Käseblatts Schmierspur – Der Dauer-Beekhuis

 

Käseblatts Schmierspur
Der Dauer-Beekhuis

 

 

 

 

 

 

Bekenntnis

Farbenfrohe Verständigung führe ich gelegentlich mit Freunden, wenn wir uns manch wohlverdienten Zeitgenossen vor die Stoßstange wünschen und daß es aussehen müßte wie ein Unfall, und, wahrlich, auch wissen wir von bestimmtem Pfaffen, den der Satan in der Hölle mit einem extra heißen Kessel erwartet – opulente Sittenbilder also, die auch regelmäßiges Übermalen und Umhängen erfahren und als privat gesprochenes oder digitales Wort eben dem Daten- und Persönlichkeits- und Privatsphärenschutz unterstehen, was zweifellos weder dem ahnungsvollen Pfaffen noch dem fiktiven Stoßstangenaspiranten behagte, wenn die denn davon wüßten … wehe, Bürger, wenn das gehackt wird …! Käseblatts Schmierspur – Der Dauer-Beekhuis weiterlesen

Strukturwandel

AfH, 08.01.2019, Ausschnitt

 

Strukturwandel

Detlef Kiesé, Harlinger-Fachkraft für Stilfragen und städtischer Silberbärträger, weiß über die Entwicklung der Hirsch-Apotheke von Frau Sylvester mehr, als auf eine Kuhhaut geht und spreizt ebendieses auf Seite 4 des Anzeigers für Harlingerland.
Vor allem aber weiß er, daß die Eigentümerin „nun auf der Suche nach einem Mieter in den Geschäftsräumen“ sei, verrät dabei aber nicht, ob sie auch in den Nebenräumen nachgeschaut hat.
Immerhin wird der trendsprachige Leser beauskunftet, welche Gattung Mieter es denn sein solle: „möglichst einen Frequenzbringer“ !

Das Berufsbild des Radio- und Fernsehtechnikers fächerte sich ja bisher, wie man weiß, in den Spannungswandler, den Stromprüfer, den Netzknüpfer, die Phasenwaise, den Wechselrichter und den Widerstandsmesser auf.

Da ist der Frequenzbringer zweifellos ein weiterer zeitgemäßer Beitrag zur Diversifizierung der Branchenstruktur und, da die Apotheke zum Elektroladen wird, sicher auch Esenser Prosperität und Strukturwandel nach des Redakteurs Geschmack.

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Bitte freimachen

Bitte freimachen

Der Anzeiger für Harlingerland sucht „eine/n Kaufm. Mitarbeiter (m/w/d); Einsendeschluß ist der 28. November 2018.“
Wer also einen übrig hat, möge den, ausreichend frankiert – es empfiehlt sich DHL-Paket, ermäßigte Rolle oder Sperrgut – alsbald aufgeben, es gilt das Datum des Poststempels.

 

facebook-AfH, 20.11.2018

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Stets und einfach und positiv

Wer dies ernst nimmt und weiterklickt, gelangt zu Chefredakteur Klaus-Dieter Heimann, dessen halbes Antlitz dazu verheißt: „Stets konstruktives Miteinander und einfach positiv in den Tag gehen, bestimmt unseren Redaktionsalltag“, was nicht weniger heißt als daß die besten Bewerbungschancen hat, wer als Einstandsgeschenk ein e mitbringt (für stetes konstruktives Miteinander) und das KDH-Deutsch etwas verbessert, wo auch das und ja zwo Sachverhalte zu verbinden trachtet, die ihren Plural fordern, der hier aber fehlt. Dafür ist das Komma übrig, aber es gibt im AfH-Medienhaus ja noch die beliebte Artikulationsbörse, wo Kommata, Plurale, grammatikalische Hürden und Startlöcher zum Tauschen annonciert sind.

AfH, online, 20.11.2018, (Bildausschnitt)

 

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Kulturstühle – Stuhlkulturen

 

AfH, 15.11.2018

„Interkulturelle Woche“ – zum Abspann des Schabrackenzirkusses schließlich mobilisierten die unvermeidlichen Diakonie- bzw. AWO-Kultur-Muhmen ihr gesamtes Kreativpotential: „Alte Stühle sollten von Teilnehmern jedes Alters aus unterschiedlichen Kulturräumen gemeinsam mit Einheimischen bunt bemalt werden.“
Ja, und dann?
„Dann sollen die Kulturstühle für gutem Zweck versteigert werden“.

„Denn siehe“, so spricht mit Wohlgefallen des Reformators Proktologiebeauftragter, „vor die Grammatik hat der HErr den Stuhlgang gesetzt.“

 

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Grammatik-Horror

 

AfH, 29.10.2018

Über „das schaurige Hurdy-Gurdy-Wife mit ihrer Drehorgel“ berichtet der Halloween-AfH-Beilagenredakteur soweit schon ganz ordentlich für diesen Dienstgrad. Das Wife ihre Drehorgel also wie das Frank ihr Brüling oder dem Redakteur ihre Beilage.
Dazu wurde „Ohrenschmalzbrot“ gereicht, um das Grauen zu steigern und die behauptete Schaurigkeit von hurdy-gurdy zu halluzinieren, was nicht verwundert, denn die gewiß viel wertvolleren Hirnschmalzhäppchen hätten sich ohnehin als Ladenhüter erwiesen.

 

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Leichte Sprache schwerfällt

AfH, 16.10.2018

 

 

 

 

Einen „adeligen Gutssitz“ hat am Sonntag auf Gut Fiekensholt eine Harlinger Schreibkraft vorgefunden, die sich darob fragen lassen muß, wie der Dachstuhl wohl den Ritterschlag verkraftet hat und ob jetzt blaues Blut in den Heizungsrohren fließt.
Da zudem dortige Märkte sich „durch ihrem gemütlichem Ambiente“ auszeichnen, möchte man Genaueres dann aber auch nicht mehr wissen…

 

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Setzen !!!

AfH online, 12.10.2018, Ausschnitt

Zeitung und Abgeordneter, welch kryptische Ambivalenz!
Der Herr Beekhuis also setzt sich … setzt er sich nun über was hinweg, oder aber setzt er sich für was ein?
Beides vielleicht, da kann man nix falsch machen, dachte sich der Redakteur.

 

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Megasuperlatief

Bildzitat: AfH, 10.10.2018, Ausschnitt

Von einer „befahrensten“ Kreuzung erzählt IME, die schreibenste Redakteuse von der redaktionellsten aller Zeitungen.

 

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Info-Hülse

Bildzitat: AfH, 06.10.2018, Ausschnitt

Journalistische Substanz dieses Zeitungsberichts?
Daß zwei Menschen (und zwei Hunde?) bisweilen diese Zeitung lesen.

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AfH, 04.10.2018, online

Harlinger Klimawandel, grammatikalisch

„Durch den Klimawandel, [durch] dem damit einhergehenden Starkregen und [durch] der Vergrößerung des Einzugsgebietes …“ … läuft die Buchstabensuppe ungebremst in’s Hinterland und flutet das Oberstübchen (Foto unten) des Harlinger Grammatikbeauftragten.
Und während andernorts „Kosten“ entstehen, verursacht werden und/oder alsdann ihrer Deckung harren, so werden sie im Sprachkosmos der redaktionellen Plaudertasche: „abgesichert“ – die sich dazu gewiß der hauseigenen Semantik-security bedient.
Wohlan !

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Holoween & Hallocaust

Holoween & Hallocaust

AfH, facebook, 30.10.2018

Der facebook-Anzeiger für Harlingerland, dessen Redakteure da gerne die eigenen Beiträge liken, bis sie für die print-Ausgabe relevant sind, hat seiner community zum Reformationstag eine Umfrage erstellt. „Was wird morgen bei Ihnen zelebriert?“ wird da zur Meinungsbildung anheimgestellt, die Ehrung Luthers oder der Halloween-Horror? Damit bringt die Redaktion zwei Optionen zusammen, ohne im mindesten zu ahnen, daß diese Komplexe tatsächlich einander so nahe sind, daß man sie getrost zusammen „zelebrieren“ darf. Holoween & Hallocaust weiterlesen