegenstand mit annähernd anthropologischem Erkenntnisinteresse leidenschaftlich und strikt verbunden, jedoch die Antworten zu o.b. Fragen schuldig. In nur zwei signifikant kargen Abschnitten, 7.3.2 und 7.5.3, bleiben auch Räuber und Gewinnler fatal mystisch und anonym, verschont vom etwaigen Chronisteninteresse zum Wissen voneinander, wer den Nachbarn denunziert hat, um dessen schöne Kommode willen, oder dessen Haus, oder Konkurrenzbetrieb …

Nachgefragt in einer Esenser Buchhandlung, sei das Werk seit längerem vergriffen und nicht mehr erhältlich. Zwar läge noch ein Kontingent bei der Stadt Esens; die aber – sehr zum Verdruß der Händlerin und interessierter Nachfrager – rücke nichts raus, weil sie das ausdrücklich „zu Repräsentationszwecken“ benötige. Gedenkkultur als Pose!
Offenbar ein nützliches Buch von enormem Gebrauchswert. Es werden gerade die aktuellen Esenser Fremdenfeinde, Haßprediger, SPD-Rechten und Wegseher dadurch zu Saubermännern, gar Judenfreunden, Antifaschisten, Widerständlern, Gedenkmeistern, daß Gerd Rokahr ein Buch geschrieben hat, zu dem sie sich in Bezug setzen und mit dessen bloßer Erwähnung sie sich zu Ehrenmännern aufpumpen können.

Auch der weitere Lokalchronist, der sonst über den Besitzerwechsel einer jeglichen Kneipentürklinke zu erzählen weiß, meidet offenbar die Grundbücher, Listen der Besitzzuweisungen, Konzessionsvergaben, die Beutelisten der Vermögensgegenstände, Amts- und Schützenlisten etc. Auch dieser Blick wird in Esens verstellt durch die unzähligen Blechtafeln, derer sich kaum eine Hauswand erwehren kann, die eine Historie bekitschen, die die Taten erinnert, die Opfer abbildet und die Täter nicht kennen und wissen will.


Das Jüdische Museum „August-Gottschalk-Haus“

Eigentümer und Bewohner des Hauses werden beraubt, vertrieben und ermordet; das Haus wird von den Tätern umgenutzt. In weiterer Nutzungsänderung wird es von den Täternachfahren zur „Gedenkstätte“ deklariert, jüdisches Leben wird dort vor-, aus- und nachgestellt; überlebende Opfer und Nachfahren werden dorthin geladen zur Begegnung mit den Neubesitzern, zur gemeinsamen Aufarbeitung, zur Beglaubigung der Wiedergutwerdung der Vor- und Nachfahren.

Auch hier verstellen Vitrinen, Relikte, Symbole und Spielzeuge der Museumspädagogik den Blick auf konkrete Täter, Nachbarn, Beute und den lokalen Kontext, anstatt diese kenntlich zu machen. Zur Reichstagswahl am 05.03.1933 standen 60,5 % der Esenser auf Seiten der NSDAP.
„Dass die Nazis ‚keine von uns‘ waren, dass sie eigentlich niemandem so fremd wie ‚uns‘ waren, ist das gängigste Klischee der Schuldabwehr“ (Thomas Ebermann, Linke Heimatliebe).
Aufmachung, Inhalt und Botschaft dieses Jüdischen Museums bedürfen jedoch noch einer gesonderten Betrachtung.
Auch diese Gedenkkultur kommt als Pose daher, die ihren Träger über jeglichen Verdacht erhaben macht. „Willst Du Dir auch die Führung antun?“ begrüßte der Grüne Ratsherr W. lautstark seinen Bekannten im Eingang der „Gedenkstätte“, als diese am 27.01.2020 anläßlich des Jahrestags der Befreiung des KZ Auschwitz ausnahmsweise geöffnet hatte.

Unter anderen stand der AfH-Frank-Brüling dabei, der dazu mit seiner Ankes Stichworten den Aufsatz im Harlinger lieferte und dessen Heimatdrüse da auch sonst ihre Botenstoffe gegen „den Duisburger“, „den Dortmunder“ etc. ausschüttet, wohl wissend, daß als antifaschistischer Ehrenmann hinten rauskommt, wer vorne ins Jüdische Museum noch als Esenser Rechtstrend-Leugner reingegangen ist. Auch insofern dient das dortige rituelle Reinigungsbad einem paradoxen Zweck all den Banausen, die sich unablässig sowohl zu Gerd Rokahrs Werk als auch zu Existenz und Betrieb „unserer Jüdischen Gedenkstätte“ in aufarbeitenden Bezug setzen.


Antifa-, Heimat- und sonstige Pose

Der Fremdenhaß als kleine Schwester des Rassismus verbirgt sich hinter deren Heimatliebe; als Museums-, Chronik- und Erzählaktivisten beanspruchen sie Definitionsmacht und Lufthoheit über Integration, Desintegration und Vertreibungsbedarf, weshalb Heimatverbundenheit „nicht als Liebeserklärung an die Landsleute gemeint, sondern als Kriegserklärung an jene zu lesen ist, die man nicht als zur Heimat gehörig identifiziert“, (Wolfgang Pohrt).

Die Berufung bzw. Vereinnahmung des Ökumenischen Arbeitskreises Juden und Christen in ihren Zeugenstand erhebt sie über jeglichen Verdacht des Verschweigens von lebendigem Nationalsozialismus und der Blindheit gegen die lokale Notwendigkeit dieses Diskurses.
Die Verleihung des Silbernen Bären war die Waffe gegen den Störer eines Idylls, dessen stete Anschlußfähigkeit für Täter und Opfer gleichermaßen um jeden Preis erhalten werden soll.

Ihre Trivial-Antifa ist einer von zu vielen Stickern, mit denen die Zeitgenossen sich als Saubermänner aus- und kennzeichnen.
Pohrt schrieb einst: „Antisemiten und Rassisten werden bekämpft, weil man sie benötigt. Sie werden gebraucht, weil sie sowas wie der Dreck sind, an welchem der Saubermann zeigen kann, dass er einer ist. Sie werden gebraucht, damit Schröder die von ihm geführten Raubzüge der Elite als ‚Aufstand der Anständigen‘ zelebrieren kann. Sie werden gebraucht, weil die Ächtung von Antisemitismus und Rassismus das moralische Korsett einer Clique sind, die sich sonst alles erlauben will, jede Abgreiferei“ und deren Esenser Episoden vielfache bundesweite Bekanntheit erlangt haben, möchte man hinzufügen.

„Erst werden die Juden bürokratisch vernichtet, jetzt werden sie gefühlig veredelt“, attestierte Eike Geisel schon vor einem Vierteljahrhundert zum aufkommenden Shoahbusiness. Zur emotionalen Gestaltung der neuen Gedenkausstellung im Jüdischen Museum sang dann auch ein Helmut Bengen (jüdisches Liedgut?), der ebenso die Stimmungskanone beim Richthofener Geschwaderball macht, jenen Profis also, die an deutscher Bewirtschaftung von aktuell 13 Kriegsschauplätzen in der Welt mitwirken; bleibt zu hoffen, es gehe ihnen mit der Übersichtlichkeit der Kriegsschauplätze allmählich die Übersichtlichkeit des eigenen Kampfmotivs verloren“ (Oskar Negt).

Eine stets hippe Auswahl an weiteren Stickern bietet das Meinungs- und Bekenntnisdesign des Esenser facebook-Visagismus, nämlich Popkultur:  Together against Antisemitism, Open the ports, Free Captain Rackete, Europe United, 500 Jahre Reformation, wirsindmehr, Zusammen gegen Antisemitismus, Kein Millimeter nach Rechts, Je suis Charlie, Nie wieder Faschismus … labeln sich ausgerechnet die verschlagensten Provinzfluencer, Heimathetzer und Betroffenheitsempörer (vor denen man sein Mobiliar zurücklassen und zunächst seine Angehörigen in Sicherheit bringen sollte), während sie fortwährend augenzwinkernd die mannigfachen Rechtsbrüche ihrer Esenser Genossen und Spießgesellen begleiten.


Silberner Heimathirsch

Und immer wieder mal verwandelt ein Prophet Wein zu Wasser und labt seine Gemeinde aus dem Mittelstrahl und melden sich der Erinnerungskultur lauteste Blechbläser zu Wort.
Also posaunt der HErr Pfr. i.R. Anneus Buisman, der auch sonst unermüdlich um Gehör kämpfen muß – mal als AfH-Beitrag, mal als Artikel oder als Ankündigung, als redaktioneller Bericht, als Wort zum Sonntag, mal als Blinddarmentzündungsreport zur Weihnacht oder als Anekdötchen mit Alexa – nun per Leserbrief zur „Gedenkkultur“, die „in Esens gelebt wird“ sowie zu Overbecks Unverschämtheit, andernorts mit Auswärtigen darüber nachzudenken. Zudem habe O. ganzjährig die „fantasievollen Veranstaltungen“ wie „die Feste der Juden“ daselbst geschwänzt und keinen öffentlichen Kenntnisnachweis zu Gerd Rokahrs Referenzfibel geliefert, „ganz zu schweigen von den Heften, in denen Zeitzeugen nach ihren Erinnerungen an die jüdischen Mitbürger damals befragt worden sind“ – gemeint sind hier die drei schmalen Heftchen und er selbst als deren Herausgeber, wofür er auch vom Arglosesten noch Aufmerksamkeit einfordert und sein diesbezügliches Defizitsyndrom somit gegen die geballte Verwerflichkeit dieses fremden Gedenkwirtschaftsflüchtlings O. kehrt.

Buismans Bemühen, alle oben bezeichneten Klischees des militanten Heimatschützers zu bedienen, wo’s zum Militärpfarrer nicht gereicht hat, blieb nicht ungehört.
Eine Esenser Bürgerin, deren leserbriefliche Replik gerahmt zur Silberbärverleihung hätte gereicht werden müssen, verschaffte dem Anneus mit dem String „Deichen im Kopf und Ignoranz im Herzen“ dankenswerterweise ein weiteres Comingout: „Mein Vater wurde von den Nazis drangsaliert und verlor einen Teil seiner Ämter. Mein Paten- und Namensonkel kam aus politischen Gründen ins KZ und überlebte knapp. Das, obwohl er körperbehindert war. Ein weiterer Onkel kam aus politischen Gründen ins Zuchthaus und verstarb noch im Kriege an den Folgen… sprechen eine deutliche Sprache.“
Und tatsächlich, wer genau hinhört, vernimmt diesen Dreiklang von Verdienst, Vorwurf und Einverständnis in der Selbstdekoration: „Mein Vater, mein Onkel“ bedeuten nichts anderes als „metoo!“; die Verfolgung als Nichtjude wiegt in ihrer Unverdientheit besonders schwer und impliziert andererseits das Bestehen einer spezifischen, z.B. „unpolitischen“ Verdientheit, die anderen angedieh und an der Stelle wohl nicht in Abrede gestellt werden soll.

Im Kern und Kontext ist diese betroffenheitsgeadelte, täterfreie Erinnerungskultur bloß wieder die bekannte Pose gegen das Fremde, als erhabenes Empörungsselfie in Anschlag gebracht. Ihre Ent-rüstung liest sich eben nicht als Konversion, sondern – Idiotie ihrer Sprachwüste – als deren Gegenteil, nämlich Aufrüstung mit Zielansprache.

„Sie scheinen im fernen Düsseldorf zu Hause zu sein“ ist eine Liebenswürdigkeit von erlesener Niedertracht, ihr Subtext kommt als Aufruf zur Ausgrenzung in bester lutherischer Diktion daher und zwanghaft wiederholt zur Anwendung, zuletzt beim „Duisburger“ und selbstverständlich beim „Dortmunder“, denen die Moral- und Landesgrenzen aufzuzeigen der verdiente Träger des Silbernen Heimathirschs sich immer wieder gern berufen sieht – und was da mehr noch aus dem Stürmerkasten zwinkert.

Ausgespart bleibt, ob Opferfamilie Buisman auch Juden versteckt habe, wie später gar manche von sich behaupteten, mitunter so gut, daß diese nicht mehr gefunden werden konnten und heute in Gesamtheit auf ein Areal von 20 qm hinterm Bahnhof passen.


Noch ’ne Gedenk-Pose – ein Selfie
Bildbetrachtung 1

„Am Freitag war ich zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung im jüdischen Museum und Gedenkstätte „August-Gottschalk-Haus“ eingeladen“ preist sich – Selektion honoris causa – Ole Willms, der junge Held der Brauchbarkeit ein und stellt sein Beweisfoto daneben.
Rätselhaft bis besorgniserregend ist die Beschaffenheit der Selbstwahrnehmung eines Menschen, der ein Selfie beim Gedenken von sich fertigt bzw. fertigen läßt und in’s Netz drückt. Wie geht das praktisch? „Hey, komm wir geh’n in die neue Ausstellung zum Esenser Judentum, und wenn ich in’s Gedenken sinke, knipst Du mich!“o.s.ä.

 

 

 

 


Noch’n Selfie – Schluß-Pose
Bildbetrachtung 2

 

Seinen Skizzenblock bringt er in Anschlag wie Heutige ihre Gedenkkultur.
„Hacken runter!“ möchte man rufen – wüßte man nicht ohnehin, daß es sich um ein – ebenfalls – gestelltes Kompositum des Wilhelm Petersen, des alten Helden der Brauchbarkeit, handelt – ebenfalls zum Selbstzwecke seiner Glorifizierung.
Zu diesem Selfie lautet der Gedenk-Text:

„Der Kamerad Petersen hat in meiner Gegenwart den ganzen schweren Angriff in vorderster Linie mitgemacht und kein noch so heftiges feindliches Feuer konnte ihn hindern, seine Aufgabe zu erfüllen. Mit vorbildlicher Tapferkeit und Rücksichtlosigkeit gegen sich selbst hat er jeden Augenblick des harten Ringens in Zeichnungen festgehalten und war bei Erfüllung dieser Pflicht oft genug nicht einmal in der Lage, die sich bietenden Deckungen in der Weise auszunutzen, wie der Kämpfer mit der Waffe.
Was ich von Petersen an Mut, Kaltblütigkeit und Einsatzbereitschaft gesehen habe, veranlaßt mich, den Antrag auf Verleihung des Eisernen Kreuzes aufs Wärmste zu unterstützen…“
O.U. den 11. Juni 1940
gez. Dörfller-Schuband
SS-Obersturmbannführer und Bataillonskommandeur

 

Punkt

 

Nachtrag:
… Täter benennen!

 

Ratsbeschluß: Platz für Rassismus ?

Platz für Rassismus?

 

Antrag des Bürgers Cyrus Overbeck, Ausschnitt

 

Grundsatzfrage ?

Bekenntnisse sind Privatsache, und Privaten ist es freigestellt, diese kundzutun, in Gemeinden, Gruppen, Parteien, Communities sich zusammenzufinden und im öffentlichen Raum einander damit zu bestätigen oder zu belästigen.

Es ist aber nicht Aufgabe von Gebietskörperschaften bzw. ihrer Politik und Verwaltung, öffentlich Bekenntnisse, gleich welcher Art, abzulegen, sondern einzig und vor allem, die Daseinsvor- und -fürsorge ihrer Bürger zu organisieren und sicherzustellen.

Deshalb bleibt Bekenntnispropaganda schlichtweg Impulsgeste, die vor allem dazu taugt, von vernachlässigter Bearbeitung der Kernaufgaben abzulenken. Ratsbeschluß: Platz für Rassismus ? weiterlesen

Teddy-Stiftung – Werbung für Kinderlimo

Teddy-Stiftung
Werbung für Kinderlimo

 

AfH, 16.05.2019, Bildausschnitt

 

Die Esenser Teddy-Stiftung ist mit ihrer Bären-Idee eine begrüßenswerte Initiative, die es ermöglicht, Kindern in Notsituationen schnelle Tröstung zu verschaffen.
Die österreichische Klosterquell Hofer GmbH ist mit Dreh+Trink der marktführende Spezialist für „Kindergetränke“ der Zielgruppe 3 bis 8 Jahre. Teddy-Stiftung – Werbung für Kinderlimo weiterlesen

Sinnlich nekrophil

AfH, 08.02.2019, S. 11, Ausschnitt, Ems-Jade

Sinnlich nekrophil – Floskelfleddern


„Mit allen Sinnen dem Tod auf der Spur

Dr. B. Vennemann und Dr. V. Preuss obduzieren eine Leiche

Halten wir also einen Moment inne und lassen dies auf uns wirken – – –
… der Sinnzusammenhang wird hier gewissermaßen: auseinandergenommen!

Obduktion mit allen Sinnen ?
Unter den wichtigsten wäre da zunächst der Tastsinn, also wie sich Leiche anfühlt: Erleben von akzentuierter Haptik.
Es folgt das Gehör, also was ist akustisch wahrzunehmen, legt man sein Ohr an die Leich‘.
Alsdann – das Auge weidet mit – gelangt das Sehen zur Anwendung, die optische Wahrnehmung: Wie sieht sie aus, die Leiche.
Der Geruchssinn wird nun gleichfalls erprobt, nämlich festzustellen, wie die Leiche riecht.
Und schließlich behandelt der Geschmackssinn bei der Obduktion, also wie Leiche schmeckt, folgerichtig die allerhellste erkenntnisbildende Recherchefrage, wenn Hochjournaille ihren Feinschmeckern eine „Wissenschaftsreportage“ serviert.

Dann aber auch wollen Populär- und Hilfswissenschaften der gleichsam bekannten Nebensinne ihre Beachtung finden; zur Gesamtheit aller AfH-Sinne gehören zweifellos gleichberechtigt: Blödsinn und Unsinn, Flach- und Schwachsinn, Hinter-, Fein- und Frohsinn und was da mehr noch vorkommen mag bei einer Obduktion, sowie nicht zuletzt und abermals herausragend: der Siebte Sinn (Verkehrstote!).

Der Lebenssinn [da ist noch einer!] des Blattes jedoch dient wiederum seinem alleinigen Adressatenkreis, der werbenden Wirtschaft, die – nachahmendes Lernen – sogleich und gleichermaßen folgsam einfältig und blähsprachig und sinnfrei textet:
„Eine Auszeit für alle Sinne“!

Anzeige, AfH, 08.02.2019, S. 28

Also tot: Erlösungspflege !

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Trendschwänzen

Trendschwänzen

AfH, 09.02.19, Bildausschnitt

Die Frage ist nicht, ob das NIGE-Trendschwänzen sogleich Ausweis politischen Bewußtseins ist, sondern welche Art Lehrkörper dahintersteht, der seinen Schülern noch nicht mal differenziert zu vermitteln vermag, was Klima ist und wie Strom erzeugt wird:

Der jeweils aktuelle Stand des adoleszenten politischen Bewußtseins übrigens erschließt sich von selbst bei Lektüre der Protokolle des  Jugendparlaments oder der Seite eines Ratsmitglieds Ole Willms.

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ParkART – Die Große-Ansichtskarten-Ausstellung

 

AfH, 02.07.2018, Ausschnitt

ParkART – die Große-Ansichtskarten-Ausstellung

Schön, wenn jemand ein Hobby hat, dann kommt er nicht auf dumme Gedanken.
Noch schöner aber, wenn er beides miteinander verbinden kann. ParkART – Die Große-Ansichtskarten-Ausstellung weiterlesen

Mummenschanz und Maskerade

Mummenschanz und Maskerade
Nachklapp

„Bereicherndes Miteinander der Kulturen“ (Bildzitat: AfH, 01.10.2018)

Die „Kultur“, deren Plural „Kulturen“ sachgerecht sonst nur in Petrischale oder Käsekeller Verwendung findet, da sie als virulent oder frohwüchsig gelten, die also wird hier mehrzahlig propagiert und zum Kampfbegriff der Integratoren, wenn auch nur zwei Spezies unterschiedlicher Herkunft beisammen sind. Mummenschanz und Maskerade weiterlesen

Maskenball mit Gruselfaktor

Maskenball mit Gruselfaktor

Dieser Integrationsbegriff richtet seinen rücksichtslosen Anpassungsimperativ gegen jeden „Fremden“ aus der selbstgefälligen Wahrnehmung als Hoch“kultur“, denn ginge es den Trägern um Respekt und Akzeptanz des Fremden und Andersseins, hieße es Inklusion!

Bildzitat: AfH 22.09.2018, Ausschnitt

Arglos schlägt der Leser die Samstagsausgabe des „Anzeigers“ auf und sieht sich konfrontiert mit einer kopftuchdekorierten AWO-Vorsitzenden Maskenball mit Gruselfaktor weiterlesen

In die Gedankenferne – Esenser Sparkassenlauf

Esenser Sparkassenlauf – in die Gedankenferne

„Dass die Hitze Laufsportfans nichts ausmacht, haben gestern zahlreiche Teilnehmer beim Esenser Sparkassenlauf bewiesen.“ … und auf die Beweisführung wider jeglichen Verstand mit verkündeten 617 Starts darf man gespannt sein: „Mehr dazu folgt in der Montagsausgabe“ verheißt schonungslos der Anzeiger für Harlingerland (Foto). In die Gedankenferne – Esenser Sparkassenlauf weiterlesen

Das Beißleder

Der historische Gastbeitrag

Das Beißleder

Alter Brauch und üblich ist, daß der Antragsteller auf eine Baugenehmigung, sofern er nicht Ratsmitglied, Verwaltungskollege, deren Anverwandter oder Ex-VW-Manager ist, zum Formblatt Bauantrag auch ein sogenanntes > Beißleder erwirbt.

      

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