ESENS MMXXV – Der Jahresrückblick / Nachtrag 11. Jan. 2026

 

 

 

rück2025

Wurde beim letzten exit-esens-Jahresrückblick noch das weihnachtliche Hassbacken popularisiert, so soll diesmal strenge Ausgewogenheit das Backblech bestimmen:
Der aktuelle Titel ist in Russisch Brot gehalten (hat aber keine arabischen Ziffern – dieser Putin wieder!) und den Eröffnungstext ziert zwar ein Kosakenbrot, so muß diesem letzten Jahresbeitrag der Ausgewogenheit halber dann aber auch ein Kommissbrot nachgestellt werden (weitere Rezept- und Equipmentanfragen bitte gern an’s Impressum), genau.

 

Dorf & Dasein

„Des Volkes Pogromfähigkeit testen“ – Vor zwei Jahren, wer hätte das gedacht, als in jenem Text noch bloß das grüne Schwein zwischen den Kapiteln grinste, daß da heute rote, schwarze und grüne gemeinsam im Koben die Kriegsvorbereitung gegen Russen feiern und deren ständigen Vollzug gegen die eigene Bevölkerung, währenddessen sie im Rahmen vorzüglicher Schuldverschiebung ihren schmalen AfD-Popanz weiter zum ewigen Nazi aufpumpen.
Je größer dieser „aufwächst“, desto länger dessen Schatten, in dem die genannten Realfaschisten ihren Zweifronten-Krieg führen möchten.
Die in o.b. Text noch orakelte Verknüpfung von Putin und AfD ist denen tatsächlich gelungen, so daß niemand mehr richtig weiß, ob denn jetzt Putin oder die AfD unsere Lebenshaltung ruiniert.

Wenn das Kriegskabinett schon die Russen nicht schnell genug berauben kann, plündert es wenigstens die eigene Bevölkerung weiter.

Was hat das mit Esens zu tun? Nicht das geringste.
Denn wir haben SPD, CDU, Grüne, EBI, die in stetem Konsens dafür sorgen, daß Politik in Esens nicht vorkommt.

 

So haben auch dieses Jahr wieder Zugehörige des Esenser shitbürgertums gegen falsches „Gedankengut“ (U. Maus, Grüne) mobilisiert und wiegen sich auf dem Marktplatz zu ihrem eigenen Gesang, der da lautet: „Die Gedanken sihind frei …“! – Sie meinen aber: „Brei“.

 

MdL für Esens?

Esens Bürgermeisterin Karin Emken MdL, die ihrer Desorientierung insoweit Ausdruck verleiht, als sie sich immer noch unverdrossen als Landtagskandidatin sowie Stellv. Samtgemeindebürgermeisterin wahrnimmt, hat nunmehr in ihrem fb-Dauerauftritt ihr feature aktualisiert, nachdem sie zwei Jahre lang in demonstrativer Solidarität mit Israel den IDF-Völkermord an den Palästinensern gutgeheißen hatte, der nun endlich die Mordrate von rd. 100.000, vorwiegend an Frauen und Kindern, erlangte.

Seitdem macht Tochter Zion mal wieder in Orange weiter und Gewalt gegen Frauen sichtbar [sic], setzt preiswert Zeichen und Bratwurst gegen Digital-Hass&Hetze und für Landfrauenbesuch und Hebammen, seit man vor 7 Jahren mal ein Esenser Geburtshaus wünschte und vergaß.

 

Zudem hat MdL Karin Emken auch in diesem Jahr wieder weitreichend im Landesunterausschuss Tourismus gewirkt„wir fördern die touristischen regionalen Destination Management Organisationen … den Tourismus zukunftsfest und zukunftsfähig aufzustellen“.  –  1A-Trendgesabbel ohne jegliches Ergebnis für die Stadt, die Region, das Land, unterdessen sich immerhin Bensersiels Diversität der touristischen Alleinstellungsmerkmale ertüchtigte: Vielfalt, ja Vielfalt! Die Destination verfügt anstelle eines Freibades nun über zwei ! Aktionssandflächen, eine mit Nordseesand und eine mit dem gewaschenen Sand von Hollander!

 

À la lanterne

Zum Jahresbeginn gingen sie, die Jusos, für jene Siemtje die Laternen hoch und feierten des ersten Schuß ! in einer Dystopie, die ihnen ihr Ende näher verheißt, als sie je glauben werden.
Zum Jahresende schon zittert den Siemtjes, Pistorien et al. darob nicht mal die Hand, wenn sie ihren Nachwuchs schlachten wollen; es ist Teil tumber Dezivilisierung. (L. Cohen, The Story of Isaac).

 

Warum nur?

„Die Jusos, das ist heute ein Club von Leuten, die Karriere machen und nicht arbeiten wollen. Sie sind bei den Jusos, weil sie hoffen, dass sie irgendwann einen Kofferträger-Job bekommen, statt sich dem Arbeitsleben zu stellen“,

sagt Patrick Baab im Juni im Interview mit Ulrich Heyden, und t-online hat’s auf Nachfrage visualisiert. Das erübrigt an dieser Stelle die wiederholte Frage, ob Ratsmitglied Ole Willms im 24. Semester wohl seinen Studienabschluß geschafft hat.

 

Mit 32 bleibt in der Broterwerbspolitik nicht mehr viel, vielleicht irgendwie „Beauftragter“ für politisch Angesagtes (SPD-Lesebeauftragter mit Buchtipps?), oder gar städtischer Grußaugust. Dafür immerhin hat er sich quasi als Dienstsiegel bereits einen Ratsherrnstempel gefertigt.

 

 

Auf Sinnsuche

Der verschnullerte Juso-Politikbegriff gebar auch 2025 wieder einige Projekte von beträchtlicher politischer Reichweite: Mit der Beleidigung von MdB Anne Janssen („Brandmauer“) erfolgte das Abtauchen zu Jusos Wittmund im Februar, dann ein Ausflug zur Wittmunder Gesundheitsmesse, zu einer sog. Klausurtagung mit Frühstück, Austausch u. Erzählungen aus Politik und Verwaltung, 1 TikTok-Statement zu politischer Stadtreinigung,1 Stammtisch, 1 OV-Vorstandswahl und 4 fb-Lesetipps in strukturellem Analphabetismus.
Letzteres resultiert aus einer Idee des Zweitjusos Fabian Backenhaus (belobigt von Fokko Saathoff), dessen politische Sozialisation dem bloßen Zylinderschützen Ole doch schärfstes Vorbild sein sollte.

 

Lit 1

Wenn dann diese Jusos, die mit ihrer Siemtje Möller gedankenleer dem Krieg und Faschismus zustreben, dafür der Einwohnerschaft ausgerechnet auch noch „Fritz Bauer“ leseempfehlen, verreckt antizipativ schon mal mindestens die deutsche Sprache im Schützengraben, denn deren Sprache bildet deren Denken ab und somit das Ausmaß von dessen Havarie. Rechtschreibung, Grammatik, Wortbedeutung, also Zauber der Verständigung, reüssieren hier äußerst leerreich, da leert das sprachliche Idiotentum so manchen Tränensack…
„Und diese Clowns wollen uns regieren!“ (Sziedat a.a.O.)

 

Lit 2

Bislang glaubte die Fachwelt, was zwei Deckel hat, ist Tupper. Seit Kiesé aber weiß man: Es ist ein Buch.
Da mochte der Anneus Buisman nicht nachstehen und warf seine 3 alten schmalen Heftchen mit Zeitzeugenerzählungen gedeckelt in den örtlichen Buchhandel, die Volksbank gab dem Heimatverein, der sich gern selbst zum guten Zweck erklärt, 2000 € dazu, und für 5 € liest St. Anneus aka Carl Bernhard daraus vor.

 

Wattenhuus

 

Es sollte ursprünglich und sagenhaft eine Aphrodite aus Meerschaum und Jakobsmuschel geboren sein – in der Bensersieler Adaption aber stellte sich ein Ole dazu – und es gebar im Schlick die Miesmuschel einen Juso mit einer Friseuse.

 

Und es möge der weiteren Anspruchsverarmung der touristischen fb-Gruppen zwischen Sonnenuntergangs-, Möwen- und Essensfotos entgegenwirken, wenn die Betreuten sich nun glänzenden Auges einfinden können am selbsternannten sog. außerschulischen Lernort, wo sie museumspädagogisch zur Touristen-Bespaßung und Kinderanimation herangezogen werden sollen.

 

In dieses Milieu gehört zwanghaft und zielgruppenadäquat so ein architektonischer Tiefschlag wie der Wattenhuus-Schlichtbau zum Reetdach – mit Dauerzwangsbeschallung im Inneren aus Synthetikgezwitscher und Walgesang, jedoch mit erheblichem Personaleinsparpotential.
Dessen einzige Aufgabe wäre noch die Bewachung des etwas überdrehten selbstreferentiellen Ausstellungsequipments – jeder Muschel die eigene Leucht-Vitrine – effektgeladen, das eine Museumsdesign-Agentur hundertfach an jeden beliebigen Küstenort platziert.
Sowas benötigt eigentlich gar kein Personal, denn Wattwanderung gibt’s zuhauf durch weitere Anbieter (wenngleich ohne das Wattenhuus-Alleinstellungsmerkmal „Wattführende“), zur Kinderanimation würde eine kleine Portfolioerweiterung des benachbarten Kindergartens mit BBS-Praktikanten genügen und Andenkenläden gibt’s an jeder Ecke.
Alsbald sieht’s dort ohnehin so aus wie beim Wattenhuus-„Lehr- und Schaugarten“ dahinter.

Für 2,3 Mio. € Interieur- und Event-Design hätte man wie viele Mietwohnungen bauen können?

 

Doppelgarage – die sogenannte Synagoge

Am 16. April 1940 meldete der Wittmunder Landrat dem Regierungspräsidenten in Aurich: „Die Städte Esens und Wittmund sind judenfrei.”
Aber erst im August 2019 verläßt Cyrus Overbeck die Stadt … und macht den Weg frei für seinen ehedem zurückgewiesenen Stolpersteine-Vorschlag sowie weitere endlich ungestörte professionelle Gedenkwirtschaft.
Deren Gedenkmeister und -gesellen haben sich nun eingefunden, um sich eine „Synagoge“ zu bauen.

 

Das allerdings setzt voraus, ein bestehendes Dokument der Zeitgeschichte, ein Baudenkmal, unkenntlich zu machen und zu beseitigen.

Denn die Doppelgarage aka „Synagoge“ ist gelistet als „abgegangenes Bauwerk“ und dessen Erhaltungsbedeutung folgendermaßen begründet:

„Gerade die Reste der ehemaligen Synagoge sind ein wichtiges Zeugnis der deutschen Geschichte und der Judenverfolgung. Aus historischen Gründen sind die Reste der ehemaligen Synagoge (…) als Baudenkmal zu sehen“.

1938 wurden ja in bewährter deutscher Gründlichkeit nicht nur das Gebäude, sondern sämtliche dazugehörigen Zeugnisse, Abbildungen, Überlieferungen mitvernichtet, um jegliche Form von Existenz, auch die virtuelle, darstellende, gedankliche, auszulöschen.

 

Diese Leerstelle wird nun absurderweise als „Jüdisches Erbe“ (Kiesé, grinsend) gehökert und mit der Demonstration tiefster Inbrunst überschminkt.
Keineswegs nämlich ist der [nicht existente] Nachlaß jüdisch, sondern bloß sprach-, wahrnehmungs- und bedeutungsverludert und somit ebenso terminologisch paradox wie die Behauptung einer „Ökumene“ von Juden und Christen oder der anmaßende Begriff „Jüdisches“ Museum.

 

Dieses Fehlen aber behindert ja nun nicht etwa die vielgepriesene Gedenk- und Erinnerungsarbeit, sondern soll im Gegenteil abermals den Weg freimachen für widerspruchsfreie Gedenk-Architektur und die Konfiguration von Selbstwahrnehmung und -darstellung der Akteure im Bezug auf Tat und Opfer.

Die Amateurmalerei von 1983, gefertigt nach Erzählungen, bietet da in primitiver Unzulänglichkeit die willkommene Vorlage, die Lücken nach Wunsch mit Verklärung, Legendenbildung, bizarrem Historien-, Kultur- und Kunstverständnis und sonstiger Nützlichkeitserwägung zu füllen, bis zum Größenwahn: „… soll das lokal verwurzelte und zugleich international vernetzte Haus zu einem zentralen Akteur im Bereich jüdischer Regionalgeschichte werden und sich der lebendigen Vermittlung zwischen Religionen und Kulturen widmen“, lumpt und pumpt AfH-Schreibkraft Kiesé die Selbstbewertung auf.

 

Säuberung

Damit verstellt es den Blick auf das noch erhaltene geschändete Restergebnis des damaligen Pogroms und vernichtet dessen Erhaltungsbedeutung durch Überschreiben.
Die denkmalspezifische Botschaft liegt ja in der Präsenz eines entweihten Nutzbaukörpers und seiner widerlichen Verwendung als Doppelgarage. Dies ist das eigentliche Mahnmal, das es in seiner ganzen Authentizität zu erhalten gälte.
Doch die Lüge ist bereits in der aktuell und seit längerem gebräuchlichen Nomenklatur eingeschreiben, die Garage als Synagoge zu bezeichnen, welche de facto bei der Fachbehörde wohlbegründet doch als abgegangenes Bauwerk gilt.

 

Demzufolge muß das neu zu errichtende Bauwerk auch ein Lügengebäude bleiben, mit dem ausschließlichen Zweck, das dortige originale Dokument der Zeitgeschichte zu tilgen und unkenntlich zu machen.

Bei denkmals- und sachgerechter Würdigung wäre der Bestandsbaukörper ja vielmehr ein sehr beredter Teil der Esenser Post-Judengeschichte, der die langjährige Genesis und den Werdegang einer verlorenen Brandruine zur unbekümmert profanen Doppelgarage, ihrer Aneigner, Verwerter, Eigentümer, Umnutzer dokumentierte.

 

Forensische Architektur

Hier wäre in erster Linie die Forensische Architektur gefordert, die ja Aufschluß gibt über Taten, Hergang und Folgen, mit der Recherche zur demonstrativen Entwürdigung des Sakralgebäudes benachbarter Bürger durch ihre Miteinwohner – eine Schweinestallnutzung beispielsweise kam ja bloß wegen unmittelbarer Eingepaßtheit in die Wohnbebauung nicht infrage – und dem gewiß unerwünschten Aufkommen der Frage von > Scham und Schande.

 

Das aber frevelt die lokale Gedenkwirtschaft, weil statt Scham und Besinnung die Selbstgefälligkeit vorwiegt und die Täuschung über eine zweifelhaft erfolgreich absolvierte Wiedergutwerdung, die einer unablässigen Aufführung bedarf und im Neubau ! einer „Synagoge“ ihrer Vollendung zustrebt.

 

Gedenkodrom

Mit dieser Fälschung ist nichts mehr ehrlich und authentisch, sondern mit vollem Vorsatz der Botschaft eines vielleicht auch schmerzhaften Mahn- und Gedenkpotenzials entkleidet.
Bestätigt wird solch unerträgliche Verkitschung durch die beabsichtigte Hinzuziehung eines Fachplanungsbüros für Sakralbauten!
Welch ein völlig kaputter Denkmalbegriff, der jedem Denkmal-Fachmann das Blut in den Adern gefrieren und die Nackenhaare sich aufrichten läßt.
Er erinnert in bedenklicher Form an eine Art Reliquienverehrung, wo jenem – einem Evangelisten zugeschriebenen – Knochensplitter ein güldener Ausstellungsschrein zur Ertüchtigung als Pilgerstätte gewidmet ist.

Diese Garage ist das Trojanische Pferd für die Realisierung eines Event-Palastes.

2,6 Mio. € sind an Mindestkosten veranschlagt, wie viele Mietwohnungen kann man dafür bauen?

 

Tiny-House-Resort Bensersiel

Wenn erwachsene Menschen ihre Ratiophobie entblößen, ist’s eigentlich bloß noch zum Fremdschämen.
Dazu haben die Esenser Politikdarsteller erwartungsgemäß die letztlich schmale Projektskizze des Vorhabenträgers zur Vernutzung des Areals am Taddigsweg mit der hermetischen Heimlichkeit ihrer Fraktionen verdunkelt, für die anschließende Beschlußvorlage sämtliche Konzept- und Planungsmängel versteckt, unkenntlich gemacht und abgenickt, so daß man meinen möchte, sie hätten für dieses Votum einen Schwarzwälder Schinken und eine Kuckucksuhr empfangen.

Somit wurde abermals die touristische Quartiersentwicklung in die Hände einer Briefkastenfirma gelegt und einem Finanzinvestor und Immobilienspekulanten nachgetragen (vagabundierendes Kapital macht übrigens auch in Wind).
Bleibt zu hoffen, daß nicht gerade unsere Volksbank Esens (-Norden) zu den Kapitalgebern bzw. Finanzierern dieses Vorhabenträgers Friesische Huus & Heim GmbH & Co.KG zählt!

 

Beschlossen von 20 Geheimratsmitgliedern! Und wenn das Areal, durch städt. Baugenehmigung grandios aufgewertet, wieder auf den spekulativen Finanzmarkt geworfen wird, dann werden wir sie namentlich an die beiden Sieltore, die Vollpfosten, nageln müssen, mit 20 Sargnägeln, die sie der Bensersieler Quartiersentwicklung durch ihr dämliches Aufwertungsvotum eingetrieben haben!

 

Und dennoch werden sich unter jenem Administrator, der via facebook für Bensersiel diese bedenklich herzfehlerhafte Selbsthilfegruppe züchtet, gewiß bald zahlreiche Betreute und Follower aus den 21.000 finden, die das erste Bauschild der künftigen Spekulationsruine am Taddigsweg mit glänzenden Augen und Zweitheimatswehmut zu posten wissen, so daß man die ganze Kamarilla doch mal nach Neuharlingersiel ins Praktikum schicken sollte – ja, das sollte man…

 

Nachtrag
Hin & wieder und immer noch erreichen exit-esens Anfragen zu NuRoKa, den letzten verschwundenen Bensersieler tiny-houses-Vorhabenträger.
Und mit den Geschädigten bundesweit teilen wir dann das Bedauern, daß man zuständige und verantwortliche Politiker nicht wegen Dummheit, Ignoranz und Arschigkeit vor Gericht ziehen oder notdürftig bekleidet durch heimatliche Gassen treiben kann.
Und nach wie vor existiert im Schachtelkonsortium auch das Nuroka Projekt Bensersiel GmbH & Co.KG als Briefkastenfirma in Gütersloh, ohne daß dies den lokalpolitischen Bratwursthorizont auch nur annähernd berührt hätte.

 

Schützenwesens Dreckspresse

Über den Schützenkönig 2025 und seine Frau:

„Sie ist eine „schlitzäugige“ Migrantin, die es aus finanziellen Gründen gewagt hat, sich mit einem Arschloch einzulassen, der aus menschlichen Gründen keine Frau finden kann, eben nicht in der Lage ist, eine Frau für sich zu begeistern, also wohlgemerkt ein Loser, ein Vollversager ist!
Wen wundert es da, dass er sich, als minderwertiger Mensch auf die Seite der Faschisten stellt, um möglichst abzuwägen, dass er ein Versager mit einem kleinen Pimmel ist?!
Postert ist 2007 zugezogen, er ist also weder Ostfriese, noch Mensch!
Er ist einfach nur ein Arsch!“

war und ist immer noch bei facebook des Anzeigers für Harlingerland in allschmunzelnder Solidarnote zu lesen, ohne daß einer der lupenreinen Demokraten und Menschenwürde-Partisanen – Bella Ciao – in Redaktion, Bürgerforum, Gottesdienerschaft oder Politik auch nur gezuckt oder das Liederbuch zum beliebten Zeichensetzen aufgeschlagen hätte.

 

Inwieweit man die Hetznummer auch einem Sziedat und seiner fb-Blase zuschreiben darf, kann man hier lesen und selbst beurteilen.
Jedenfalls erweist sich der Anzeiger abermals als das tumb-verrohte Heimatblatt, als das wir’s schon vor einem Vierteljahrhundert kennengelernt haben.

 

 

Jetzt reicht’s aber.
Wir danken für die freundlichen Rückmeldungen im Berichtszeitraum und freuen uns auf 2026.
Dann hat die Politik frei, weil Wahlkampf ist, und die berüchtigten Wegelagerer behelligen uns wieder vor Edeka und auf’m Wochenmarkt mit der Verkündung von Lösungen für Probleme, die sie und ihre Kumpane die Jahre davor verursacht und gefestigt haben.

 

 

Statistik und Anthologie

Die Statistik des exit-esens-Servers Strato verzeichnete 2025

2.056.261  hits (2024: 1.591.152)
973.672  pageviews (2024: 786.991)
342.622  sessions (2024: 195.700)
1.540.521  files (2024: 1.283.740)

Hits zählt die Häufigkeit der Anfragen auf die Seite; mitgezählt werden alle hinterlegten Links, Bilder, Textdateien.
Pageviews zählt die tatsächlich erfolgten Seitenabrufe.
Sessions gibt an, wieviele unterschiedliche Domains auf exit-esens zugegriffen haben; gewertet werden Zugriffe einer Domain pro Tag jeweils nur einmal.
Files zählt die abgerufenen Einzelelemente der Seite (Bilder o. Textdateien)

 

Beitragssammlung 2025
… ehrenamtlich und für den guten Zweck

SPD im Kampfanzug  05. Jan.
Hängt sie höher! 11. Jan.
Der Startschuss ist gefallen 16. Jan.
NIGE postprozessual III 19. Jan.
Ebbe am Lichtermeer 25. Jan.
Spülsaum am Lichtermeer 29. Jan.
Vorsicht Bauschaden – Wenn Jusos mauern 30. Jan.
Overbeck Revision: Neues Urteil 05. Febr.
Brandmauer oder Frieden oder Krieg 15. Febr.
Kein Gewinn für Bensersiel III 21. Febr.
Requiem für ein Land 24. Febr.
Deutsche Freiheitsstatue von Trump geschändet 01. März
Amnesie & Kriegswut 06. März
Esenser Transparenzoffensive Teil I 14. März
Esenser Transparenzoffensive Teil II 15. März
Esenser Transparenzoffensive Teil III und Schluß 15. März
Sondervermögen = Kriegskredite 18. März
Die Pandemie der Kriegsbegeisterung 23. März
Die Istanbul Konfektion 30. März
Putins Brief an das deutsche Volk 01. Apr.
Noch ganz bei Groschen? 12. Apr.
Der Berliner Koalitionsvertrag – Eine verstörende Offenbarung 27. Apr.
Infrastruktur befeuert Kriegsbegeisterung 27. Apr.
Der Grusel des Paradoxen 12. Mai
Riesenschritt des deutschen Kriegskabinetts 23. Mai
Sozialdemokraten besinnen sich 11. Juni
Ankündigung: Tiny House Resort Bensersiel 11. Juni
Kein Gewinn für Bensersiel IV – Etikettenschwindel 20. Juni
Perspektivlos 07. Juli
Eine Zehn ist eine Zehn ist eine Zehn 19. Juli
Geopolitik im Überblick (Wolfgang Bittner) 20. Juli
Kein Gewinn für Bensersiel V – Eintagsfliegenschiss 27. Juli
SPD-Blechbläsers Bum Bum 02. Aug.
Presseschau – Bei Verstand bleiben! 20. Aug.
Russ‘ & Ravioli 29. Aug.
Die Menschen in den Krieg prügeln 04. Sept.
Friedensdemo / Nachtrag / Fazit 09. Sept.
Esenser Juso-Chef im Krankenhaus 22. Sept.
Zentnerweise Erntedank 08. Okt.
Karins kleiner Lernschritt  11. Okt.
Kinderladen-Grammatik 24. Okt.
Stadtbildreinigung – Wenn Jusos kärchern 27. Okt.
Gedenkwarnung! 08. Nov.
Endlich Spannungsfall – VW baut wieder Kübel! 21. Nov.
Antifa und AfD-Jugendkongress 30. Nov.
Fridays for Frieden – Schulstreik in Esens? 01. Dez.
Fridays for Frieden II – Nur Mut! 12. Dez.
German Ganoventum  19. Dez.
ESENS MMXXV 26. Dez.

 

Kein Gewinn für Bensersiel V – Eintagsfliegenschiss

Kein Gewinn für Bensersiel V –
Eintagsfliegenschiss

Kleiner Nachtrag

 

 

 

Hmm, während also der letzte Tiny-House-Propagandist und Vorhabenträger der Bensersieler Quartiersentwicklung, NuRoKa, seinen Firmensitz im Keller einer Hundeschule und schließlich in einem self-storage-Lager einnehmen mußte, darf der Nachfolger, nämlich die Friesische Huus & Heim GmbH & Co.KG, sich immerhin mit 61 (einundsechzig) weiteren gelisteten „Firmensitzen“  die 8 (acht) Briefkästen der 1A-Business-Adresse Louis-Leitz-Str. 1 in Bremen teilen.

 

 

Da lohnt sich der Besuch und man wird gewahr, daß dort bei hoher Fluktuation renommierte Briefkastenfläche nach Quadratzentimetern vermietet wird; und der Durchsatz der insolventen Eintagsfliegen wirkt gemäß North Data dort so gravierend, daß man die Klebespuren als Eintagsfliegenschiss zu bezeichnen geneigt ist.

 

 

 

 

Ein Auftritt als Investor und Vorhabenträger erfordert offenbar nicht mehr als einen Namenszettel und eine Rolle Tesafilm.

 

 

 

 

 

 

Sag ich doch …!

 

 

Kleine Anthologie
Kein Gewinn für Bensersiel  Teil V
Kein Gewinn für Bensersiel  Teil IV
Kein Gewinn für Bensersiel  (Ankündigung)
Kein Gewinn für Bensersiel  Teil III
Kein Gewinn für Bensersiel  Teil II
Kein Gewinn für Bensersiel  Teil I

 

 

 

Kein Gewinn für Bensersiel IV – Etikettenschwindel

 

Kein Gewinn für Bensersiel IV

 

 

Multipler
Etikettenschwindel

 

 

In der Tat, es konnte einem wirklich langsam zum Hals raushängen, die immergleiche Verwertungsliturgie dieser Sorte „Vorhabenträger“ zur Quartiersentwicklung von Bensersiel, die einer ungetrübten politischen Hoffnung auf Inwertsetzung des Ortes stets aufs neue und doch wieder nur ihr freches, dreistes Verwertungsinteresse entgegensetzen, unterjubeln und reinzwiebeln.

An ihren Vorlagen läßt sich ermessen, für wie bescheuert sie die politischen und administrativen Entscheidungsträger halten.
Indes, ein Lichtstrahl blitzte auf am Bensersieler Horizont während der vergangenen Bauausschußsitzung, da dem Vorhaben „Tiny House Resort“ am Taddigsweg eine flotte Änderung des Flächennutzungsplans sowie die Erstellung eines Vorhabenbezogenen Bebauungsplans zunächst versagt werden konnte.

In der städtischen Bauausschußsitzung vom 19. November 2024 war dem Geschäftsführer des Vorhabenträgers Friesische Huus & Heim, Dirk Brand, im Ergebnis das Ersuchen mitgegeben worden, die vorgelegten Plan-Draufsichten dergestalt zu visualisieren, daß die Zuordnung der 40 Baukörper untereinander deutlich würde.

Auf der Basis des Grundrißlageplans hatte exit-esens daraufhin mit Vergnügen verschiedene Ansichten, u.a. Vogel- und Anflugperspektiven, fertigen und den führenden Bauausschußmitgliedern am 21. Februar 2025 zukommen lassen und an dieser Stelle veröffentlicht und kommentiert.

Der Vorhabenträger selber brachte dann eine neue Projektkonzeption in die Bauausschußsitzung am 17. Juni 2025 mit, die von > Georg Hölting vorgestellt wurde, die Kardinalfrage der aussagekräftigen Visualisierung jedoch weiter ziemlich unbearbeitet gelassen hatte. Stattdessen pries Herr Hölting die angeblichen Konzept- und Planungsnovitäten, die sich allerdings im Verlaufe als eine Reihe von Etikettenschwindeln erwiesen.

 

Nomenklatur

So hieß die ursprüngliche „Deichdorfferienanlage Taddingsweg“  (O-Ton!) des Herrn Brand jetzt bei Herrn Hölting Tiny House Resort, was sogleich einen zwiefachen Etikettenschwindel beinhaltet.
Der Begriff Tiny House knüpft an die Assoziation einer kleinen mobilen Wohnunterkunft, wie sie z.B. als Cubes oder Humbles auch Bensersiel und Harlesiel  schon bereichern.
Der Begriff Resort bezeichnet eine touristische Hotelanlage mit vielerlei Freizeit-, Erholungs- und Unterhaltungsangeboten.
Weder das eine noch das andere trifft hier zu: die sog. Tiny Häuser sind hier massive, voll erschlossene, immobile Baukörper auf erforderlicher Betonfundamentplatte, und das sog. Resort offeriert hier außer Beherbergungsschlaf keinerlei weiteres Angebot.
Eine diesbezügliche Nachfrage des SPD-Vorsitzenden Fokko Saathoff ließ Herr Hölting dann schlichtweg im Raume stehen.

 

Überraschung

Mitgebracht hatte er aber den Ausschußmitgliedern Übernachtungs-, Belegungs- und Buchungszahlen 2022-2024 vom Esens-Bensersieler Tourismusbetrieb aus dem ganzen Landkreis einschließlich Inseln, um ihnen einfach mal ihre aufstrebende Tourismuswirtschaft zu verdeutlichen und daß da auch im Winter was los sei; aber das richtig abzuschöpfen, bedürfe es eines Hotels –  und – tja – am Aquantis zerscheppert bereits der Sinn dieser Aussage …!
Daß er noch für jeden einen Tidekalender dabei hatte, ist natürlich Quatsch!

Zudem habe er die Anzahl der Häuschen von 40 auf 37 reduziert und deren Wohnfläche verkleinert; und es wurde ein vergrößertes Wirtschaftsgebäude für ganzjährigen Hotelbetrieb dazugeplant.

Eine weitere neue Besonderheit eröffnete Herr Hölting dann: „Der entscheidende Punkt: Es muß den Gästen gefallen!“
Zu diesem Zwecke habe man die österreichische Firma wood_space für Holzmodulbau als Partner gewinnen können,  deren Selbstportrait ebenfalls ein endloses optisches Silberglöckchengeklingel darstellt, und H. unterlegte dies mit dem Gruppenfoto eines wood_space-Teams.
Allerdings erweist sich deren sog. „Vollholzmodulbau“ bei näherem Hinsehen de facto als gewöhnlicher Holzrahmenbau mit gedämmten Sandwichmodulen. Und dies ist auch keine spezifisch österreichische Spitzentechnologie, sondern Anbieter dieser Bautechnik finden sich bei einer Umkreissuche von <100 km um Esens zuhauf, so daß sich die Frage erledigt, was am Modultransport für 38 Baukörper von Österreich nach Bensersiel so „ressourcenschonend“ (Konzepttext) sein soll. [Frage an Rm Martin Mammen, Grüne, … für einen Freund…]
Im übrigen mögen Material und Technik, die im Umkreis selbstverständlich genauso verfügbar sind, doch bittschön vorrangig die örtlichen Betriebe erfreuen.

 

Keine Haustechnik

Ein weiterer Etikettenschwindel findet sich in der neuen Darstellung „Lageplan Konzept“:
Hier
sind die Zuwegungen zu den Baukörpern nunmehr als filigrane, feine Linien nur angedeutet und als „Pfade“ beschrieben, um den Eindruck von komfortabler Gelände-Struktur und großzügiger Räumlichkeit vorzutäuschen. Diese Pfade sind in der neuen „Visualisierung“ jedoch als Schotterwege von mindestens 1,20m Breite entwickelt!
Der entsprechende Hinweis von Fokko Saathoff dazu blieb unbeantwortet, jedoch ist dies sehr aufschlußreich für die Beurteilung der Ernsthaftigkeit der Planungsvorlage hinsichtlich Haustechnik und Erdarbeiten.

Sowohl in der Alt- als auch z.T. in der Neuvorlage der Planunterlagen ist für jedes Häuschen eine Wärmepumpe vermerkt, deren Unsinn bereits thematisiert worden war.
Fokko Saathoffs Nachfrage unter anderem zur Geräuschentwicklung wurde von Herrn Hölting flott gekontert: „Das machen wir jetzt zentral.“
Die Hemdsärmeligkeit dieses Statements wird offenbar, wenn man im vorgeblichen „Hotel- u. Wirtschaftsgebäude“ die entsprechende Haustechnik sucht. Eine Fernwärmezentrale für die 37 Baukörper erfordert ein Aggregatvolumen, das in etwa der Anlage hinter dem Esenser Sparkassenbau entspricht! Dazu gibt’s hier keinerlei tatsächlichen Planungsgedanken.

 

Kollossaler Abtrag

Abgesehen vom Geräuschaufkommen erfordert solches Fernwärmenetz entsprechende Leitungsgräben. Hinzu kommt die sachgerechte Auskofferung für die in der Visualisierung dargestellten Schotterwege sowie die Betonbodenplatten der 38 Baukörper, für die zentrale Straßentrasse, sowie für die 40 Parkplätze, für die sonstigen befestigten Flächen und für das Regenrückhaltebecken.
Übrigens sind für Bensersiel bei Vorhaben ab 5 Wohneinheiten pro Wohnung 1,25 Parkplätze verpflichtend, so daß hier rund 50 Parkplätze erforderlich wären!
Das bedeutet, daß das gesamte Areal ! (mit Ausnahmen von 1000 qm nördlicher Grabenabstandsfläche) zunächst vollständig abgetragen werden und alsdann unterschiedlich tief ausgekoffert und gegründet werden muß, worüber das vorgelegte „Planungskonzept“ völlig aussagelos ist, weil es de facto gar keine Haustechnikplanung gibt !

Der Hinweis, welchen Beitrag denn Photovoltaikanlagen zur Energieversorgung leisten sollen, wenn sie nach Norden ausgerichtet sind, wurde von Herrn Hölting in Abrede gestellt – „Natürlich weisen unsere PV-Anlagen nicht nach Norden“ – und belegte einmal mehr den Fake-Charakter seiner angeblichen Neukonzeption: Im präsentierten Plan wurden nur die alten Grafikbausteine etwas anders sortiert, so daß weiterhin 25 Anlagen nach Norden, 6 nach Osten, 3 nach Westen, 3 nach Süden zeigen.

Zwar trug Herr Hölting im folgenden gern aus dem „Konzept“ vor; warum aber das ganze ein „neues, hochwertiges Beherbergungskonzept“ darstellen soll, vermochte er nicht zu begründen; ebensowenig, warum „junge Paare, Familien und Freundeskreise“ Bensersiels neue Zielgruppe wären, denn es liegt dem ja keinerlei Kenntnis, geschweige denn Analyse der bestehenden Strukturen und Angebote zugrunde!

 

Historische Experimente

Und daß „Kurse, Seminare, Workation-Gruppen“ eine „ganzjährige Auslastung“ garantieren sollen, ist ein Treppenwitz gegen alle lokalen Vermieter und Touristiker, den auch Fokko Saathoff unter Verweis auf solche bereits mehrfach gescheiterten Ambitionen (Strandportal, Aquantis) richtigzustellen wußte.
Solches halluziniert ja, daß junge, woke, urbane Startup-Teams den Winter in B’siel verbringen, weil dort die multifunktionale Infrastruktur so klasse wäre – extrem lächerlich und völlig ohne Ahnung und Analyse der lokalen Tourismusstruktur, -angebote und -zielgruppen.

Auch Herrn Höltings dargelegte Annahme, daß außerhalb der Saison ein gewisser Erholungswert ebenso in der Stille der fehlenden Vollbelegung läge, hieße dann im Fazit: Ein Mehrwert ist, wenn im Winter nix los ist, und Workation geht dann besser, wenn keine kinderreichen Familien drumrum toben.
Im Gegenteil, die Selbsttitulierung als „neu, zeitgemäß, abseits klassischer Ferienhausstrukturen, hochwertiges Konzept“ diskreditiert abermals das bestehende Bensersiel, ohne es überhaupt zu kennen und ermittelt zu haben!

Und die betonte Ansage des Herrn Hölting via Anzeiger für Harlingerland (!) „Das ist ein hohes Engagement von uns. Wir machen das, weil wir wirklich große Lust auf dieses Projekt haben“  kann man auch als selbstgefällige Benotung eines Bremer High-Performers an die Adresse rückständiger Provinzpolitiker für ostfriesisch-touristische Inkompetenz lesen.

 

Worthülsen

Eine elementare Oberflächlich- bzw. Kenntnislosigkeit manifestiert sich in einem weiteren Etikettenschwindel: „Hotelbetrieb„!
Man muß nicht erst eine DTV-Definition  bemühen, um herauszufinden, daß ein Hotel ohne tägliche Zimmerreinigung und wo’s nichts zu essen und nicht mal’n Kaffee gibt, gar manches ist, aber kein Hotel.
Bei Friesische Huus & Heim bedeutet „Hotel“ nur:  Anmeldung+Rezeption; aber die Sesselecke davor heißt hier Lounge und der Saal dahinter Multifunktionsraum für Events, open space und meetings, sowie Lager, Wäsche und Technik.

 

Ad-hoc-Hotelier

War das bei der letzten Performance noch ein „leistungsfähiger Rundum-Betreiber„, den der Vorhabenträger Herr Brand vor Ort suchte, ist das jetzt ganz anders.
Zwar hat Friesische Huus & Heim bislang noch nie überhaupt ein Vorhaben, geschweige denn ein Hotel, selber bewirtschaftet, aber jetzt auf Nachfrage von Bürgermeisterin Karin Emken werde nämlich Herr Hölting das Hotel selber leiten – eine schneidig-spontane Entgegnung im Wortklang eines angehenden Existenzgründers !
Und weil’s ja auch, ebfls. auf Nachfrage, im Hotel nichts zu essen gibt, so ließ sich der Performer Hölting von Bm’in Emken auch zu wenigstens dem Gedanken eines Brötchendienstes anregen ! Hmm.

 

Alte Hausaufgaben

Im weiteren ersuchte Frau Emken noch um die Visualisierung eines Raumkonzepts für Hotel und Beherbergungsshäuschen und verwies bezüglich des veränderten Baukörperdesigns auf erforderliche Dachüberstände wegen Schlagregens.
Rm Dave Münster für die EBI bemängelte die nach wie vor fehlende hinreichende Visualisierung in verschiedenen Perspektiven und real sichtbare gliedernde Elemente an den Gebäuden zur optischen Milderung des Containerzuschnitts und weniger grafische Idealisierung.
Auch Rm Mammen (Grüne) und Siebo Siebelts (CDU) wünschten erneut eine Visualisierung in verschiedenen Perspektiven und letzterer freute sich noch angesichts der geplanten Holzfassaden im Seeklima bereits auf die prosperierende Auftragslage für’s örtliche Malerhandwerk.
Kriegen wir hin, nehm‘ ich mit„, versprach Herr Hölting.

 

Merkwürden

Gleichwohl wirkte es durchaus etwas bizarr, daß der Vorhabenträger nun wiederholt um diese Visualisierung gebeten werden mußte – und diesmal verbietet die Selbstachtung dem exit-esens-Schriftführer, abermals seine Nichte um Fertigung solcher Draufsichten etc. zu bitten, wie er sie im Februar den führenden Ausschußmitgliedern zukommen ließ !

Überaus bizarr aber wirkte die Personalkonstellation in dieser Aufführung:
Anwesend waren im Raum Stephan Müller (PGN Projektgesellschaft Nord), also der bezeichnete Planer der Unterlagen zur Projektkonzeption, sowie Dirk Brand, Geschäftsführer bzw. Investmentgesandter der Friesische Huus & Heim – der als Performer der Bauausschußvorführung vom 19. November 2024 auch Verursacher der offenen Fragen war.

Beide saßen aber im Publikum und studierten sowohl die unzulängliche Präsentation von Georg Hölting, der alte Fragen ziemlich unbeantwortet ließ und neue aufwarf, als aber auch die Reaktionen der Ausschußmitglieder, ohne daß da irgendeine Interaktion vonstatten ging !?

Irritierend ist zudem, daß Herr Hölting, der hier im Ausschuß nun schon den Hotelier gab, zuletzt noch als Journalismusstudent an der Hochschule Magdeburg-Stendal in Erscheinung getreten war und in keinerlei unmittelbarem Geschäftskontext zu Friesische Huus & Heim steht!

Irritierend ist weiter, daß die vorgelegte (PGN-) Planung fortgesetzt und hartnäckig weit unter dem Level eines Architektur-Erstsemesters verharrt – indes, die Visualisierungen, die exit-esens dazu am 21. Februar publizierte, hatte nämlich eine Architekturstudentin in 2 Stunden erstellt !

 

Unbeteiligt beteiligt

Dirk Brand war zuletzt als Geschäftsführer der Friesischen Huus & Heim vorgestellt worden. Diese existiert aber nur auf dem Papier ohne jegliche Geschäftstätigkeit und als Hülse.
Deren persönlich haftender Geschäftsführer ist die Hanseatische Verwaltungsgesellschaft mbH und ihre Kommanditisten sind Dirk Brand zu 20% (= 800 €) und eine Heimstätten GmbH zu 80% (= 3.200 €).
Brand ist auch alleiniger Geschäftsführer der Hanseatischen Verwaltungsgesellschaft mbH, die als Maklerbüro ohne weitere Geschäftstätigkeit agiert.

Alleinige Geschäftsführung der o.g. HeimstättenGmbH ist Jaqueline Hölting.
Diese ist mit Georg Hölting nicht nur mütterlich verbunden, sondern auch in der Interna GmbH (Georg Hölting 30%, Karolin Hölting 30%, Jaqueline Hölting 40%).
Geschäftsführer dieser Interna GmbH sind Georg Hölting und Jaqueline Hölting (Januar 2025).
Zudem verbunden sind beide in der Integral AG (März 2025) als Vorstand und als Geschäftsführung.
Weitergehende Verbindung besteht zwischen HeimstättenGmbH zu Heimstätten II GmbH & CoKG Wohnen und Gewerbe und zu Heimstätten III GmbH & CoKG Wohnen und Gewerbe.

[Stand: heutiges Datum – Es gelten, wie beim Lidl-Gemüse, die aktuellen Tagespreise und -konstellationen!]

Die aufgeführten sind Holdings und Beteiligungen des Immobilien- und Investmentmarktes zur Erzeugung von Betriebsgeräuschen ohne Geschäftstätigkeit.

 

Graue Divergenz

Divergenz bezeichnet die Trennschärfe zwischen Antragsteller, Ansprechpartner, Performer, Eigentümer, Planer, Geschäftsführer, Kommanditist, alleinhaftender Gesellschafter und wer was zu sagen hat: > Mit wem verhandeln wir eigentlich?
Vor dieser Investmentkulisse bleibt zunächst die Frage offen, für wen aber Georg Hölting im städtischen Bauausschuß aufgetreten ist (da ja bislang kein Bezug zu Friesische Huus & Heim besteht) bzw. wie belastbar oder verbindlich Aus- und Zusagen sind, die in diesem Kontext getroffen wurden.

Update
Herr Hölting hat sich der Redakteurin des Anzeigers für Harlingerland, Sabrina Holthaus – „im Gespräch mit dieser Redaktion“ – wohl als „Projektmanager“ vorgestellt, also der Lokalpolitik noch mal zusätzlich publizistisch „Dampf gemacht“.  Was dann dort über die Genesis des Gesamtvorhabens verstanden wurde, ist erwartungsgemäß deprimierend  hier erzählt.

Es sollte den Verwaltungs- und politischen Entscheidern auch nicht gleichgültig, sondern festzustellen sein, wer eigentlich laut Grundbuch der tatsächliche Eigentümer des Areals Taddigsweg-Friesenstraße ist – Körperschaft, natürliche Person, … ? – was prinzipiell unproblematisch ist, weil jeder örtliche Immobilienkaufvertrag zwecks Vorkaufsrechtsverzichtserklärung über den Schreibtisch der Stadt Esens geht !

 

Knietief

In der Gesamtschau läßt die völlig fehlende Ernsthaftigkeit der bisherigen Aufführung hinsichtlich Entwurfs- und Planungsninveau, Vortragsqualität, Vermittlungstiefe und kooperativer Verläßlichkeit den bösen Schluß zu, daß der Antrag des Vorhabenträgers auf Aufstellung eines B-Plans sowie Änderung des Flächennutzungsplans gar nicht der Realisierung des Vorhabens, sondern lediglich der Aufwertung des Areals (von derzeit landwirtschaftlich genutzter Fläche zu touristischem Wohnen) zum Zwecke des Weiterverkaufs dienen soll.

Da schließt sich die Frage an, welche vertragliche Notbremse dazwischenzuschalten wäre, da Bensersiel vielleicht schon wieder mit einem Bein in einem verheißungsvollen Schachtelkonsortium steht.

 

 

Ankündigung: Tiny House Resort Bensersiel

 

+++ Ankündigung +++

„Tiny House Resort Bensersiel“

 

 

 

 

Was in der Esenser Bauausschußsitzung vom 19. November 2024 noch Deichdorfferienanlage Taddingsweg tituliert war, heißt jetzt:
Tiny House Resort !

Dessen konzeptionelle und planerische Entwicklung von und zu soll nunmehr am
Dienstag, dem 17.06.2025 um 18.00 Uhr,
im städtischen Bau- und Umweltausschuß der Öffentlichkeit vorgestellt werden (Haus der Begegnung).

Für all jene, denen die Quartiersentwicklung von Bensersiel nicht gleichgültig ist, verspricht dies eine hoffentlich interessante und aufschlußreiche Präsentation zu werden.

exit-esens begleitet die VerWertung dieses Areals in Bensersieler exponierter Eingangslage so ziemlich seit Anbeginn mit großer Aufmerksamkeit und Recherchelust:

 

Kein Gewinn für Bensersiel III
Kein Gewinn für Bensersiel II
Kein Gewinn für Bensersiel I
Tiny Houses Bensersiel – NuRoKa-Lachnr. 74
Tiny Häuser Bensersiel – Fortsetzung gemäß exit-esens-Prognose
Rücksicht 2023
Frohlocke, Bensersiel! Dachschaden am Tiny House
Tiny houses begraben?
Tiny Houses Bensersiel – Abschreibungsfriedhof

 

 

Kein Gewinn für Bensersiel Teil III ***Aktualisierung 26.02.2025***

 

 

 

Kein Gewinn
für Bensersiel

Teil III

 

 

 

 

 

Klötzchendichte
Parzellen-
Visualisierung

 

 

 

Die Präsentation der geplanten Ferienhausanlage in Bensersiel, Taddigsweg, am 19. November 2024 im städtischen Bauausschuß vermochte zwar, wie an dieser Stelle berichtet (hier I und hier II), die Vorstellungskraft der Ausschußmitglieder etwas anzuregen, jedoch zur vollständigen Zufriedenheit reichte es nicht.
Zu flach war die dichte Draufsicht im Lageplankonzept, zu exponiert hingegen die Darstellung des Einzelhäusleins in jeweils absoluter Alleinlage einer halluzinierten Bensersieler Pampa, so daß der Projektentwicklerpagandist Herr Brand für die Friesische Huus & Heim bzw. PGN sich mit dem partei- und gruppenübergreifenden Ersuchen verabschiedet sah, das Konzept doch in anderer Perspektive zu visualisieren.

Diese liegt nun hier vor.

 

Und anders als sonst und wiederum zur spitzbübischen Freude politisch Interessierter hat diese Vorlage abermals aus dem Dunkel der Nichtöffentlichkeit vorab einen Pfad ins Licht gefunden, so daß eine Visualisierung auf der Basis des seinerzeit veröffentlichten Lageplans in der Weiterentwicklung zur Vogelperspektive hier schon mal gern und pflichtgemäß der geneigten Leserschaft zugänglich gemacht und besprochen werden darf.

 

Daß der Plan nach wie vor hemdsärmelig-fehlerhaft den Geltungsbereich Taddingsweg – dingeling – Nr. 2 bis 10 beansprucht, während 2, 4, 6, 6a zweifellos aber außerhalb des Verfügungsareals und in Fremdeigentum sind, kann das Entwicklungsbemühen ebensowenig schmälern wie die Neuausrichtung der Planung, die ja die seinerzeitigen 33 Tiny Häuser der Altkonzeption auf nun 40 Deichhäuslein emporgelevelt hatte.

 

Besonders deren 40 Wärmepumpen vom Klempner Ihres Vertrauens, nunmehr angeordnet vor und zwischen den Einzeldomizilen, werden durch die Vogelperspektive, gewiß aber auch akustisch vor Ort, nochmals in anderer Qualität erlebbar.
Daß aber, wer über den geringsten haustechnischen Sachverstand verfügt, 40 Wohneinheiten selbstverständlich zentral versorgt, soll das Geheimnis sein, das an dieser Stelle weiter wohlgehütet auch den Ratsmitgliedern („Volksparlament“, Kiesé) verborgen bleibe.

 

Auch die 23 nordseewärts blickenden Photovoltaik-Anlagen, sowie 10 gen Osten, 4 gen Süden und 3 westwärts, lösen lustig das Öko-Versprechen der 40 Wärmepumpen ein und symbolisieren eben den Satire- bzw. Elitestandard der Energie- und Haustechnik, deren Visualisierung aber beim Übertrag vom Lageplan in die Vogelperspektive hier etwas verlorengegangen ist. Macht aber nix – PV-Anlagen in Richtung Norden sind high-competence.

 

Dafür aber ermöglicht diese nochmals anschaulich die Sicht auf die Üppigkeit des domizilen Umraumes, nämlich die Einzel-Parzelle, die sowohl Strandkorb, Sonnenschirm, Bollerwagen, als auch Liegestuhl, Kinderpool, Grill und moderne Zaunsysteme so bequem zu beherbergen verspricht, daß zwischen den Mäanderwegen sogar noch Torwandschießen drin wäre und es den jeweiligen Eigentümern zudem ja freisteht, ein Garten- und Gerätehaus dazuzustellen.

 

Und wüßte man nicht, daß dieses Wegekonzept von einer renommierten Architektur- und Stadtplanungsanstalt stammen soll, möchte man annehmen, ein Kindergartenprojekt hätte die fußläufige Erschließung der hingewürfelten Einzelhäuschen ach so dekorativ  zusammengeschnörkelt, daß deren Kurvenstrecke dann sicher kein Erwachsener absolviert, um zu seiner FeWo zu gelangen.
Bau & Stil für Ostfriesen, hatten die Bremer Huus&Heim-Pfeffersäcke sich vielleicht gedacht?

 

Die Anordnung der 40 Parkplätze akzentuiert einmal mehr die Bedeutung der Mitteltrasse (anzufahren vom Taddigsweg) als Hauptverkehrsader, Rettungsweg und Sackgasse auch für den ruhenden (Personal- und Lade-)Verkehr in der Anlage, denn gewiß sollte dort auch geparkt werden, wenn zur An- und Abreise die Anlieger ihre Bagage distribuieren, weil der Gepäckmarsch von und zu den Parkplätzen nicht urlaubsadäquat wäre.

 

Gleicht man diesen nunmehr reichhaltig visualiserten Projektgedanken unter dem Aspekt der weiteren Ortsentwicklung mit den vorhandenen Siedlungsstrukturen Taddigshörn und Lammertshörn ab, so ist sowohl das Bemühen, diesen nachzueifern als auch einmal deren 70er-Jahre-Standard zu erreichen, anzuerkennen und zu würdigen.

 

 

Und es bleibt zu hoffen, daß die Entscheidungsträger des Bauausschusses eine Wahrnehmungsdifferenz zur Wirklichkeit nicht so weit klaffen lassen wie zwischen der einstigen exit-esensErzählung  und der amtlichen Niederschrift  der Ausschußsitzung vom 19. November 2024.

 

Fazit
Ein schlichtes Schrottkonzept bleibt auch bei multipler Perspektive ein schlichtes Schrottkonzept.

 

*

 

Nachtrag / Aktualisierung 26.02.2025

Herr Dirk Brand, Friesische Huus & Heim, teilt mit, daß die Visualisierung fehlerhaft sei und bittet um Korrektur, dem wir hiermit gern nachkommen.

 

 

 

Kein Gewinn für Bensersiel Teil I

 

Kein Gewinn
für Bensersiel

(Udo Folkerts, Vorsitzender des Bau-
und Umweltausschusses)

 

 

 

Ungewohnt punktgenau faßte der Ausschußvorsitzende die im Echo der Präsentation einer „Deichdorfferienanlage Taddingsweg“ [sic] überaus höflich vorgetragenen Vorbehalte der Fraktions- und Gruppensprecher zusammen.
„Kein Gewinn für Bensersiel.“
Sie sei lediglich eine Wiederholung des bereits Vorhandenen, nämlich der Anlagen Taddigshörn und Lammertshörn.

Dem wäre eigentlich nichts hinzuzufügen und der Text könnte hier enden … tun wir’s trotzdem, weil’s im Verlaufe des Abends noch etwas aufschlußreich unterhaltsam wurde.

 

Projektvorstellung

Es begab sich aber zu einer Zeit, als Staubsauger im Haustürgeschäft und Gemüsereiben vor Galeria-Kaufhof feilgeboten wurden, daß eine gewisse Friesische Huus & Heim GmbH & Co.KG im Schulterschluß mit PGN Planungsgemeinschaft Nord GmbH auch einen Investmentgesandten nach Esens beorderte, den dortigen Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung die Sinnhaftigkeit einer FeWo-Anlage am Taddigsweg 2-10 an die Backe zu labern  kompetent zu kommunizieren.

Also trug Herr Dirk Brand mit großem Körpereinsatz eine Projektkonzeption vor, deren Wesensmerkmal die Errichtung von 40 gleichartigen Häuslein in 3 Varianten am exponierten Ortseingang von Esens sei.

[Die Erleichterung, daß NuRoKa hier nicht länger projektpräsent ist, soll nicht bestritten werden, wohnt dem doch nun ein Funken Hoffnung auf Lernprozeß bei den Entscheidungsträgern inne.]

 

Aber die alte rhetorische Kernfrage, ob denn B’siel tatsächlich unter einem Mangel an Ferienwohnungen leide, konnte dabei durch die begeisterte Erzählung technischer Details durch den Referenten routiniert ausgeblendet werden:

Weil zum Beispiel Wasser zumeist nach unten fließt, habe man sich ausgiebig Gedanken gemacht und sei in deren Verlauf (sog. Mäander) zum Ergebnis gelangt, zwo „ordentliche Regenrückhaltebecken“ nämlich an den beiden tiefsten Punkten des Areals einzuplanen.  Chapeau!
Oder Bäume, ja Bäume, sollten weitgehend erhalten bleiben, nämlich gerade im Verlaufsbereich des Oldendorfer Tiefs, wo per städtischer Satzung ohnehin ja ein Bewirtschaftungs- u. Arbeitsraum von 10 m Breite vorgeschrieben sei. Nur drei im ostwärtigen Bereich wären verzichtbar. Respekt!

Sogar die Deichschutzzone wolle man achten; und zudem wurde das Gelände jetzt mal endlich „ordentlich eingemessen“, was ja bislang wohl versäumt worden war … Tausenddank zunächst!

 

NuRoKa-Komik übertroffen

12 Häuser mit 40 qm, 22 mit 55 qm und 6 mit 70 qm seien passgenau ins Gelände gepfercht und in der sog. Visualisierung des Einzeltyps fiel allen auf, daß da ein Baukörper seine berückende Wirkung aus dem Effekt bezog, inmitten einer wohlgestalteten riesigen Grünfläche allein zu stehen (Alleinstellungsmerkmal).
Diesbezügliche Fragen nach tatsächlicher Enge, Dichte, Abstand konnten mit „6 Meter“ zunächst generös abgebügelt werden und, um den Ostfriesen zu visualisieren, was überhaupt 6 Meter sind, ließ der power-seller sich’s nicht nehmen, sechs raumgreifende Schritte aufm Teppichboden des Sitzungssaals zu vollziehen: „Sehnse mal, das sind 6 Meter, hättense auch nicht gedacht, nä ?“

 

So konnte jedenfalls auch die alte NuRoKa-Konzept-Komik von seinerzeit 33 Kaminöfen, 33 Abgasrohren und 33 Saunen der einst favorisierten 33-Tiny-Haus-Kompression nun doch noch gesteigert werden auf 40 Häuslein mit – modern, modern – 40 Luftwärmepumpen auf kleinstem Raum, so daß der Passant bei dieser Siedlung bereits von einem Soundteppich geleitet würde, der als böses Alleinstellungsmerkmal gar manche Industrieanlage in den Schatten stellt, und die interne Nachbarschaftsinteraktion darunter, -rin und -rüber wird auch lustig.

Als weiteren Komfortjoker brachte Herr Brand eine fette Raum- bzw. Firsthöhe von 4 m gegenüber zB Tiny-Häusern in Stellung, wo man ja die Luke zum Schlafen hochklettern müsse: „wie im Wohnwagen, nä, wollen Sie im Wohnwagen Urlaub machen, wenn Sie ein Haus kaufen, nä?“ und lobte die „ordentliche Küche, nich sowas mit 2-Platten-Kocher, wie in vielen Ferienwohnungen, nä …“

 

Bunte Illustrierte

Schön sei an dem Projekt auch die vollständige Autofreiheit der Siedlung mit insgesamt 40 Parkplätzen an der west- und der ostwärtigen Außenkante und vor des Betrachters geistigem Auge rücken gerade die fröhlichen Putzregimenter mit ihren Staubsauger- und Schrubber-Trolleys ein, wohlgemut ob der kreativen Schotter-Schlängelwege zwischen Häuschen, Vegetation und Draußenparkplatz: Rappelrappel-klapper-holper …!

 

Weitere Details der eigentlichen Bauausführung sollen hier erspart bleiben, weil sie den Rahmen sprengen würden und wohl üppiges Material für ein eigenes Satirekompendium darstellen.

Jedenfalls gab’s noch viele lästige technische Einzelheiten mit Binsen, Anekdoten, Küchenlatein, daß auch dem Detlev Kiesé der Stift sichtlich heiß wurde beim Mitschreiben dieser ganzen Leistungsmerkmale, die in die Form eines Bauantrags, also in die Zuständigkeit einer Verwaltung, gehört hätten, nicht aber in die Politik, die Konzepte abzufragen gedachte … man wird’s vielleicht im Anzeiger für Harlingerland nachlesen können … nein, wir sehen gerade: kann man doch nicht!

 

Strukturbedarf

Fokko Saathoff brachte das Ganze dann als Erster in jene Spur, die die Eckpunkte der städtischen Interessenslage skizzierte, nämlich: „Wir möchten dort Leben haben, und einen Aha-Effekt im hervorgehobenen Ortseingang“ sowie die Frage nach dem Modus der Vermietung und wer denn dann der Betreiber sei?

 

Dieses für B’siel sehr berechtigte Interesse hinter den Fragen ließ sich daran ermessen, daß sie weitgehend unbeantwortet blieben.

Der Projektierer erzählte stattdessen von der Einzigartigkeit der Destination B’siel („da kann man schön Fisch essen“), auf die man sich besinnen müsse, und von seiner Absicht, beizeiten an die örtlichen Vermietungsagenturen zur Kooperation heranzutreten; zunächst aber müsse mal der Genehmigungsweg freigemacht werden.
Ob aber die Ortsansässigen, Brenne et al. sich um dieses sach- und aufwertungsfremde Experimentalgewurschtel reißen werden, sei hier mal dahingestellt.

 

Mißverständnis

Auch weitere Ratsmitglieder drangen in die Spur und thematisierten das Problem der unbewohnten Saisonbehausungen (Dave Münster, EBI), des Ortsbildes (Siebo Siebelts, CDU) und des Gesamtensembles (Martin Mammen, Grüne) , fanden jedoch wenig kompetentes Gehör.

Zielgruppe seien doch auch Leute, die nämlich auch gerne im Winter zum Wochenende kommen, weil das neue B’siel-Häuschen dann ja so schön ist wie das zu Hause … eine Entgegnung, die abermals das eklatante Mißverständnis offenbart, das diesem Projekt eingeschrieben ist und auch das Unverständnis hinsichtlich Auftrag und Reihenfolge.

 

Daß die politische Erwartung bzw. Hoffnung auf eine Quartiersentwicklung für Bensersiel sich an einen Investmentbeauftragten richtet, der aber das Areal ja nicht zur lokalen Inwertsetzung sondern zur weiteren Verwertung erworben hat, macht den unauflöslichen Widerspruch aus.

 

Subtile Diskreditierung

Und die Mitbringsel des Projektierers für sein Auditorium, nämlich die Erklärbären, wie weit 6 m und wie hoch 4 m sind, wie vernünftig Küche geht, 2-Platten-Kocher unmodern und Wärmepumpe zeitgemäß ist, wo auf überdachter Terrasse der Wind weht und eine Dreck-Schleuse hinter der Haustür liegt … etc.pp.   konnten die mangelhafte Strukturplanung des Projekts nicht kompensieren, sondern funktionierten allenfalls als subtile Diskreditierung der heimischen Vermieter und Zuhörer.

Zurück blieb die Frage, welche Erwartungen der Vortragende wohl an sein Auditorium hatte: Gummistiefel, Friesennerz, Fischerhemd?

Mit dem nochmals einhelligen Ersuchen von allen Fraktionen und Gruppen, eine Visualisierung bzw. Gesamtansicht des Areals mit wirklich allen Häuslein in Bezug zueinander zu fertigen, wurde der Referent alsdann verabschiedet.

 

Verflucht

Es scheint ein Fluch auf dem Areal zu lasten; der letzte Projektentwickler, das Schachtelkonsortium NuRoKa, ist auf der ToDo-Liste zweier Staatsanwaltschaften, im Keller einer Gütersloher Hundeschule und schließlich in einem Bielefelder Self-Storage-Lager gestrandet – und der neue sieht nun auch nicht besonders vertrauenerweckend aus …

 

Ausblick

Fluchlösend wäre vielleicht ein Exorzismus, dessen Aspekte Thema der Fortsetzung an dieser Stelle sein sollen.

Wer sich ernsthaft mit der Quartiersentwicklung von Bensersiel befassen möchte, und das gilt zumindest für Ratsmitglieder und Touristiker, sollte sich ebenfalls zu Struktur, Verflechtung, Hintergründen und Referenzen der auftretenden Firmen und Personen Kenntnis verschaffen.
Dies soll ebenfalls Thema der Fortsetzung an dieser Stelle sein.

 

Ins Verhältnis gesetzt

Derweil düset, düset, düset im Sauseschritt Karin Emken, Bürgermeisterin, MdL und Landestourismuspolitikerin, in einer entfernten Umlaufbahn und funkt:

 

„Kick-off Tourismusstrategie
Was kommt? Was geht? Was bleibt? Wie gestalten wir den Tourismus zukunftsfähig in Niedersachsen? Diese und andere Fragen werden wir in den nächsten Monaten intensiv mit den Stakeholdern der Tourismusbranche diskutieren. Ziel ist die Weiterentwicklung unserer Strategie u.a. mit den klaren Schwerpunkten Nachhaltigkeit, Digitalisierung (KI), barrierefreier Tourismus und Fachkräftegewinnung. Ich freue mich auf den Prozess! Danke für die gelungene Auftaktveranstaltung.“

 

Stakeholder und andere Grillzangen

Und als ground control die Dechiffriermaschine öffnet, treten weitere Neusprech-Zerfallsprodukte zutage:

 

Zukunfts-Dashboard Destination: Ganzheitliche KPI’s, Zukunftsradar, Ökonomie-Ökologie-Soziales-Governance, Tourismus-Intensität, Produktkultur, Zertifizierung Green Labels, Modal Split Gäste, Circular Gap, Feel Good Index, Social Business, Regenerative Management; und weitere Funksprüche: Tourismus-Akzeptanz messen: Dashboard mit Kennzahlen aufbauen, permanentes Monitoring, Tourismus-Akzeptanz steigern; Dabei entsteht gleichzeitig eine neue Erinnerungskultur, wo der Tourismus eine starke narrative Qualität entwickeln muss, mit guter Inszenierung; Krisen-Tinnitus & Neukonfiguration, Smarte Allokation; Andreas Reiter berät in strategischen Zukunftsfragen, vorausschauender Transformation sowie systemischer Relevanz, Future Spirit…

 

Oh, yes!
Schemenhaft erkennen wir Karin Emkens Bensersiel – Da sind sie wieder: Taddigs‘ „Rrestrrukturrierrungsmanagement“, Braatz, von Bloh und Schmitzens „Destination Solution für Leistungsträgervernetzung“, schließlich Claudia Eilts‘ Sandkasten mit Riesenrad.
Und wir Stakeholder sehen Karins Landung mit Interesse entgegen.
Welcome back oder verglüht im Neusprech ?