Die Wochenend-Kriegsbeilage der NWZ

 

 

 

 

Die Wochenend-Kriegsbeilage
der NWZ
Vorbereitung eines Angriffskriegs

 

 

Die wachsende Schwierigkeit bei dieser Texterstellung liegt vor allem in der Verständnisvoraussetzung, den Anzeiger– bzw. Mainstream-Schrott aus der Perspektive z.B. außereuropäischer, kritischer, intelligenter Allgemeinbildung zu rezipieren und einzuordnen. Das setzt die Auseinandersetzung mit einem breiten Spektrum der sog. alternativen Medien voraus. Wo das fehlt, wird die Vermittlung der komplexen Wirklichkeit zum Anzeiger-Level zu einer intellektuellen Schwergewichtsdisziplin, die kaum zu bewältigen ist, ohne breite Verständnislosigkeit hervorzurufen – wenn nicht gar zur mission impossible.

 

 

Der Anzeiger für Harlingerland bzw. dessen NWZ-Mantelausstatter hat zur Wochenendausgabe eine 12-seitige Kriegsbeilage im e-paper mitgeliefert.

Die richtet sich an eine berüchtigte Stammleserschaft, die dem Demokratie-, Freiheits- und Kriegstüchtigkeitsmärchen aus dem Buch Möller, Pistorius & Rheinmetall aufsitzt und dafür gern und gehorsam mit der Verschrottung von Wohlstand, Gesundheit, Rente, Wohnung, Heizung, Bildung bezahlt, bis daß sie für eine endlich erreichte Erstschlagstüchtigkeit nichts mehr zu fressen hat – aber sich noch Weg und Wahrnehmung bis zum Finale mit unzähligen Gurkengläsern als ‚Lichtermeer‘ verschattet.
Es sei ihnen von Herzen gegönnt.

 

Journalistisches Hobby Horsing

Und weil das Fallobst unweit des Stamms weich gebettet niederkommt, erklärt jener Chefredakteur Jan-Michael Heimann im Propagandavorspiel vom 03. Februar den speziellen Demokratiebegriff, den schon Ex-Chefredakteur Klaus-Dieter als selbstgefälliger Zensor hinterm Hugenberge so zwanghaft praktiziert hatte, daß exit-esens erschaffen werden mußte.

Darin lebe er dankbar, sagt Jan-Michael, diesseits des Tellerands und preist sich als Fundament des unabhängigen Journalismus, der aber, um im Bild zu bleiben, als Anzeiger-Spalierobst reüssiert, dessen übrige Stämmchen mit ihren redaktionellen Nacherzählstückchen zudem daherkommen wie KI-generierte Striegelmädchen im Ponyhof – Ich schweife ab …

 

Gleichschritt-Presse

Hugenbergs Presseimperium war Stiefelknecht und Steigbügelhalter des Nationalsozialismus, und wer die abermals aktuelle innige Bruderschaft von Krieg und Faschismus in Abrede stellt, hält die 12-seitige Kriegsbeilage dieses zartfaschistoiden Blattwerks gewiß für normale Wochenendunterhaltung wie Gesundheit, Fitness und Sudoku, anstatt für weitere Vorbereitung auf einen Angriffskrieg.

 

Sie trägt den Titel „Das Magazin für äußere Sicherheit 1/2026“, kennzeichnet sich somit als Auftaktveranstaltung und droht mit unabsehbaren Folgen. Zudem suggeriert dies, die bisherigen Errungenschaften hinsichtlich leidlichen Wohlstands und Zivilisiertheit seien nicht etwa aufgrund diplomatischer humanistischer Gepflogenheiten, sondern bloß unter Preisgabe äußerer Sicherheit entstanden, was jetzt aber sowas von nachgeholt wird.

Eine kleine Wahrheitserwartung blitzt auf bei der Kapitelüberschrift „Desinformation und Schattenflotte“, was sich aber sogleich als Mißverständnis erweist.

 

Das ganze Opus ist – vorab – eine Komposition aus verschiedenen alten Aufsätzen der Luise Charlotte Bauer aus dem „NWZ-Thementeam Bundeswehr und Sicherheit“, und deren neuerliche Wiedervorlage möchte die berüchtigte Stammleserschaft gewiß in bizarrer Normalität an weitere Folgen gewöhnen.

 

Humanitas

Zunächst nehmen Oberstabsfeldwebel Daniel*, Hauptmann Franziska*, StUffz Bernhard* und OStFw Jan* – mit Sternchen wegen „Sicherheit“ – in Karnevalsflecktarn und -Maske den staunenden Leser mit zur Wundversorgung ins Übungsschlachtfeld, wo

„plötzlich Schüsse die Luft zerschneiden und Schreie und Hilferufe ertönen.- Der Stress ist echt, Schweiß tropft von ihren Gesichtern auf die verwundeten Kameraden und Trainingspuppen. –
Die genaue Dosierung zu wissen und diese auf das Körpergewicht umzurechnen“

ist als weiterer Stressfaktor ausgemacht, der aber im Zivilleben Dreisatz heißt. Und

„weil die Verletzungen realistisch geschminkt sind, fühle man sich, als wäre man in einer ernsten Lage und wisse, man muss jetzt performen“.

 

It’s the economy, stupid!

Weiter trabt sie, die Performance, zu den Firmen der boomenden Rüstungsbranche. Hier suggeriert der unvermeidliche Olaf Lies (everybody knows: olaf lies), deren „Investitionen“ seien Investitionen, und Rüstungs- seien Konsumgüter, die die Volksprosperität mehren könnten …

Und als wär das dortige Stadtbild nicht deprimierend genug, tut Luise Charlotte Bauer kund, daß in Wilhelmshaven wieder Rekruten ausgebildet werden, die gerade für’s Foto

„mit Rucksäcken ein Lehrsaalgebäude betreten“, sowie „dass jeder militärische Vorgesetzte zugleich Führer, Ausbilder und Erzieher ist“ – …

Die Vermehrung der Zöglinge und Geführten heißt fortan deshalb Aufwuchs und Personalmanagement, obliegt

„einem hochgewachsenen Militär mit auffälligem Schnauzbart und Auslandserfahrung“

und vermag so die Wochenend-Leserschaft gewiß spontan zu begeistern.

 

Fährtenfälscher

Rüstungsbranche fühlt sich von deutschen Banken benachteiligt“

lautet der nächste Aufschrei der Luise Charlotte im Juli 2025, den sie nun für ihre Propagandasammlung wiederaufgewärmt hat.
>Debanking < ist nämlich assoziatives Schlagwort und Kampfbegriff.
Und man reibt sich die Augen über das Ausmaß dieser medientaktischen Arschigkeit beim Legen falscher Fährten und systematischen Falschbesetzung der Begriffe.
Da wird bloß eine Kontokündigung bei einem aufstrebenden RüstungsStart-up skandalisiert, hingegen bleiben die seit neuem ausufernden Kontokündigungen gegen „falsche“ Meinungsträger, sogar ‚Einfrieren‘ aller Vermögenswerte (also Raub), für diese Kriegs- und Drecksblatt-Demokratie legitim, nicht thematisierbar und totzuschweigen.

Die manipulative Realitätsferne dieser Erzählung offenbart sich in aller tatsächlichen Breite angesichts der bei multipolar geführten, erschütternden Chronik zum Debanking:

Oppositionellen Journalisten, Politikern und Privatpersonen werden in den letzten Jahren zunehmend und ohne Angabe von Gründen Bankkonten gekündigt. Laute Kritik an diesem Vorgehen gibt es weder von Journalistenverbänden noch von etablierten Medien oder Politikern. Multipolar hat das weithin totgeschwiegene Phänomen für den deutschsprachigen Raum erstmals chronologisch aufgearbeitet – und wird diesen Beitrag regelmäßig aktualisieren. (Letztes Update: 19.12.2025)

 

Experten-Abschreckung

Im folgenden beantwortet der General Badia auf der Basis robust widerlegter fake-Erzählungen Suggestivfragen, die der Wochenend-Leserschaft schon lange (nicht mehr) auf den Nägeln brennen, wie z.B.

„Wie schätzen Sie das Eindringen der russischen Drohnen in polnischen Luftraum ein?“

und wie Abschreckung geht und wie nicht:

„Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in Moskau, im Kreml, und hören aus der westlichen Welt, dass vor 2029 nichts passiert – Das wirkt nicht abschreckend.“

und wirft die Frage auf, wie weit Luise Charlottes Vorstellungs- und Sitzvermögen reicht, bevor sie eine Drohnenexpertin mit an unseren Frühstückstisch setzt.
Diese weiß, daß Dohnen in zukünftigen Kriegen eine wichtige Rolle spielen werden und offeriert damit ihre Expertise als Politikwissenschaftlerin. Überaus bewegt hat sie, daß

„die Drohnendebatte in Deutschland an Absurdität nicht zu überbieten war“,

so daß der letzte Halbsatz sogar als Zitat in der Kapitelüberschrift Alarm schlägt. Warum? Äh, weil, äh …

„Jedes Argument wurde von jedem mehrmals gemacht, es war eine Scheindebatte“

Wir lassen diese Kognition so bezugslos im Vakuum zurück; wir müssen weiter, wir sind ja erst auf Seite 5, bevor

„mit viel Schwung und einem breiten Lächeln jener Korvettenkapitän“

bei Luise Charlotte längsseits kömmt, der Meer und Familie liebt und auf dem Kriegsschiff

als „Kapitän, Kommandant, Papa, Zuhörer, Freund, Seelentröster“

herummenschelt, um mit 57 von Bord zu gehen.

 

Eine Seite weiter aber nölen schon drei Ü65-Reservisten in völliger Unkenntnis von Wörners Knackigkeitsgrenze, daß sie nicht mehr mitmachen dürfen, obwohl ungerechtigkeitshalber

„ein Kollege mit TX und Bluthochdruck … durfte sein Gehirn ohne körperliche Anforderungen weiter zur Verfügung stellen“

ähäm, so lautet tatsächlich die unverzichtbare Information, die abermals die unsortierte Krankenakte dieses 12-seitigen Kompositums offenlegt.

 

Was ist der Sinn, was die Botschaft? Ebendies: Die langsame Gewöhnung einer Leserschaft an’s Perverse durch dessen Dauerverkündung als Normalität.

 

Gesunde Zähne, glänzendes Fell

Dazu schwurbelt Luise Charlotte von Kriegstransportern (A400M), als spielte sie Flugzeugquartett oder läßt einen „Experten für hybride Kriegsführung“ dümmste Statements zu Erklärungen aufpumpen:

„Russland ist mit Deutschland im hybriden Krieg“ „Der hybride Akteur ist wie ein Zahnarzt. Er sucht die Stelle, die wehtut und dort fängt das Bohren an.“

Schattenflotte, Stromkabel, Steuerung von Flüchtlingsströmen, Zersetzen der Zivilgesellschaften und schließlich die allbeliebte Resilienz … kreisen überm Floskelstammtisch umeinander mit der Intention, Russenhass zu füttern und dennoch den Würgereiz auch in Situationen besonderer Anforderung – z.B. Lesers Frühstückslektüre – zu unterdrücken:

„… werden Sie im Moment in Finnland regelmäßig Kriegsfilme in den Medien finden. Das heißt, die Bevölkerung wird mit der Thematik konfrontiert und muß sich damit auseinandersetzen.“

Was also in gesunder Zivilgesellschaft Propaganda heißt, ist hier Comprehensive Security benamst – und wenn dereinst die Zeiten sich ändern, werden solche Schwattlappen mitsamt ihren NWZ-schreibkräftigen Hobbythek-Bellizisten hoffentlich gnadenlos dem Semantik-Gulag zugeführt werden.

Und weil auch die letzte Ecke unterm Frühstückstisch nach allgegenwärtiger russischer Bedrohung ausgeleuchtet werden will, darf die Arktis nicht fehlen, wo die

„russische Drohkulisse“ im „ewigen Eis die Lage aufheizt“

– das fördert den Lesefluß und klingt plausibel.

 

Hingegen:

„Kaum ein Geräusch ist zu hören. Es ist friedlich oben auf dem Wachturm. .. auf der im Morgentau benetzten Wiese … – „Übungsplatz-Romantik“ nennen Soldaten diese besondere Atmosphäre… – und ihr Zelt auch liebevoll Dackelgarage, erklärt Rekrut Till*“

in der Basisausbildung, und auch OFw Jan* trägt „aus Sicherheitsgründen“ wieder ein Sternchen.
Majestätisch geht’s zu auf S. 11 kurz vorm Kriege, denn

„das Gruppengefechtsschießen ist die Königsdisziplin –
Nun müssen die Rekruten alles abrufen, was sie bisher gelernt haben“
usw. usf. …-

Und wenn Vulgärjournalismus sich kenntlich macht, liest’s sich so:

„Ein Schuß, ein Schrei, das war Karl May“
„Schüsse trommeln durch die vom Gefecht vernebelte Luft. Beim Einatmen sind die Salven zu riechen und zu schmecken. Zielscheiben, die den Feind darstellen, klappen hoch und runter. Auf dem Boden liegt ein Soldat mit Kunstblut übergossen. – Till* befindet sich im fünften Monat und somit in den letzten Zügen seiner Basisausbildung. – Wenn man die politische Lage verfolgt, dann fühlt man sich manchmal am Zahn der Zeit [sic]. – … üben verschiedene Bedrohungsszenarien: Gemeinschaftliches Zähneputzen über der Wasserschale gehört genauso zum Biwak wie … „

… die erschöpfte wie ratlose Stammleserschaft nach 12 Klippschul-Lernschritten mit

„Kleines Marine-ABC für Landratten“

die auf S. 12 zum mittlerweile kalten Morgen-Kaffee entlassen  ausgemustert werden darf:

„Wer die Glocke läutet, muss der gesamten Besatzung ein Bier ausgeben.“

 

Vorhang!

 

Der Auftrag

Einiges bleibt hier ausgespart, weil von einer jener abgelaufenen Lokalaufführungen nur noch eine einzige Spucktüte übrig ist.

Was nun diese 12-seitige Zeitungsbeilage so besonders macht und für exit-esens qualifiziert, ist dieser hochtoxische Cocktail aus Propagandalügen, technischer Pseudo-Information, Namedropping, Russenhetze, humanoider Camouflage und diesem typischen journalistischen Hobby-Horsing der Anzeiger-Redakteusen, der die intentional widerlichste Pervertierung einer „Zeitung“ auch für einen Dummi der Stammleserschaft verträglich macht.

„Und genau hier liegt eigentlich die Hauptaufgabe all dieser Übungen. Tatsächlich beobachten wir die Entstehung von Lobbystrukturen in der EU und der NATO, für die das „Warten auf einen russischen Überfall“ zu einer Einnahmequelle geworden ist. Sei es nun die Rüstungsindustrie, die auf stabile und vorhersehbare Auftragsmengen angewiesen ist, oder Politiker und Publizisten, die ihre Karriere auf der Verbreitung von Angst aufbauen, in diesem Fall der Angst vor einem Krieg mit Russland.“ (Ilja Kramnik, Deutschland spielt Krieg, via RT 09. Febr. 2026)

Das war mit 01/2026 ja bloß die Erstausgabe und sie verheißt noch manche Trommeldrehung der Gehirnwäsche bis zur finalen Erstschlagstüchtigkeit.
Nunmehr soll täglich ein Aufsatz zur Vorbereitung des Angriffskrieges gegen Russland erscheinen.

Gewöhnungsausgabe 02/2026:
Der Klerus im Krieg – Vom Feldkaplan zum Militärbischof

 

 

Zum Abgleich:

 

In einem Planspiel („Wargame“) haben die Tageszeitung Welt und die Bundeswehr-Uni mit einigen Politikern und „Experten“ ein emotionales Szenario erdacht, das einen russischen Angriff auf die NATO simulieren soll. Diese öffentliche Inszenierung ist aber militärisch völlig irrelevant: Sie richtet sich statt dessen an die Bürger, deren „Kriegstüchtigkeit“ durch solche unseriösen Spektakel noch mehr gesteigert werden soll.  von Tobias Riegel, 06. Febr. 2026 via NachDenkSeiten – Weiterlesen!

 

Die Wiedereinführung der Wehrpflicht am 1. Januar 2026 wird mit der internationalen Sicherheitslage und der angeblichen Bedrohung „Europas“ durch Russland begründet. Die Debatte insgesamt führt zu einer massiven Militarisierung der Politik in Sprache und Handlung, der Wirtschaft (tendenzielle Umstellung der Produktion auf Rüstung) und in den Köpfen der Menschen.  von Alexander Neu, 10. Febr. 2026 via NachDenkSeiten – Weiterlesen!

 

Teil 1: Die Maschinerie – Wie das System funktioniert. Das US-Repräsentantenhaus veröffentlicht einen 160-Seiten-Bericht mit vernichtenden Beweisen gegen die EU-Kommission.
von Michael Hollister, 07. Febr. 2026 via globalbridge – Weiterlesen!

 

 

 

Diese Woche wurde von den Republikanern im Justizausschuss des US-Kongresses ein dicker Bericht zu den Zensurmaßnahmen der EU vorgelegt. Mit hunderten Seiten Dokumenten; aber auch mit einem klaren Fazit: nicht einmal in den USA ist man vor ihnen sicher.
von Dagmar Henn, 07. Febr. 2026 via RT – Weiterlesen!

 

 

 

Der US-Bericht belegt noch etwas: Die Kommission hat sich in Wahlen eingemischt. Und zwar kräftig. Die Zensurstrukturen dienen nicht nur dazu, bestimmte Meinungen zu verbieten, sie sollen auch dafür sorgen, dass so gewählt wird, wie es der Kommission genehm ist.  von Dagmar Henn, 08. Febr. 2026 via RT – Weiterlesen!

 

 

Kontokündigung beim Organisator der EU-Bargeldpetition –
Dem Initiator einer EU-Petition zum Erhalt des Bargelds, Hansjörg Stützle, wurde sein Spendenkonto von der Deutschen Bank gekündigt. Stützle setzt sich seit Jahren für den Bargelderhalt ein.  07. Febr. 2026 via RT – Weiterlesen!