Die sogenannte Esenser Bürger Initiative

 

Die sogenannte
Esenser
Bürger
Initiative

Zeugnis der Entbehrlichkeit:
Doppelpunkt für Ehrlichkeit

 

 

 

Die langjährige Frage „Gibt’s die EBI noch? Und warum?“ wurde aktuell, nämlich gerade gestern, wieder umfassend anläßlich ihres Wahlkampfauftakts beantwortet.

Die Etikettenschwindler mit Graswurzel-Simulation („Bürgerinitiative“) haben ihr Wahlkampfprogramm plakatiert und die zentrale Botschaft lautet:
Wir haben keins!

Diese frappierende Aufrichtigkeit verbinden sie mit der Aufforderung an den Bürger: „Sagen Sie uns, welche wichtigen Themen Ihnen wichtig sind!“, und entwerten die Botschaft mit dem Doppelmoppel just im Augenblick ihres Auftritts.

 

„IHRE THEMEN. UNSERE ZUKUNFT.“ lautet der zentrale Plakat-Titel, wobei die enorme Trefferquote dieser Kausal-Implikation, nämlich, daß des Bürgers Themen nichts weiter als die Zukunft der EBI darstellen, deutlich wird bei einem Blick in die Vergangenheit der Initiative.

Deren Internet-Auftritt beschreibt ihre Ziele zur Kommunalwahl 2021 und ist mit „aktuelle Themen“ aus einer Zeit gefallen, die wahrscheinlich nur wenige von uns noch parat haben. Also: No future.

Die Gegenwart aber, in die die Bürgerinitiativler sich eingebunden wahrnehmen, beschreiben sie sonderbegabt.
„Lebenswertes Esens!“ lautet deren imperative Forderung zur Kommunalwahl. Wer wollte da widersprechen – ein Schuft, wer was anderes wünscht.
Zu fragen ist da aber auch, was sie bisher unterlassen haben, daß ihnen wichtige Themen verborgen blieben, daß jetzt deren Esens nicht so lebenswert ist und daß gar diese öffentliche Forderung nötig wird!

Wer’s weiß, darf dem Vorsitzenden („BurgerKing“) eine e-mail schicken und auch gleich Bescheid sagen, daß die angegebene Internetadresse www.esenserburgerinitiative.de natürlich nicht funktioniert.

 

Deren Behauptung, dem Bürger jetzt ein Ohr schenken zu wollen, kommt ausgerechnet zum Ende der Legislaturperiode, zeigt aber den EBI-Humor und karikiert die vorgebliche Ernsthaftigkeit des Anliegens sondergleichen. Das entbindet sie von der schmerzhaften Aufgabe lokaler Problembetrachtung. Lösungsvorschläge erübrigen sich damit, sowie Rückschau, Fazit, Auswertung, Benennung offener Fragen und liegengebliebener Aufgaben, kurz: der Sinn eines EBI-Daseins.

 

Der EBI Bestimmung ist ja bislang stets das Dabeisein als persönliches olympisches Motto sowie Konsens, Einvernehmen und Mitläufertum als dessen lokalpolitische Rückseite derselben Medaille.
Sie mißversteht sich als Bereicherung demokratischer Partizipationsprozesse – wo aber eine strukturlose Heterogenität und Gemeinschaftshaufenbildung  Vielfalt suggerieren will, festigt die EBI-Beigabe bloß die politische glattgebügelte Einfalt.
Wo kein Profil vorhanden ist, bedarf’s auch keiner Schärfung.

 

Die bedingungslose Hingabe ans Ziel- und Inhaltslose, an Folgsam-, Anschlußfähig- u. Einstimmigkeit bei jedweder Beschlußvorlage macht diese kleine Selbsthilfe-Initiative für ihre Mitwirkenden sicher wichtig, ist aber fürs lokale Gemeinwesen überflüssig und dient allenfalls dazu, ein fortwährend gravierendes politisches Oppositionsvakuum kenntlich zu machen.

 

„Standpunkte, Ziele, Themen“ der EBI- Internetseite sind eine Endlosliste von Befürwortungsfloskeln und zeigt dieselbe Beliebigkeit wie das plakatierte Angebotssortiment des EBI-Wunsch- und Mitmachbäumchens mit seinen 8 Zweiglein „Was liegt Ihnen am Herzen?“, das sie dann wohl im September vor dem Rathaus aufpflanzen werden.

 

Fremde Kirche, fremde Mühle, fremdes Dorf

 

 

Sehr viel Text mit wenig Inhalt findet sich dort in den Plakatrahmen geworfen, so daß die Orientierungslosigkeit nicht verwunderlich ist, ja sich gewissermaßen zwangsläufig einstellt. Der Bürger möge der EBI heraushelfen, denn deren Stadtansicht ist nicht Esens, deren Kirche ist nicht St. Magnus und deren Windmühle ist nicht die Peldemühle!

 

Wo also sind die Esenser Bürgerinitiativler zu verorten?
Im virtuellen Raum, wo’s eh wurscht ist und KI die Texte und Heimatbilder macht…