Venceremos 2 – Unterwanderstiefel

Vorabdruck
mit freundlicher
Genehmigung
des Autors


Kaperfahrt und Unterwanderstiefel
– Fortsetzung –

 

Was bisher geschah:
Der junge Ratsherr will mit Jan und Hein und Klaas und Pitt als fünftes Rad am Wagen auf Kaperfahrt („Vorstellungsgespräch“ vs. „Assessmentcenter“) in die SPD fahren, nachdem er sich nötige Voraussetzungen unterstellt hat. Da erschrickt ihn sein neuer Klingelton …

 

Die SMS von Hermes kündigte die erwartete Zustellung an. Vor drei Tagen hatte er online bei Zalando bestellt, was ein Heimatshopper in Esens nicht kriegen kann: ein Paar nagelneue zwiegenähte Unterwanderstiefel.
Er hatte lange gezögert, war zunächst unentschlossen gewesen und hatte ein schlechtes Gewissen, weil er auch noch jene zwei Paar gebrauchte zum Auftragen hatte.
Aber er hatte auch gute Gründe: Arnos Stiefel waren einfach nicht bequem. Die Verwaltungsrechts-Einlagen (Senk-/Spreiz-) trugen sehr auf, sie drückten und ermüdeten zu schnell die jungen Füße.
Und Erwins Stiefel waren schlichtweg zu groß, er hatte sie mit bis zu vier Paar Socken, wechselweise schwarz und rot, eine zeitlang weitergetragen, hatte sich damit verlaufen, mal einen verloren und war mehrmals im Ausschuß gestolpert, und hatte erschöpft das mitleidige Schmunzeln sogar der Grünen im Rücken gespürt und ertragen müssen, was ihn sehr verletzte – auch Erwins Stiefel waren einfach nicht tragbar!

Er würde sie alle zum Nikolausabend noch mal vor die Haustür stellen – eine tolle Tradition, die wir pflegen sollten, und bei 476 fb-Freunden müßte mit üppiger Füllung zu rechnen sein – und sie später in den DRK-Altkleidercontainer geben. Die Vorstellung, einem Asylbewerber in Erwins gebrauchten Unterwanderstiefeln in Esens zu begegnen, zauberte dem jungen Ratsherrn ein sardonisches Lächeln ins weiche Antlitz.

Am nächsten Tag lagen die neuen vor ihm, großzügig erübrigte er eine Fünfsterne-Bewertung und freute sich auf den langen Marsch. Durch die „Institutionen“ einer Esenser SPD würde dieser sich als Spaziergang erweisen, da war er sicher, und liebäugelte einen Moment mit dem Gedanken, den doch in seinen Lieblings-Indoorslippern zu absolvieren.
Doch Vorsicht, dachte er bei sich, eine gewisse Ernsthaftigkeit sollen sie mir schon abkaufen, da will ich mir nicht auf Turnschuhen noch selber ein Bein stellen – solide Standpunkte brauchen solides Schuhwerk!

Etwas Zeit blieb ihm noch, dies einzulaufen. Das paßte, er wollte ohnehin zum Wochenmarkt, sich regelmäßig dem Ortsgeschehen als zugehörig darstellen und weil ihm zugetragen worden war, daß Mitglieder von Rat und Verwaltung sich dort gelegentlich kleine Zuwendungen zustecken ließen. Dem würde er nachgehen!

Bei bedecktem Himmel herrschte noch mäßiger Betrieb. Überraschend bestätigte sich seine Erwartung auf Anhieb. Festen Schrittes verließ er den Gemüsestand mit einer Porreestange und Kräuterhexe Dagmar mit einer Selbstgedrehten und an Poppingas Obstwagen schenkte Hans-Georg dem jungen Ratsherrn einen sauren Apfel.
Karin stand neben ihm in der Reihe. „Schicke Stiefel“, sagte sie und er errötete …

 

– wird zweifellos fortgesetzt –

 

Johanne Modder featuring Karl Liebknecht / update

 

Jenseits von Esens

 

 

Johanne Modder
featuring              Karl Liebknecht

 

 

Kaum schließt man sie in’s Herz, schon werden sie lästig; mit dieser SPD kommt man einfach nicht zur Ruhe.

Unlängst noch mußte man sie auf den Programmierfehler ihrer Webseiten-Suchfunktion hinweisen und danach an deren Esenser Erlebnisaufsatz vom Ministerfrühstück mehrmals den „Willi Brand“ korrigieren, bis sie nach Drohung mit  Herbert Karl Frahm  endlich zu ihrem richtigen Willy Brandt fanden.

Und nun müssen sie gar in eigener Geschichte zur Nachhilfe gebeten werden, da die Vorsitzende der Landtagsfraktion Johanne Modder zum Wiesmoorer Hundertjährigen vor allen Leuten trompetete, sie sollten „betrachten, was wir alles geschafft haben“ und sich  „an große SPD-Politiker wie August Bebel, Karl Liebknecht, Willy Brandt und Helmut Schmidt“ erinnern !

Besonders geschafft hatten sie: Karl Liebknecht, Spartakist und Mitbegründer der KPD – den hatten die Genossen Arbeiterverräter mit ihrem Ebert seinerzeit von Noske liquidieren lassen, so wie Rosa Luxemburg !

Da hängt er nun an dieser großen Glocke, der selbstbesoffen feiernde Historienverlust aus der Dame Dämlichkeit unter dem kleinen Vorbehalt, nämlich daß dieser Scheiß – Joh. Modder featuring Karl Liebknecht – etwa vielleicht von der Harlinger Schreibkraft MH zu verantworten wäre?
Dann aber sollten die Genossen jener Edelfeder doch mal gehörig in den Flaum zwacken, oder in’s Bürzel.
Bis dahin aber darf solche Sozialdemokratische Partei weiterhin als stets trendbemühte Selbsthilfegruppe gelten, die sich in ihrer Erinnerungskultur verlaufen hat.

Punkt

 

Nachtrag

SPD: Proklamation der überfälligen Entschuldigung vom Balkon des Reichstags durch Jan Böhmermann (21.10.2019)

***


Doppelpunkt

 

Keine Wünsche, kein Segen

Keine Wünsche,
kein Segen !

Ist das noch Politik ?

Kein einziger der zahlreichen Akteure mit Internet-Auftritt wünscht dem Bürger dieses Jahr ein frohes Weihnachtsfest: nicht SPD, nicht CDU, nicht Grüne, nicht EBI, nicht BZE, nicht der Ole Willms, nicht BfB.
Trostlose Feiertage…!

 

Medienkompetenz und Digitalisierungssprech ?


Podest

Erster: BZE
Zweiter:   Ole Willms
Dritter:         -/-