Digitaloffensive der SPD Esens

 


Die Beschäftigung mit dem Komischen bespielt ein weites Feld,
das manch merk- und denkwürdige Blüte hervorbringt,
vor allem an den Rändern.

(Hans Mentz, Humorkritik, 02/21)

… die auch noch!
Digitaloffensive der SPD Esens

 

 

Wie immer beenden sie ihren 4-jährigen Winterschlaf zur Kommunalwahl mit einem Erweckungs- und Transparenzversprechen, das in den letzten 20 Jahren andere (z.B. Rm Schultz und Nerschbach) eingelöst hatten.
„Moin, wir sind jetzt auch bei Instagram und Facebook“: Sandmännchens Morgengruß verkündet, der CDU Esens auf dem Weg ins 20. Jahrhundert einen der hinteren Plätze streitig machen zu wollen.

Wem das www der Esenser SPD-Internetseite mit Weils wöchentlichen warmen Worten in der Strukturmaske des Agenturgebastels (Redaktionssystem soz.is) zu anspruchsvoll ist, dem wird nun dazu ein niedrigschwelliges Angebot offeriert, wo sich endlich Anbieter und User sozial-plattfuß … quatsch -plattformgerecht auf Hühneraugenhöhe begegnen können. Analog zu ihren verwandten Esenser fb-Gruppen, ermöglicht dieses betuliche Format den Beteiligten erfahrungsgemäß, mit größter Selbstbefriedigung Meinungen und Gedanken zu tauschen, die einander so sehr entsprechen, daß sie sie auch gleich für sich behalten können – womit die SPD Esens einen weiteren Fußstapfen meistert im Politikersatzverkehr.

Somit gelangt ein ausgesuchtes Marktsegment von Sozi-followern nun in den Genuß eines paßgenauen, individualisierbaren fb-Erkenntnisgewinns (Schneefoto, Essen, Sonnenuntergang, AfH-Artikel, Juso-Grüße, Watt im Nebel, Ratssitzungstagesordnung, Nebel im Watt).
Und einem erweiterten Aktionskreis dient es als Zweitforum für die Hetze der assoziierten Bauchredner, die driven-by-boredom-by-homeoffice aber derzeit in Eifer an ihrer fb-Camouflage arbeiten. Als vorübergehend angesagt  progressiv-liebenswürdig heimatverliebte Christen und Judenfreunde („Aktualisiere dein Profilbild mit diesem Design von World Jewish Congress“) gönnen sie ihrer *-Drüse gerade eine kreative Pause.

Wo’s hinwill, wissen wir nun; wo’s herkommt, sei noch zu betrachten.

Wer also facebook nicht überwiegend als eine Jauchekuhle von zumeist Analphabeten (lokale Ausnahme: Esens Faktencheck) wahrnimmt, wo Brandbeschleuniger Administratoren heißen,  sondern für einen Nachrichtenkanal hält, hat die Entwicklung schon wieder verpaßt und schreibt sowas: „… soziale Plattformen, die den politisch interessierten (…) zu jeder Zeit eine Informationsquelle garantieren … brandaktuell … Offenheit, Transparenz“Böcke zu Gärtnern! und die sich dort zu lange aufhalten, gehen sich alsbald selber auf den Leim.

„Jetzt geeeeht’s lohoos…“ intoniert gewissermaßen also Vorsitzender Fokko Saathoff, bzw.:   „In mehreren Sitzungen hat ein Vorbereitungsteam um (…) und mir…“ – Wer kennt es nicht, das Team  um mir ?!

 

„Mitglied im Rat“ sei er – nicht etwa des Rates – weil Semantik und Grammatik mit Genitiv zu anspruchsvoll sind; und weil das Hänschen nimmer lernet, was der Hans schon nicht gelernt hat, ist mit dem Ole noch’n „Mitglied im Rat“.
Lehrer sei der Eine gewesen und erklärt nun Seit‘ an Seit‘ mit 700 Millionen Usern der deutschen Sprache den Krieg und seine digitale Vorreiterschaft einem Kundenkreis, auf den sein entertainment-Kanal zugeschnitten ist. Ein visual-storytellervoll Buchstabensuppe; auf die Erzählsprache aus dieser Redaktion dürfen wir uns freuen…

Da die Esenser SPD es als politische Aufgabe versteht, das Aufkommen der lokalen fb-Triebköpfe und -Gruppen zu vergrößern, verspricht ein weiterer Effekt spannende Unterhaltung. Ihren Protagonisten ist nämlich gemeinsam, daß sie dort ohnehin nicht mehr unterscheiden zwischen Amt, Funktion, Mandat,   Posten, Pöstchen, Apostolat,  Ehrenamt, Hobby, Zeitvertreib,  Redaktion, Gruppenstatus, Privatzustand. Der gewohnte Verzicht auf Trennschärfe dient hier fortschreitender Unkenntlichmachung des politischen Zusammenhangs. Diese bloße Echokammer-Erweiterung sorgt zuverlässig dafür, daß Innovation woanders stattfindet.

Und auch die völlige Unfähigkeit zur Unterscheidung zwischen Form und Inhalt bringt eben nur ein neues Design hervor. Aus dem Regal „Logos & Sharepics“ des SPD-Reklame-Portfolios, wo ja bereits die Termini nix als Zukunft verheißen, empfehlen wir deshalb passend zwecks weiterer Selbstbeweihräucherung, especially designed for facebook, twitter & instagram, den „Download-Artikel SPD-Logo Profilbild“:

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Fußnote
Mehr SPD-facebook braucht’s eigentlich nicht, da Ole Willms und sein Mentor doch Administratoren jener assoziierten fb-Gruppe sind, wo die Teilnehmer einer CDU-Dialogveranstaltung – unter ihnen Ex-Bürgermeister und Ehrenbürger Klaus Wilbers – als „Ratten“ tituliert wurden!
Noch Plätze frei: Bildungsreise nach Uplengen!
(Ermäßigung für Esenser Sozialdemokraten)

 

 

 

Digitaloffensive der CDU Esens

 

 

 

 

Digitaloffensive der CDU Esens

 

Auf Reste der CDU Esens stieß man kürzlich bei digitalen Ausgrabungsarbeiten!
Die Überraschung war groß, war doch eine langjährige online-Suche stets mit error! quittiert worden und die letzten zwei Jahre sowas von under construction, daß besorgte Politikinteressierte gar Erinnnerung und Altstadtbilder Revue passieren lassen mußten.

Denn ganz früher war sie ja hinter Henschens blinden Fenstern in der Westerstraße eingehaust, später dann bezog sie eine ausgediente Familiengruft einer Kirchplatzecke, die somit lange als Verursacherin der partiellen Marktverdunklung galt.
Zwar wurde sie bereits von Ex-Ratsmitglied Erwin Schultz sehr früh als vermißt gemeldet, doch auch der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes mußte erfolglos bleiben, weil die städtische CDU Esens einfach keine Erkennungsmarke hatte.

Seither blieb sie verschollen. Wenngleich im politischen Raum zwischenzeitlich mal eine Mutation  nachgesagt wurde – eine sogenannte Neue CDU 🙂 – so blieben die Mutanten in Gremien doch gleichsam nichtgreifbare Erscheinungen; Phantome ohne Herkunftsnachweis, aus Zeit und Raum oder vom Lkw gefallen, kein Daseinszweck und -sinn, displaced in einem Stadtrat …

Die zum Ausgrabungsfunde aufkeimende Verspottungs-Hoffnung in Richtung Programmatik und Inhalt dieser sog. Partei zum kommunalen Wahladvent aber blieb weiterhin so enttäuscht, daß wir uns nunmehr allenfalls noch Stil und Form des CDU-Internetauftritts in all ihrer professionellen Üppigkeit widmen können.
Nun ja, versuchen wir’s trotzdem.

Also sagt sie neben einem betagten sommerlichen Marktplatz-Foto erstmal „Hallo“, die CDU Esens, und daß sie sich freue, „sie hier zu sehen“.
Weil’s aber mit der Groß- und Kleinschreibung der Anrede hapert, bleibt zunächst offen, wer hier wen sieht.

Im weiteren hofft man, „dass sie sich zurechtfinden, egal ob sie ein Neuankömmling oder bereits fester Bestandteil unserer Community sind“. Egal aber, wer wen zurechtfindet, die Seite ist so übersichtlich, daß ihre Macher sogar als Neuankömmlinge in einer Community aufgehen und Platz finden, solange sie ausreichend Powersätze von den jimdo-Webfröschchen leihen können.

Dann folgt das schonungslose Coming-out dieser CDU-Esens-Community, nämlich so:
„Jeder fängt mal klein an – so wie wir.“ Okay. „Aus einer gemeinsamen Vision haben wir zusammen Schritt für Schritt etwas Großes gemacht“.
Selbstverständlich weckt eine Vision der CDU Esens, insbesondere eine gemeinsame  (Stuhlkreis?), das neidvoll ungeteilte Interesse des Besuchers und spannt ihn auf die Folter, was denn das Große sei. Vielleicht ein Schneemann?
Aber wir erfahren es nicht!
Nur soviel: „Darauf sind wir stolz“ – falls aber diese Web-Seite gemeint sei, möchte man das gemeinsame Kleine besser nicht kennengelernt haben.


Ein kleiner Pfeil zeigt nun nach unten, da steht „Neuigkeiten“, gemeint sei damit „News rund um das politische Esens“ – Sachen gibt’s! – „Was wurde beschlossen? Was haben wir für Sie erarbeitet? Dies und vieles mehr finden Sie hier.“
Belegt wird die Verheißung durch das Foto einer jungen Frau, die so fassungs- wie ratlos in’s Notebook schaut, wo sie gerade die CDU-Esens-Seite aufgerufen hat.

 

In einer hochgestellten task-Leiste ist dazu ebenfalls „Neuigkeiten aus Esens“ hinterlegt, die da lauten: „CDU Esens investiert in Digitalisierung“ und die Fragen aufwerfen Wieviel? und Wessen? und Warum?, wenn sie doch noch nicht mal die Fenster ihrer Henschen-Bude geputzt kriegte. Und gilt gar schon als Investor, wer im worlwideweb Guten Tag sagen kann?
Hauptsache Powersätze. Weiter heißt’s wörtlich: „Der Samtgemeindeverband der CDU Esens ist online, wie der Johannes Tooren in einer Pressemitteilung verkündete“ – eine Verkündung des Johannes also, die in keiner Presse auffindbar war und ist.

Der Verband nahm auch die Pandemie zum Anlaß sich mit neuen Kommunikationswegen an die Bürgerinnen und Bürger zu wenden“ – wozu die Pandemie doch gut ist; und wehe, wenn der Bürger merkt, daß auch die neuen Einbahnstraßen so schlecht sind wie die alten.
„Der Kontakt ist uns wichtig“, sagt aber der Johannes stolz über ihre kalten Lötstellen, die „den Esenserinnen und Esensern noch bessere Erreichbarkeit bieten, so Tooren in einer Pressemitteilung“, die wir in der Presse aber immer noch suchen.

 

Alsdann bedroht den Besucher der kategorische Imperativ „Lernen Sie uns kennen“!, und „Über unser Team“ zeigt ein Gruppenbild, und zwar vier Knie zu zwei Hintern, die auf einer Fensterbank sitzen, Füße auf’m Tisch, sowie ein Päckchen Buntstifte: Teamplayer?
Egal, „wichtig ist uns der Kontakt und Austausch mit Ihnen … und der richtige Ansprechpartner wird sich gerne mit Ihnen in Verbindung setzen.“ – Okay, ich nehm die Buntstifte.

 

Aber es gibt auch Schnäppchen: „Sie sind bereits Mitglied in unserem CDU Samtgemeindeverband Esens? Dann haben wir hier Ihren exklusiven Service für Mitglieder.“ Wer? Wessen? Hmm!
„Detaillierter Informationen, Beschlüsse, Planungen und viele mehr erwartet sie in unserem Angebot.“ – wie die Sprache, so das Kästchen; und solange man sie nicht mit Rechtschreibung und Grammatik belästigt, kämpft die CDU Esens für: „Unser Land nach vorne bringen“.


Deren Kombattanten werden nun mit Portraitfoto vorgestellt; bei „Über uns“ zunächst „Der Vorstand“:
Da haben wir erstens den mandeläugigen Johannes trendy am Notebook sitzend.

 

 


Zwotens ein Auto mit Blick zum Horizont, das auch so guckt. Sein Name ist „Name“ und ebenfalls voll im Trend, nämlich „StellverTrend“.

Dritter Vorständler ist eine anmutige Fjordlandschaft namens „Name“; die Vierte steht für Vorstandsvielfalt und zeigt eine junge Frau zwischen Kaffeetassen im Büro-Chaos: Office-business?
Die Fünfte ist dunkelhäutiger Ethnie mit Brille, Rastalocken und Blick ins Handy. Potztausend Exotik, CDU!
Vorständler Nr. 6 ist ein Paar mit Notebook im Draußen-Café; Vorständler 7 und 8 sind ein Notebook und ein Kugelschreiber, wahrscheinlich Beisitzer.

„Der Vorstand“ der CDU Esens ist identisch mit ihren dort gelisteten Ratsmitgliedern, vom mandeläugigen Johannes bis zum Kugelschreiber, auch die Namen entsprechen sich vollständig.
Wer ist dafür verantwortlich? Wie immer: keiner.
Doch, im Impressum lauert nämlich ein „Vorist zender“ (vielleicht VierzehnEnder…?) eines sogenannten „Sant[kasten?]gemeindeverbands“

Last not least und unvermeidlich ist sie dann jetzt auch bei facebook und instagram, die CDU Esens, weiß aber noch nicht, wozu. Erwartungsgemäß leer ist auch dort ihre „Community“.

Sofern aber gar mancher Schelm nun einwenden mag, das seien doch Platzhalter für irgendwas, so soll dies der CDU im Stadtrat als bestimmungsgemäß und wirklichkeitsnah abgebildet  nicht in Abrede gestellt werden.

Die Einzelteile dieser Ausgrabung übrigens, so geht die Kunde, werden derzeit im Ausschuß für Archäologische Performance und Brauchtumspflege der Kreis-CDU neu sortiert und zusammengesetzt und dann zum Wahlkampfauftakt mit Stehtischen und Infoständen in Marktflecken und Schaufenstern auf-, hin- und weggestellt.

 

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