Silberner Bärendienst

AfH, 13.01.2020, Ausschnitt

 

 

Silberner Bärendienst

 

 

Weitgehend erfolglos hatte ein Ex-Esenser Künstler die Bedeutung vorbehaltloser Akzeptanz völkischer Gebrauchskunst für die Faschisierung des Alltags zu thematisieren versucht und neben skurrilen Ratsbeschlüssen auch einen shitstorm („Stürmerscheiße“, H.L. Gremliza) verursacht.

Dabei hatte dieser geringste Denkanstoß so viele gemeldete Schwerverletzte hervorgebracht, daß Rat und Obrigkeit nach Notfallseelsorge und Ersthilfe nun endlich die Aktivierung der Selbstheilungskräfte für geboten hielten: Verpflichtet dem Gedanken der Rehabilitation wurde der Silberne Bär verliehen. An den Ökumenischen Arbeitskreis Juden und Christen.

Insbesondere aber die Häme der Begleitmusik im berüchtigten „sozialen“ fb-Netz der auf-rechten Alt- und Neosozis sowie die abermalige Vereinnahmung des Ökumenischen Arbeitskreises  für die Richtungsvorgabe der vorangegangenen Diskursverweigerung im Anliegen des Genossen Ex-Bürgers Overbeck,   das zusammen entlarvt Kalkül und Tücke und berechnende Implikation dieser Ehrung – sie diskreditiert den Preisempfänger zur kommunalen Persilscheinagentur in eigener Sache.

Der Esenser „Gedenkkultur“ wird an dieser Stelle noch ein gesonderter Beitrag zu widmen sein.

 

Punkt

 

 

He löpt noch:

Bildungsreise – die Nachbeißer, 12.11.2019
Bildungsreise nach Uplengen, 09.11.2019
Platz für Rassismus zum Dritten, 24,08.2019
Platz für Rassismus zum Zwoten, 16.08.2019
Platz für Rassismus?, 10.06.2019
Holoween & Hallocaust, 01.11.2018

„Parolen der Rechten… “, AfH, 08.11.2019

 

 

Bildungsreise nach Uplengen – Die Nachbeißer

Bildungsreise – Die Nachbeißer

 

Nächste Bildungsreise – erste Reservierung …

In der einschlägigen Esenser facebook-Gruppe, vor deren „Gedenk- und Erinnerungskultur“ sich Demokraten, Künstler und anderes Artfremde auch sonst in Acht nehmen sollten, klassifizierte ein Zeitgenosse die christdemokratische Dialogveranstaltung und deren Teilnehmer, unter ihnen der langjährige Bürgermeister und Ehrenbürger von Esens Klaus Wilbers, als:   „Rattenfänger“ und „Ratten„.

 

 

So demaskiert sich das „Gedenken“ dieser fb-Gruppendynamiker als bloße Popkultur;
nur deshalb können sie sich auch selber „Bravo!“ drunterschreiben.

 

Botschaft nach Esens – Annahme verweigert
Die Bildbetrachtung

 

 

 

 

Keineswegs muß man Overbeck-Bewunderer sein, um einem wachen Künstler zu konzedieren, daß er sich verpflichtet sieht, darauf hinzuweisen, wenn der Esenser Maler H.C. Petersen nicht nur den Lions-Kalender sondern auch faschistoide Publikationen illustriert hat, was wiederum dem Lions-Club durch den Gestaltungsauftrag an Petersen – in voller Kenntnis des Kontextes – zumindest den Ruch gewisser Distanzlosigkeit anzuhaften vermag.

Das häßlichste Antlitz des Deutschen gegen die heile Welt eines Esenser Postkartenidylls – Overbeck stellt zwei Extrem-Klischees gegenüber und dem Betrachter anheim, die Distanz zwischen beiden Metaphern zu ermessen und nachzudenken, welcher der Ilustrator nahesteht oder gar sonstwo zu verorten ist.

Das ist weder übersteigertes Ego, noch krank- oder zwanghaft, noch Selbstverleihung etc.

Vielleicht ist es aber so, daß Overbeck einfach nicht den Rassemerkmalen dieser popkulturellen Avantgarde in Esens entspricht, deren Sache affektfreies Nachdenken nicht ist, die jedoch die Definitionsmacht darüber beansprucht, wer Nazi, Antirassist, heimattreu, Gedenkprofi oder Künstler ist ?

 

Punkt

 

 

Platz für Rassismus?, 10.06.2019
„Den Parolen der Rechten wird zu wenig widersprochen“, Anzeiger für Harlingerland, 08.11.2019
über „Ratten“, 25.02.1980

Platz für Rassismus ? – zum Dritten

Platz für Rassismus ?
„friedvolles Miteinander, Respekt und Wertschätzung“

 

 

 

 

Freitag vor einer Woche wurde an dieser Stelle der SPIEGEL-Artikel über Cyrus Overbeck weiterveröffentlicht sowie ein Kommentar zur Einordnung in die Esenser Verhältnisse. Am Mittwoch wurde hier der Hinweis auf den Fernsehbericht der WDR-Lokalzeit Duisburg zugefügt. Danach gelangte beides als eines Zeitgenossen Rundbrief u.a. an Presse und Politik, wobei stets erfreulich ist, wenn exit-esens-Produkten geschätzte Weiterverbreitung widerfährt.

 

Eigentlich war dem Bericht vom 16.08. nichts hinzuzufügen, weil die Reaktionen in der Overbeck-Geschichte absehbar waren und sind … hätten nicht Bürgermeisterin Karin Emken und Stadtdirektor Harald Hinrichs diese mit einer formellen Erklärung im heutigen Anzeiger für Harlingerland beträchtlich konterkariert.

Das Allbekannte schließt mit einer Aussage, die den „Bürgerinnen und Bürgern (…) ein vielfältiges und beständiges Engagement für ein friedvolles Miteinander, für Respekt und Wertschätzung“ zuschreibt.

Daß dies eine steile These ist, erweist sich abermals und absehbar bei der Sichtung der diesbezüglichen facebook-Hinterlassenschaften, wo sich aufrechte Esenser einfinden, die sich ihre Erinnerungskultur nicht von einem jüdischen Halbperser aus Duisburg streitig machen lassen wollen.
Unter dem Schlagwort „Künstlerstreit“ präsentiert gar mancher dort seinen KunstBegriff, mit dem er uns nochmals wissen läßt, was wir unter „entartet“ zu verstehen haben.

Allen voran der Anzeiger-Redakteur Frank Brüling, der, um Overbeck hinterherzubellen, unverzüglich der bezeichneten fb-Kampfgruppe Esens – Allgemeine politische Themen zugestiegen ist, wo sich auch mehrere Esenser Ratsmitglieder und sonstige „influencer“ auf’s Vorzüglichste beheimatet wissen. Denn in einer Echokammer, wo Brüling selber hetzt, ist die Verwertbarkeit des Echos für die Printausgabe („In den sozialen Medien…“) bestens gegeben. Brüling, der Petersen als „Konkurrenten“ Overbecks in Gänsefüßchen setzt, verkennt dabei im Genre, daß ‚Overbeck‘  zu ‚Petersen‘  sich verhält wie Rolling Stones zu Shanty-Chor oder Joe Cocker zu Franky Alcatraz … oder Journalismus zu Frank Brüling.

Und sobald die heutige AfH-Printausgabe per facebook-Anzeiger online ist, wird man dort der weiteren Beißwutentwicklung einer Gemeinde (community) für ein friedvolles Miteinander, Respekt und Wertschätzung beiwohnen können, der eigentlich nur eines zu wünschen ist: Zahngesundheit und glänzendes Fell.

Punkt

 

Nachtrag
Es gibt Prognosen, die den Prognostiker erfreuen, wenn sie nicht eintreffen:
So hat der Anzeiger für Harlingerland nach einer bemerkenswert sachlichen Dokumentation mit Kommentar zur o.b. Angelegenheit bislang auch darauf verzichtet, durch deren fb-Aufbereitung jener Community ein weiteres Forum zu bereiten. Chapeau !

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Holoween & Hallocaust

Holoween & Hallocaust

AfH, facebook, 30.10.2018

Der facebook-Anzeiger für Harlingerland, dessen Redakteure da gerne die eigenen Beiträge liken, bis sie für die print-Ausgabe relevant sind, hat seiner community zum Reformationstag eine Umfrage erstellt. „Was wird morgen bei Ihnen zelebriert?“ wird da zur Meinungsbildung anheimgestellt, die Ehrung Luthers oder der Halloween-Horror? Damit bringt die Redaktion zwei Optionen zusammen, ohne im mindesten zu ahnen, daß diese Komplexe tatsächlich einander so nahe sind, daß man sie getrost zusammen „zelebrieren“ darf. Holoween & Hallocaust weiterlesen