Tourismuswirtschaft – meistbietend … !

Klebt Dir Defizit am Bein,
Stell‘ noch ’nen Direktor ein !


Tourismuswirtschaft – meistbietend … !

 

… die zweifelhafte Aufforderung zum gemeinsamen Entern eines sinkenden Schiffs – sonst hieße es ja: „Komm an Bord!“

Herr Schmitz, burnt out ?

Abgesagter TEB-Betriebsausschuß, ausgefallener Finanzausschußtermin; Wirtschaftsplan als power-point-Erzählcafé; ausbleibende Bilanzen; Haushaltsplanung als oral history; die seelische Belastung, unterbezahltem Personal bei der Arbeit wie beim Streik zusehen zu müssen; die stete Versagenserfahrung beim Vergleich mit anderen Destinationen und fachlich versierten Kollegen u.v.m. … – all das führt offenkundig zu einem burn out.
Burn out ist furchtbar, vielfach unterschätzt, erfordert unverzügliche Schonung und vor allem die Neubewertung von Leistungsmerkmalen, die alsbaldiger Genesung förderlich sind.

Streßfaktoren

Voraussetzung ist allerdings die so behutsame wie leidenschaftslose Analyse bisheriger Streßfaktoren, nämlich:
Verantwortung für die zentrale Organisation, Koordinierung und Steuerung des Finanz-/Rechnungswesens, Finanzierungs- und Liquiditätsmanagement, Erstellung von Monats-, Quartals-, Jahresabschlüssen, Planung, Budgeterstellung, Reporting, Vertragsgestaltung mit Geschäftspartnern, Verantwortung für bilanzielle und finanzwirtschaftliche Begleitung von Projekten und Sonderthemen, Mitgestaltung der zukünftigen strategischen Ausrichtungen und Entwicklungen; Ferienobjektvermittlung und dazugehörige Leistungen, wie z.B. tel. Anfragen, E-Mail-Anfragen, Betreuung Buchungssysteme und Online-Buchungen, Stammdatenverwaltung, Kurkartenabwicklung, allgemeine Auskünfte, Publikumsverkehr, Vorhalten und Ausgabe von Infomaterial, Mithilfe bei der Erstellung des Gastgeberverzeichnisses und anderer Publikationen etc., und dann noch abverlangte krankmachende Zusatzleistungen wie Angebote Therme und Ticketing, ja Ticketing … !
[zitiert u.a. aus: TEB-Anzeigen: Wir suchen Sie / Kaufmännische/n Leiter/in / Ihre Kernaufgaben sowie Pächter auf selbstständiger Basis]
Mit der Personalführung keimt zudem ein verborgener Gefahrenfaktor, denn für Arbeitskräfte ist’s ja keineswegs motivationsfördernd, einem Vorgesetzten beim Scheitern zuzusehen.

So sehen wir seit Samstag eine TEB-AnzeigenOffensive, in deren Folge der „Kurdirektor“ dann nur noch die schmalen Pachten einsammelt, Herrn Wollmann die Winterkompensation auszahlt und sich fürderhin hauptsächlich mit dem „Stadtmanager“ zum Brötchenholen und in der Raucherecke zum brainstorming über Klassentreffen und Dachmarken trifft.

Die Streßfaktoren insgesamt sind ja beträchtlich und verstärken, nicht unberechtigt, die Versagensangst des burn-out-Betroffenen – ein Teufelskreis, der sich nicht selten zur selffulfilling-prophecy auswächst, so daß etwa in der Androhung des Befallenen, die Brocken hinzuschmeißen und den ganzen Saftladen auszugliedern, sowohl die als real empfundene Überforderung sich manifestiert, als auch eine Selbstwahrnehmung, die für die eigene Unfähigkeit die politischen Rahmenvorgaben immer wieder neu zu definieren weiß (ein Streik ist da hilfreich).

Frei von Haftung und Verantwortung

Bevor wir uns aber weiter vorwagen in die Untiefen von des Spitzenpersonals Psychohygiene, beenden wir die Visite und richten den Blick auf die bezeichneten politischen Rahmenvorgaben, die durch Versagen und Leistungsvorbehalt eine bewährte Geistesverwandtschaft mit ebenjenen Untiefen pflegen, weil ihre Akteure in Rat und Fachausschuß ja genauso frei von Haftung und Verantwortung bleiben wollen. Erfolg ohne Leistung, Fitness ohne Anstrengung, Solidarität mit den eigenen Angelegenheiten – was ja immer nur mit der Verausgabung von öffentlichem Geld gelingen kann.

Tourismuswirtschaft als städtische Gemeinwesenaufgabe

In diesem Zusammenhang aber stellt sich die Frage, wie die Zerschlagung der Esenser Tourismuswirtschaft als Gemeinwesenaufgabe weiter vonstattengehen kann.
So geräuschlos wie möglich!
Dem entspricht die Absage einiger Ausschußtermine bzw. deren Verschiebung in nichtöffentliche Aufführungen wie den VA, deren Hermetik bekanntlich Gedanken hervorbringt, die konsequenten strengen Luftabschluß voraussetzen.

Eine weitere Spur führt über die besagten „Job“-Anzeigen des städtischen TEB, die die Streßfaktoren (s.o.) und Potentiale offenkundig auflisten, derer sich Herr Schmitz und Dienstherr Stadt Esens wohl – sei es aus Inkompetenz, Haftungsscheu, Verantwortungsflucht oder gar wieder aus Gefälligkeit gegenüber dem wartenden Verwerter – entledigen wollen.

Spurenlage

Liest man sie aufmerksam, möchte man meinen, der potentielle Bewerber (im Klartext: der Übernehmer des Saftladens) habe bereits an den Kriterien mitformuliert, zumal diese weniger auf einen „Pächter (m/w/d)“ als Rechtsperson als vielmehr auf eine Körperschaft zugeschnitten wirken.
Denn welcher Dritte, Externe sollte wohl in diesen nachhaltig und vertragsrechtlich verhunzten Tourismusstrukturen Fuß fassen wollen und können? Was wohl sollte solcher restrukturieren können, woran schon der haftungs- und risikofreigestellt Amtierende seit längerem zweifelsfrei voll versagt ?!

Die Spurenlage bedarf der Auswertung.
Vor uns liegen nebeneinander: die SuchanzeigeKaufmännischer Leiter“ mit Schmitzens Streßfaktoren; die SuchanzeigeSelbstständiger Pächter“ als de facto Übernahmestruktur der bestehenden Tourismuswirtschaft; die SuchanzeigePächter Ladengeschäft„; die RudekStatements des ver.di-Zirkulars, die von den Stadtverantwortlichen ignoriert bzw. beschwiegen werden; daneben schließlich das Dokument von Dumm- u. Trendsprech der „Booking Solution der DS Destination Solutions“ als Ferment. Zugefügt ist die Prise Hochnotpeinlichkeit mit den Anlagen zu TOP 7 der Finanzausschußsitzung vom 09.09.2019.

Dies sind die Zutaten für den Gift-Cocktail, der der Esens-Bensersieler Tourismuswirtschaft den Rest gibt; die Bestatter sitzen in Rat, VA, Finanzausschuß und TEB; der Erbschein ist ausgestellt auf jene Körperschaft, die wundersamerweise gerade die Kriterien erfüllt, für die sie in Stellung gebracht wurde; sie dominiert ohnehin das Vermietungsgeschäft, in dem alsbald kaum ein privater Vermieter mehr ein Bein auf die Erde kriegen wird.

Infrage kommt, so pfeift der Spatz vom Dache, die „RB Quartier Master Nordsee Rudek Brenne„, unter welchem Firmenschild auch immer, und drückt alsdann die B’sieler Erholungs- und Erlebnisqualität mit zunehmender Mallorcanisierung erfolgreich auf das Bensersiel-aktiv-Niveau ihresgleichen.
Nach einem Jahr Schamfrist wegen Betriebsübergangs gibt’s dann für’s verbliebene Personal nur noch befristete Verträge, und man darf gespannt sein, ob die Übergeber und Übernehmer ebenfalls einander das „Winterrisiko“ mit zusätzlichen städtischen Kompensationszahlungen zu vergolden wissen – Erfolgsmodell Therapiezentrum, wir erinnern uns !

Schenker & Beschenkte

Während noch beim Therapiezentrum mit Wollmanns RehaMed Büdingen GmbH ein Dritter für den Rückbau des Therapiebereichs aus städtischen Mitteln märchenhaft beschenkt wurde, wäre das in diesem Falle mit der RB-Connection nun fast eine Familienschenkung, weil ja Schenker und Beschenkte quasi Schnittmengen bilden. Aufschlußreich wird die Vertragsgestaltung! Fraglich allerdings, ob’s in diesem Konstrukt nach Schmitzens Anuschka weitere Angehörige gibt, die der Unterbringung bedürfen. Lauschen wir weiter den Spatzen!

In ebendieser Causa Therapiezentrum übrigens generiert die pralle Subventionsverschiebung bislang nur recht verzögerten Ertrag, denn die Umwandlung in „hauseigene Luxusappartments“, Restaurant, Bar, Bistro hat die Genehmigungsbehörde des Landkreises als faktische Nutzungsänderung zur Kenntnis genommen und entsprechend beauflagt.
Vonseiten der Stadt Esens hingegen blieben sowohl die Zweckentfremdung der Pachtsache als auch der Kompensationszahlung ohne bekannte Reaktion – und insofern wiederum erfolgreich.

Punkt

 

Heiter weiter zur Rolle der Ratsmehrheit:
Derweil unterstützt die SPD Esens die Stärkung der Beschäftigtenrechte
in Vietnam!